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Reader zum Tauschring-Bundestreffen 2000

Eigenverantwortung und soziales Engagement


Vollversion, Stand 10.9.00
Stand 21.9.00 neu: Sabine Wacker, LA21-Förderung der Stadt Karlsruhe
 

Inhalt

(wer html online liest, geht besser über das Programm zu den Themen) Eröffnungsvorträge
1. Lokale Ökonomie im vereinten Europa
2. Bewertung der Arbeit im sozialen Miteinander
3. Womit sind wir angetreten? Was geht gemeinsam weiter?
4. Tauschring-Praxis
5. Sonstige Themen
6. Professionelle Schulungsangebote auf Talent-Basis

Ziele des Tauschring Bundestreffens 2000
Föderale Organisation der Tauschringe - bundesweite Aufgabenverteilung -
Eigenverantwortung und soziales Engagement
Modell des SRI in Italien
Report on the SINTRAL Congress in Playas, Ecuador
Potentiale des Tauschringprinzips zur Schaffung von Arbeit
Tauschring-Konsens von München
Positionspapier deutscher Tauschsysteme
Die BAG - Arbeitsgemeinschaft bundesdeutsche Tauschsysteme
Bundestreffen – was soll's?
Womit sind wir angetreten? Was geht gemeinsam weiter?
Das Recht zu tauschen
Literaturliste
Gewerbe im Tauschring
Ressourcen-Tauschring
Tauschkonten – Anreiz oder Bremse beim Tauschen
Tauschring-Software-Übersicht
Integration von Betrieben in Tauschringe, Vorschlag W.Almenritter
"Das Patentrezept"
Schreibwerkstatt
Erkenntnisse und Lehren für die Gegenwart
Tauschringe – Warum sie wirklich entstanden sind
Vision Internet
Das Selbstverständnis der Tauschringe im Boom lokaler Netzwerke
Einladung zum Tauschring-Bundestreffen
Anmeldung zumTauschring-Bundestreffen 2000
Fragebogen zum Tauschring-Bundestreffen 200


Kulturzentrum Tempel, Fassade

Programm zum Bundestreffen der Tauschsysteme

Die genaue Zeitplanung und Änderungen werden kurzfristig im Internet unter www.tauschring.de veröffentlicht.

Freitag, ab 11:00h: professionelle Kursangebote (wenn genügend Anmeldungen vorliegen)
Freitag, 20:00h: Eröffnungsvorträge
Ende: Sonntag, 13:00, nach dem Abschlußplenum

Freitag, 20:00h: Eröffnungsvorträge

Nr Referent, Organisation Thema / Titel Zeit
1 Regine Hildebrand, Berlin
ehem. Sozialministerin in Brandenburg 
Tauschringe - ein Markt neben der "Marktwirtschaft"
In der Marktwirtschaft gilt die Regel: "Wer nichts hat, der ist auch nichts wert". Die Folge ist soziale Ausgrenzung.
Es ist zutiefst inhuman, den Wert eines Menschen allein an seiner ökonomischen Leistungsfähigkeit zu messen - außerdem ist es falsch. 
Tauschringe helfen hier in mehrfacher Hinsicht weiter: zum einen kann sich auch der etwas "leisten", der nur wenig Geld hat. Zum zweiten kann sich beispielsweise ein Arbeitsloder oder Sozialhilfeempfänger selbst beweisen, daß er durchaus etwas leisten kann. Und zum dritten sind Tauschringe auf Kommunikation und Zusammenarbeit angelegt, sie bewirken soziale Integration der Teilnehmer.
Fr 20:15
2 Dr. Hugo Godschalk 
Paysys Frankfurt
Lokale Nebenwährungen; Chancen und Perspektiven im vereinten Euro-Europa
E-Geld-Revolution, Aktuelle Beispiele lokaler Währungen im Einzelhandel auf Chipkarten; Privatwährungen im Internet; legale Stolpersteine; Perspektiven für Tauschringe
Fr 20:45
3 Dr. Monika Schillat 
TU Berlin
Tauschringe als innovative Kraft im 3. System Fr 21:15

Themenschwerpunkte

1. Lokale Ökonomie im vereinten Europa

Welche Möglichkeiten erwachsen aus den lokalen Nebenwährungen der Tauschsysteme im vereinten Euro-Europa?
Welche Rolle haben Tauschringe im Prozeß der Agenda 21?
Nr Referent, Organisation Thema / Titel Zeit
1.2 Ute Anaker & Pantaleo Rizzo, Italien

