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Liebe Frau Uta Hermel,
Sogliano den 25.6.2000
wir
vom SRI haben ihr Mail mit der Einladung mit Freude erhalten. Am Mittwoch
werden wir uns treffen um dann alles zu besprechen und zu überlegen,
wie wir es ermöglichen können, um nach Karlsruhe zu kommen. Ich
möchte das erklären, denn wir werden nicht von der Stadt, Staat
oder sonst einer Institution finanziert. Wir finanzieren uns selbst in
jeder Hinsicht. Und ich habe mir überlegt, ob es da nicht besser währe,
lieber nach Deutschland zu kommen, anstatt nach Frankreich, wo ich sowieso
kein Wort verstehe. Wahrscheinlich wird dann Pantaleo Rizzo (der Soziologe
aus unserem SRI, der sehr gut französisch kann) allein nach Frankreich
fahren und im September kommen wir dann gemeinsam nach Karlsruhe. Aber
das muss noch abgeklärt werden. Da ihr noch Referenten sucht, währen
wir sehr erfreut um bei Eurem Bundestreffenaktiv mitzumachen und wir lassen
sehr bald von uns hören, für die Anmeldung und für unseren
Beitrag mit Themen angaben.
Nun
zu Euren Themen:
Was uns sehr gefallen
hat, ist, das Ihr von „Tauschsysteme“ sprecht und nicht Tauschringe, denn
es gibt sehr viele unterschiedliche Systeme, wir sind eines zum Beispiel.
Ein
Vorschlag von uns für ein Thema währ: „ Neue Benennung dieser
Systeme“ da wir ja vom vereinten Europa sprechen und da diese Systeme
in jedem Land Europas anders heißen, wie LETS, SEL, BdT, SRI, REL,
TR u.s.w.
*)“
Lokale Ökonomie im vereinten Europa“
Wir
sind ein System von Interinformation, das heißt soviel wie, das alles
in unserem System transparent ist, das jeder Teilnehmer jedes beliebige
Konto in jedem beliebigen Moment einsehen kann und das alle Informationen
die uns erreichen und die rausgehen, allen Teilnehmern unseres Systems
durch Internet erreicht und einsehen kann, wenn er will. Wenn wir ein System
der Interinformation sind und das sind im Grunde alle diese Systeme, dann
ist die Nebenwährung dieser Systeme nicht unbedingt eine lokale Nebenwährung
und vor allem nicht gleichgestellt mit dem Geld oder Euro. Die Interinformations-Systeme,
die sicher in lokaler Gegend besser funktionieren, haben keinen vorbestimmten
Stellenplan und sind nicht nach einem bestimmten Plan abzuwickeln wie in
der Agenda 21. Wir sind keine Vollstreckungs-Systeme.
*)“
Bewertung der Arbeit im sozialen Miteinander“
Zu
Anfang ist es nötig zu unterscheiden zwischen Lohn-Arbeitsgesellschaft
und persönlicher Aktievita: Aktievita ist was man zuerst persönlich
konzipiert und dann persönlich ausübt. Unser System, der Aktiven
Werturteile durch Lebenszeit und vor allem mit dem „Misthos“ (unsere Verrechnungseinheit)
durchgeführt, mit einem Informativ (Scheck) wird sicher eine Neuigkeit
für die Tauschringe sein.
*)
„Konsens und Dissens in der Tauschringbewegung“
Man
müsste zuerst aus der alten Vorstellung der Diskussion heraus, um
in die neue Vorstellung der Besprechung hineinzukommen. Die Diskussion
wird zum Arbeitsverteilungsplan benötigt. Jeder muss dann seiner Aufgabe
(Arbeit) nachgehen, die ihm zugewiesen wurde ( wir befinden uns hier im
sozialem Arbeitswesen). Die Besprechung benötigt man zum informieren.
Jeder macht, was er für richtig hält in der Gewissheit der Konsequenz,
weil man ja interinformiert ist (jetzt kommt man in die persönliche
Aktivität). Deshalb geht die Entwicklung der Interinformations-Systeme
nicht durch die Vollmächtigen und Repräsentanten. Drum, die Tauschringe
dürften nicht zu einen einstimmig befasten Beschluss kommen um mehr
Kraft für die politisch/gesellschaftlichen Auseinandersetzungen zu
bekommen. Wenn sie das machen, werden sie gleich am Anfang verlieren, weil
das politisch-soziale System spezialisiert ist und die richtigen Möglichkeiten
zur Diskussion hat: die Hierarchie. Die Tauschringe sollten lieber das
Entwickeln, was ihre Zugehörigkeit entspricht ; Interinformation.
Die Tauschringe, die eine gut juristische Situation haben wollen, unterwerfen
sich, wie die BdT, dem politisch/sozialem Spiel.
Hoffentlich
habe ich alles verständlich übersetzt. Leider bin ich kein Spezialist
in dieser Hinsicht aber ich habe mein möglichstes getan.
Mit
herzlichen Grüßen aus dem sonnigen Italien und auf bald, ihre
Ute Anacker.
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