Rebecca + Mauricio Wild, 

Marie-Anges Dumas, France

Wie sieht es im Ausland aus?
Bericht vom SRI Italien
Bericht aus Süd-America
Bericht aus Frankreich
Sa 9:30
1.3 Dr. Hugo Godschalk, Frankfurt Andere Geldformen
"Local currency in Papiergeldform"
verhindert
1.4 Norbert Baier, Freiburg Einführung in die Lokale Agenda 21
Was können Tauschringe der LA21 bieten? 
Was haben Tauschringe von der LA21?
Sa 11:30

2. Bewertung der Arbeit im sozialen Miteinander

Die klassische Lohn-Arbeitsgesellschaft mit "Vollbeschäftigung" ist nicht mehr erreichbar. Gleichzeitig nimmt
die täglich zu verrichtende Arbeit weiter zu. Unbezahlte Arbeit ist nach wie vor schlechter angesehen.
Welchen sozialpolitischen Entwicklungen wird durch die Tauschsysteme Vorschub geleistet?
Welche anderen Wertsysteme können in Tauschringen erfahren und ausprobiert werden?
Nr Referent, Organisation Thema / Titel Status
2.1 Dr. Monika Schillat, TU Berlin 3. Sektor, lokale Ökonomie
Potentiale des Tauschringprinzips zur Schaffung von Arbeit
Sa 15:00

3. Womit sind wir angetreten? Was geht gemeinsam weiter?

Das Selbstverständnis der Tauschringe:
Wir möchten Positionen der Tauschsysteme bestimmen, die uns in der politischen und gesellschaftlichen
Auseinandersetzung mehr Kraft geben. Dabei geht es u.a. um Begriffsbestimmungen.
- Welchen Ökonomiebegriff haben Tauschsysteme, wo sind die Unterschiede zur "normalen" Ökonomie?
- Was ist sozial an Tauschsystemen?
- Wie schätzen wir die Tauschring-Bewegung ein im Verhältnis zu anderen (sozialen) Bewegungen?
- Wo sind unsere Schnittstellen zu anderen sozialen Bewegungen?
- Was sind unsere Stärken und was sind unsere Schwächen?
- Wie soll unsere bisherige föderale Organisationsstruktur auf  Bundesebene weiterentwickelt werden?
- Was kann auf Tauschring-Bundestreffen beschlossen werden?
- Wie sieht ein erfolgreicher "Tauschkodex" aus? Was sind Grundforderungen an Tauschethik und Tauschökonomie?
Die Fragestellungen zu diesem Themenbereich sollen bis zum Bundestreffen noch konkretisiert werden, um sinnlose Diskussionen zu vermeiden. Der Letzte Stand in Rostock war ein Positionspapier der BAG.
Nr Referent, Organisation Thema / Titel Status
3.1 Elisabeth Hollerbach, 
Tauschforum München München
"Zukunftswerkstatt" 
Tauschen als neue Lebenshaltung
Sa 11:30
3.2 Sabine Wacker, Heidelberg Das Selbstverständnis der Tauschringe im Boom lokaler Netzwerke. Sa 15:00
3.3 Dr. Regine Deschle, Rostock Bundestreffen - Was soll's? - Ziele, Inhalte, Struktur von Bundestreffen Sa 9:30
3.4 Helfried Lohmann, Kalsruhe Weiterentwicklung der föderalen Organisationsstruktur der Tauschringe auf Bundesebene So 9:30
3.5 Helfried Lohmann, Ka Womit sind wir angetreten? Was geht gemeinsam weiter? Diskussion
3.6 Helfried Lohmann, Ka Eigenverantwortung und soziales Engagement Diskussion

4. Tauschring-Praxis

Natürlich soll es auch wieder Arbeitsgruppen zu den "Dauerthemen" der Tauschring-Szene geben (Vernetzung, Gründung, rechtliche Situation usw.).
Nr Referent, Organisation  Thema / Titel Status
4.1 Klaus Kleffmann, Osnabrück, Tauschring-Archiv Überregionaler Tausch, Ressourcen-Tauschring  Sa 15:00
4.2 Stefan Purwin, Berlin/ Kreuzberg Zur Rechtslage der Tauschringe
Was sagen Finanz-, Arbeits- und Sozialamt zum Ringtausch?
Sa 9:30
4.3 Ursula Kisse, Hamburg-Nord Öffentlichkeitsarbeit Vorschlag
4.4  ? Konfliktlösung  in Tauschringen Vorschlag 
4.5 ? Büroorganisation: Kostenkalkulation und Abrechnung, Software, Internet-Kommunikation Vorschlag
4.6 Klaus Kleffmann, Osnabrück Literatur und wissenschaftliche Arbeiten über Tauschringe Sa 15:00 
4.7 Norbert Baier, Freiburg Gewerbe in Tauschringen. So 9:00
4.8 Dr. Regine Deschle, Rostock Tauschkonten - Anreiz und Bremse beim Tauschen
Wie gehen wir mit hohen und niedrigen Kontoständen um? Was machen wir mit unserem Sammelkonto?
Sa 11:30
4.9 Dietzenbach Senioren-Selbsthilfe  So 9:00
4.10 Helge Ruben Tauschring-Verwaltungssoftware Vorschlag
4.11 Ursula Kisse, Hamburg-Nord Wie gründe ich einen Tauschring Vorschlag
4.12 Wolfgang Almenritter, Flensburg Ein Vorschlag zur Gewerbeintegration Vorschlag
4.13 Sabine Wacker, Heidelberg Zusammenarbeit mit Initiativen, Institutionen und Behörden Sa 9:00
4.14 Helfried Lohmann Auswertung des Fragebogens zur TR-Entwicklung Sa 17:00

5. Sonstige Themen

Nr Referent, Organisation Thema / Titel Status
5.1 Günter Koch, Erlangen, Goldring  "Das Patentrezept"
Staat ohne Steuern - Bürgergeld für jeden
Sa 9:30
5.2 Rolf Schröder, Hannover Schreibwerkstatt: Sozialutopien - Dualwirtschaft Sa 15:00
5.3 Johannes "Hanni" Zettl  Erkenntnisse und Lehren für die Gegenwart
Ein Diskussionsbeitrag, den ich nicht genau einordnen kann
Diskussion
5.4 Werner Bareis, Göppingen Tauschringe – Warum sie wirklich entstanden sind Diskussion

6. Professionelle Schulungsangebote auf Talent-Basis

Am Freitag vor Beginn der Tagung von 11:00 bis 16:00 Uhr möchten wir verschiedene Schulungen anbieten. Von professionellen Tauschring-Mitgliedern auf Tauschbasis mit Themen, die für Tauschring-Mitglieder und Freunde interessant sein können.
Wenn die Themen auch als berufliche Weiterbildung interessant sind, können sich einige schon eher treffen und mit gutem Gewissen einen Tag Bildungsurlaub und evtl. sogar Fahrtkostenzuschüsse ihrer Arbeitgeber mitnehmen.
Nr Referent, Organisation Thema / Titel Status
6.3 Helfried Lohmann, Karlsruhe Qualitätsmanagement
Grundlagen des QM in Organisationen
Der kontinuierliche Verbesserungsprozess
Fr 11:00
6.7 Syncos-GmbH, Karlsruhe Kommunikation im Internet
Wie benutze ich eMail und www?
Fr 11:00
6.8 Klaus Günzel, Karlsruhe  Wie bekomme ich die Marktzeitung ins Internet? Fr 14:00 



 

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Ziele des Tauschring Bundestreffens 2000

Diskussionsbeitrag von Helfried Lohmann, Karlsruhe

Welche Ziele können für das Bundestreffen gesteckt werden?
Es sind nur ein Teil der Tauschringe vertreten.
Die Delegierten haben nur eingeschränkte Kompetenzen für ihre Tauschringe.

Realistische Ziele können sein:
- Anregungen in die Tauschringe mitnehmen.
- Neue Menschen für Aufgaben auf Bundesebene gewinnen.
- Menschen, die Aufgaben auf Bundesebene übernommen haben, den Rücken stärken.
- In der Öffentlichkeit auftreten

Was können wir nicht erwarten?
Große gemeinsame Ziele und politische Erklärungen. Wir müssen mit dem Pluralismus leben und die Stärken entwicklen. Die Standortbestimmung vom Bundestreffen in München wird weiter Bestand haben - mehr nicht.

Als Ergebnis des Treffens und der Aufgabenverteilung auf Bundesebene wünsche ich mir eine komplexe Informationssammlung, die immer aktuell gehalten wird. Nicht einzelne machen in mühevoller Arbeit ein Buch, welches nach dem Druck veraltet, sondern viele halten die Information aktuell. Für jedes Thema gibt es eindeutige Ansprechpartner und ein Netz von Leuten, die weiterhelfen.

Als Medium sollten wir das Internet benutzen, wo von einer Zentralen Seite zu den verschiedenen Themengebieten verzeigert wird. Wenn jemand seine übernommenen Aufgaben nicht mehr erfüllen kann, so kann die bisherige Arbeit an den nächsten übergeben werden.

Damit wir diese Ziele erreichen können, brauchen wir Menschen, die mitarbeiten möchten. Jeder möge sich fragen, was er oder sie zu übernehmen könnte. Detaillierte Aufgabenbeschreibungen stehen im Reader.
Adressliste Kreuzberger Tauschring 
Internet-Adressen, Linkliste  ?
Archiv Tauschring-Archiv, Klaus Kleffmann 
Bundestreffen 2001 ?
Zeitschrift als Diskussionsforen Tauschsystem-Nachrichten, Klaus Kleffmann u.a.
Mailing-Liste als Diskussionsforum Klaus Kleffmann
Integration von Gewerbetreibe Norbert Baier, Freiburg
Tauschring-Gründung ?
Haftungsrecht ?
Internationale Kontakte ?
Verbindung nach Österreich Reinhard Pichler
Verbindung in die Schweiz Renato Pichler
Zusammenarbeit mit Städten / Gemeinden ?
Literaturliste ?
Lobby-Arbeit ?
Softwareliste Klaus Günzel,  Karlsruhe
Sozialrecht Stefan Purwin, Kreuzberg
Statistik ?
Steuerrecht ?
Vereinsrecht ?
Pressearbeit ?
Überregionaler Tausch Ressourcen-Tauschring, Klaus Kleffmann
Bundes-Coach (Pflege dieser Liste) Helfried Lohmann, Karlsruhe
Lokale Agenda 21 Uta Hermel - Baden-Baden, Klaus Fournell - Freiburg
Termine  TSN, Mailing-Liste 


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Föderale Organisation der Tauschringe

- bundesweite Aufgabenverteilung -

ENTWURF zur Beschlußfassung auf dem Abschlußplenum.
Jeder möge sich im voraus überlegen, ob er oder sie eine Aufgabe übernehmen möchte.

Diskussionsbeitrag von Helfried Lohmann zum Tauschring-Bundestreffen 2000
aktueller Stand: 13.9.2000

Wie wird zusammengearbeitet?
Welche Aufgaben?


Motivation

Die bundesweite Organisation der Tauschringe krankt an verschiedenen Enden. Ein Dachverband wurde immer wieder abgelehnt. Die BAG hat ihren anfänglichen Schwung verloren. Wir können aber nicht einfach auf jede Bundesorganisation verzichten, weil das ein Vakuum schafft, in dem sich Einzelne oder Gruppen zu Bundessprechern aufschwingen.

Ich möchte den Gedanken der föderalen Organisation der Tauschringe wieder aufnehmen, das heißt eine Verteilung der Aufgaben auf verschiedene Menschen/Organisationen im Bundesgebiet .

Was wir brauchen, sind Menschen, die für eine bestimmte Zeit bestimmte Aufgaben auf  Bundesebene übernehmen. Nach einem Jahr (auf dem nächsten Bundestreffen) kann die Aufgabe an einen anderen übergeben werden. Diese Menschen müssen wissen, was von ihnen erwartet wird und wieviel Arbeit das bedeutet.

Also versuche ich mal eine Aufgabenbeschreibung zu entwerfen. Diese Aufzählung erhebt noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Korrektheit. Die Aufgaben sollten bis zum Ende des Bundestreffens so konkretisiert und abgeändert werden, daß diejenigen, die die Aufgabe übernehmen, die Arbeit auch machen können und wollen.


Wie wird zusammen gearbeitet?

Die Verantwortlichen stehen als Ansprechpartner zur Verfügung. Ob sie die Aufgabe allein oder in einer Gruppe erledigen, spielt keine Rolle.

Alle, die eine Bundesaufgabe übernommen haben, bilden zusammen ein Team. Sie sollen zusammenarbeiten und sich gegenseitig bestärken.

Auf den Bundestreffen wird die Bereitschaftserklärung der Einzelnen (durch Abstimmung?) bestätigt. Für jede Aufgabe werden ein Verantwortlicher und eine Vertretung benannt werden.

Damit die Verantwortlichen (und natürlich auch die Vertretungen) sich als Team entwicklen können, kommuniziert jeder seine wichtigsten Aktivitäten an alle anderen, z.B. über einen eMail-Verteiler auf dem nur die Informationen der Bundesorganisation verteilt werden (und keine langwierigen Diskussionen über Gott und die Welt)

Die Aufgabenverteilung entsteht durch freiwillige Selbstverpflichtung der genannten Leute (für ihren Tauschring). Wenn Kritik an den Leuten oder der Qualität ihrer Arbeit besteht, sollten wir in einen solidarischen und kritischen Dialog mit den Betroffenen eintreten, bessere Lösungen vorschlagen oder im beiderseitigen Einvernehmen die Aufgaben an eine andere (Tauschring-Organisation oder Person) weitergeben.

Generell gilt:

  1. Alle Gruppen und Leute, die wichtige Informationen zu dem jeweiligen Thema haben, sollen diese von sich aus an die Verantwortlichen schicken.
  2. Die Verantwortlichen recherchieren selbständig nach neuen und geänderten Informationen.
  3. Die Information muß auch für außenstehende Leser aufbereitet werden.
  4. Ein einfacher und kostengünstiger Zugriff wird per WWW/Internet für alle ermöglicht. Neben dem Web-Design wird auch eine druckbare Version zum Herunterladen bereit gestellt.

Die Arbeitsbereiche sind:

Aufgaben und Verantwortliche
Adressliste
Adressenliste der Tauschringe in Deutschland pflegen und gesammelt zur Verfügung stellen.
- Allen Änderungen nachgehen und in die Liste eintragen. 
- Wer eine Adressänderunge bemerkt, soll sie den Verantwortlichen  mitteilen.
- Liste mindestens 2 mal im Jahr aktuell veröffentlichen.
Siehe http://www.nachbarschaftshaus.de/tausch/tausch.html
Kreuzberger Tauschring - 
c/o Nachbarschaftsheim, 
Urbanstr. 21, D-10961 Berlin, 
Tel. 030/6922351
Kreuzberger.tauschring@gmx.de
Internet-Adressen
Linkliste von Tauschring-Homepages erstellen und pflegen. - Aus der Adressliste können Web-Adressen entnommen werden. Beim Testen der Verbindung sollten Fehler auch an die Verantwortlichen der Adressliste weitergegeben werden.
- Liste zwei mal im Jahr prüfen, ergänzen und aktualisieren.
Ergebniss >> http://www.tauschring.de/links. ??
?
Archiv
Allgemeine Informationssammlung und Recherche über Tauschringe. Periodische Veröffentlichungen über Entwicklungen in der Tauschringbewegung.
- Sammlung von Presseartikeln
- Sammlung von Diplomarbeiten
- Sammlung von ...
- Veröffentlichung der Listen wo?
Tauschring-Archiv
Klaus Kleffmann (Tauschring Osnabrück)
Hasenkamp 30, D-49504 Lotte
Tel. 05404/6197, Fax 05404/4822
archiv@tauschring-archiv.de
www.tauschring-archiv.de
Bundestreffen
Vorbereitungsgruppe für das nächste bundesweite Tauschringtreffen
wechselnde Tauschringe
1996 Halle
1997 Kassel
1998 München
1999 Rostock
2000 Karlsruhe, Baden-Baden, Wettersbach
Zeitschrift, Tauschsystem-Nachrichten
als Diskussionsforen
- Herausgabe mindestens 4x im Jahr
- Diskussionsbeiträge ohne Zensur drucken
- Zusammenfassung bekannter Diskussionsstände z.B: aus dem Internet ?
Klaus Kleffmann, Tauschring-Archiv

Elisabeth Hollerbach (LETS München) ?

Mailing-Liste als Diskussionsforum
technische Organisation, Hilfe für Interessierte
tauschsysteme@egroups.de
Klaus Kleffmann
Integration von Gewerbetreibenden
Information zu
- Integration von Gewerbetreibenden
- Steuererklärung in Talenten (Modelle und Erfahrungen)
- Preisgestaltung in Talenten (Modelle und Erfahrungen)
Texte zu diesen Themen 2x im Jahr aktualisieren und im Internet veröffentlichen. Thema ständig verfolgen.
?
Tauschring-Gründung
Information (Modelle und Erfahrungen)
- Wie gründe ich einen Tauschring?
- Welche Vorüberlegungen (Ziele, Selbstverständnis, ...)?
- Welche Rechtsform (Satzung, ...)?
- Welche Grundlagenentscheidungen (Spielregeln)?
- Welche Förderungsmöglichkeiten?
- Wie kann das Büro organisiert werden?
Texte zu diesen Themen 2x im Jahr aktualisieren und im Internet veröffentlichen.
?
Haftungsrecht
Information
- Zivilrecht, Haftungsrecht Grundlagen
- Wichtige Urteile bei Nachbarschaftshilfe
- Information über Haftpflichtversicherungen (welche Erfahrungen gibt es bei Haftpflichtfällen in Tauschring-aktivitäten?)
Texte zu diesen Themen 2x im Jahr aktualisieren und im Internet veröffentlichen. Thema ständig verfolgen.
?
Internationale Kontakte
Verbindungen zu Tauschringen im Ausland, internationale LETS-Systeme. Was tut sich im Ausland?
- Information sammeln
- Information über Deutschland an ander schicken.
- Kontakte halten und aufbauen.
Texte zu diesen Themen 2x im Jahr aktualisieren und im Internet veröffentlichen. Thema ständig verfolgen.
?
Verbindung nach Österreich
- Was tut sich im Ausland?
- Was tut sich bei uns?
Texte zu diesen Themen 2x im Jahr aktualisieren und im Internet veröffentlichen.  Thema ständig verfolgen.
Reinhard Pichler
TKS-TauschKreis Service, Saileräckergasse 40/2/8, 
A-1190 Wien
Tel. 0043-4213-2046 39
Fax 0043-4213-2046 46
pichler@bildungshaus.at
ww.tauschrkreise.at
Verbindung in die Schweiz
- Was tut sich im Ausland?
- Was tut sich bei uns?
Texte zu diesen Themen 2x im Jahr aktualisieren und im Internet veröffentlichen.  Thema ständig verfolgen.
Renato Pichler
INWO Schweiz
Postfach
CH-5001 Aarau
http://www.talent.ch
Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden
Information
- Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden
- Mitgliedschaft von öffentlichen Institutionen in Tauschringen. (Modelle und Erfahrungen)
Ansprechbar sein und Kontakte vermitteln für Fragen von Seiten der öffentlichen Institutionen über die Mitgliedschaft im TR.
Texte zu diesen Themen 2x im Jahr aktualisieren und im Internet veröffentlichen. Thema ständig verfolgen.
?
Literaturliste
Liste mit Büchern und Veröffentlichungen über Tauschringe.
2x im Jahr aktualisieren und im Internet veröffentlichen.
?
Lobby-Arbeit
- Beobachtung politischer Aktivitäten in Bonn/Berlin. 
- Informationssammlung über politische Aktivitäten der TR
- Ansprechbar für Politiker (3 Namen)
- Information bereitstellen, welcher Politiker/Entscheider wollte wann was wissen und was wurde ihm gesagt?
- Liste der Aktivitäten 2x im Jahr aktualisieren und im Internet veröffentlichen.
Jeder arbeitet auf eigene Verantwortung und teilt den anderen mit, was er/sie gemacht hat.
?

Software
Information über Software für Tauschringe
- Liste 2x im Jahr aktualisieren und im Internet veröffentlichen
http://home.t-online.de/home/tauschring.ka/tr_softw.htm.
Helfried Lohmann, Tauschring Karlsruhe, Hardtstr. 37a, D-76185 Karlsruhe, Tel./Fax 0721-9553541, eMail: tauschring.ka@t-online.de.
Sozialrecht
Information über Rechtsfragen im Zusammenhang mit Tauschringen.
- Was sagen die Sozialämter zum Mitmachen im TR?
- Was sagen die Arbeitsämter  zum Mitmachen im TR?
- Was sagen die Sozialversicherer zum TR?
Texte 2x im Jahr aktualisieren und im Internet veröffentlichen. Thema ständig verfolgen.
Ansprechpartner: Stefan Purwin, Kreuzberger Tauschring, c/o Nachbarschaftsheim, Urbanstr. 21, D-10961 Berlin, Tel. 030/6922351 o. 6904970, eMail: dillqeag@sp.zrz.TU-Berlin.de.
Statistik
Auswertung von bekannten Zahlen und Sammlung von Statistiken zum Thema.
Veröffentlichung der Auswertung von Umfragen  im Internet (z.B. von den Bundestreffen)
?
Steuerrecht
Information zu Rechtsfragen im Zusammenhang mit Tauschringen.
- Wieviel Tauschhandel ist auf jeden Fall legal?
- Ab wieviel Tauschumsatz kann es Streit geben?
- Welche Pflichten haben Gewerbetreibende im TR?
Texte 2x im Jahr aktualisieren und im Internet veröffentlichen. Thema ständig verfolgen.
?
Vereinsrecht
Information zu Rechtsfragen im Zusammenhang mit Tauschringen. Informationen zu Organisationsformen, öffentlichen Fördermitteln und Zuschüsse.
Texte 2x im Jahr aktualisieren und im Internet veröffentlichen. Thema ständig verfolgen.
?
Pressearbeit
- Ansprechbar für Pressefragen sein
- Kontakte der Presse zu kompetenten Leuten vermitteln
- ?...
?
Überregionaler Tausch
Information über die Möglichkeiten, überregional zu tauschen.
- Handhabung von überreginalen Tauschgeschäften ohne den Ressourcentauschring mit einzelnen oder allgemeinen Außenkonten (Modelle und Erfahrungen veröffentlichen).
- Verrechnung/Clearing von Tauschleistungen zwischen TR
- Überregionale Marktzeitung
Ressourcen-Tauschring
?
"Bundes-Coach"
Kontakt halten zu allen Verantwortlichen auf Bundesebene. 
- 4x im Jahr diese Liste durchgehen und die Adressen prüfen und aktualisieren. Wenn Verantwortliche nicht mehr erreichbar sind, die Vertretung ansprechen und aktivieren.?
Helfried Lohmann, Karlsruhe
Lokale Agenda 21
Information
- Die Rolle von Tauschringen im Prozess der LA21 (Modelle und Erfahrungen)
- In welcher Stadt macht der Tauschring wie in der LA21 mit?
Texte zwei mal im Jahr aktualisieren. Thema ständig verfolgen.
Uta Hermel, Baden-Baden
Klaus Fournell, Freiburg
Termine 
- Wo findest wann was überreginales statt ?
- kurzfristiges Termine über eGroups.
Liste im Internet einmal pro Monat akutalisieren.
TSN, Mailing-Liste 



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Eigenverantwortung und soziales Engagement

Diskussionsbeitrag zum Titel-Thema des TR Bundestreffens
gehalten auf dem Markttag der TR-Ka von Helfried Lohmann, 13.9.00

Worin besteht der Zusammenhang von Eigenverantwortung und Sozialem Engagement in Tauschringen?
Das im TR eigenververantwortung gefragt ist, ist offensichtlich. Nur so funktioniert der Tauschring. Nicht nur, daß wir Verantwortung für unser Handeln übernehmen müssen - das sollten wir immer tun. Es ist eine besondere Form von Eigenverantwortung gefragt, nämlich selbständiges unternehmerisches Handeln. Und das wird in unserer Kultur meist nicht mit sozialem Engagement in Zusammenhang gebracht. Aber unter bestimmten Bedingungen gibt es den Zusammenhang eben doch; z.B. in Tauschringen.

Gemeinhin bringen wir soziales Engagement mit karitativem oder selbstlosem Handeln in Verbindung. Die Fragen stellen sich: wer das auf Dauer aushält und wem das zu nutze kommt. Das soziales Engagement gegenüber Schwachen und Hilfsbedürftigen Geschöpfen richtug ist und für ein Lebenswertes Leben nützlich, das steht außer Frage. Die Frage, wem welche Art von Hilfe zu welchem Zeitpunkt wie weit nützt, läßt sich nicht im allgemeinen Behandeln, sondern nur im Detail.

Die andere Frage (wer selbstloses Handeln auf Dauer aushält?) ist für uns in den Tauschringen sehr interessant. Ich unterstelle, daß nur sehr wenige Menschen auf dauer selbstlos handeln. Aber es gibt eine Fülle von Gegeleistungen verschiedener Art, die als solche (teilweise unausgesprochen) akzeptiert werden.
Geld - soziale Anerkennung - Bewunderung - Dankbarkeit - Selbstverwirklichung - Kontaktmöglichkeiten - zärtliche Berührung - Erleuchtung - Erfahrung - spätere Zuwendung - spätere Arbeitserleichterung - Erkenntnisgewinn - Identifikationsmöglichkeit.

Im Tauschring kommt die "Zeit" als ein "Gegenwert" dazu. Die Zeit als Gegenwert ist weniger emotional besetzt, wie die meisten anderen genannten Werte. Die Zeit ist auch ein objektiverer Wert als Geld, weil der Geldwert von Leistungen bei uns durch kapitalistische Marktgesetze (ich meine das hier nicht abwertend sondern beschreibend) verzerrt ist.

Und was hat das mit sozialem Engagement zu tun?

Jeder, der im TR aktiv ist, kennt die sozialen Aspekte dieser Arbeit. Die Kontaktmöglichkeiten entlang direkter persönlicher Bedürfnisse der Hilfe in bestimmten Situationen. Nicht über die Kneipe oder den Verein, in denen man ganz andere Dinge zusammen macht, als die, die man vielleicht grade braucht. Aber ich möchte hier auf einen anderen Aspekt abheben. Die Grenze von sozialem Engagement ist da erreicht, wo man sich ausgenutzt fühlt. Niemand wird sich auf Dauer einer Situation aussetzen, in der das Gefühl des ausgenutzt werdens aufkommt. Ich sage nicht, daß sich niemand auf Dauer ausnutzen ließe; in ökonomische Hinsicht, aber auch emotional gibt es das sehr wohl. Aber das Gefühl des Ausgenutzt werdens verhinder soziales Engagement - selbst da, wo es dringend angebracht wäre.

Vielleicht hat es etwas mit Selbstwert zu tun; wahrscheinlich ist es ein Gemisch von Gefühlen und Wertesystemen, das entscheidet, ob ich z.B. das zusammenleben mit Kindern als belastende Arbeit oder beglückende Selbstverwirktlichung empfinde (um im Beispiel zwei extreme zu nennen). In Tauschringen können mit der Zeitwährung (oder ganz freien Verrechnungssystemen) andere Wertesysteme ausprobiert werden. Sich ausprobieren im Zusammensein mit Menschen, die ähnliche Ideen teilen und i.d.R. Vertrauensvorschuß geben, aber außerhalb des ganz persönlichen Rahmens wo möglicher Weise Empfindlichkeiten berücksichtig weden müssen und die Menschen sich nicht unbedingt ganz frei entscheiden können, an einem Experiment mitzuwirken. Die gemachten Erfahrungen aus dem Tauschring können helfen, sich selbst und die eigenen Wertesysteme besser kennen zu lernen, zu hinterfragen und zu verändern.

Wenn es sich komisch anfühlt, eine Hilfeleistung z.B. gegen ein Lächeln einzutauschen, dann gilt immer noch die Zeitwährung und ich kann nach getaner Arbeit die Zeit aufschreiben. Dann war es wenigstens keine Vertane Zeit.
 

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Modell des SRI in Italien

Name: Sistema di reciprocità Indiretta – "SRI" (System Indirekter Gegenseitigkeit = "Wechselseitigkeit"). Das SRI ist ein "Interinformations-System", ähnlich wie die LETS, SEL, TR., REL u.s.w.

Entstehung: Die Bezeichnung SRI entsteht am 6. Mai 1997, die Initiative gibt es aber schon seit dem 7. Oktober 1996 unter dem damaligen Namen "System lokalen Austauschs" (SSL – Sistema di Scambio Locale), das aus juristischen Gründen unter der Bezeichnung "Verband für Gesellschaftliche und Wirtschaftliche Entwicklung von Martano"– ASSEM (Associazione per lo Sviluppo Sociale ed Economico di Martano) operativ wurde.

Adressen: Genau wie bei den LETS, SEL usw. hat das SRI keinen festen Sitz. Das SRI untergliedert sich in einige lokal arbeitende Gruppen. Einige Teilnehmer vom SRI arbeiten in einer thematischen Gruppe namens "Asterisco" (â Sternchen) mit, die sich mit den theoretischen Aspekten der "Interinformations-Systeme" und der "multilateralen Einbindungen (multilateralen - Rileanza)" (s.u.) befassen. Die Gruppen stehen ständig in Interinformation. Es folgen einige Adressen.

Thematische Gruppe "Asterisco": pantaleorizzo@mail.clio.it ; gianbianco@libero.it;

Via Costantino 54, I-73025 Martano (Lecce) Italia. Tel. 0039 0836 575772

Territoriale Gruppe Sogliano Cavour: Via Pascoli 55, I-73010 Sogliano Cavour (Lecce)

Territoriale Gruppe von Martano: Via Costantino 54, I-73025 Martano (Lecce)

Territoriale Gruppe " CaSe": Via Tripoli 5 (Serrano),I-73020 Carpignano Salentino (Lecce)

Vertreter: Das SRI hat keine eigene "Organisationsform", darum existiert auch kein "offizieller Vertreter". Jeder Teilnehmer interpretiert in den anderen seine eigene Pluralität . Nach außen hin vertritt jeder Teilnehmer des SRI alltäglich zwei Aspekte - einmal eine multilaterale Vorstellung, wie sie typisch ist zwischen Freunden und guten Nachbarn, und zum anderen eine organisatorische Vorstellung der konkreten Arbeitsteilung.

Erfahrungsbericht: Die Initiative wurde im Mai’96 in Martano (Lecce) von Dr. Pantaleo Rizzo ins Leben gerufen, mit der Zielsetzung, die Bedingungen zu schaffen, unter denen verschiedene Teilnehmergruppen entstehen konnten; die notwendige Grundlage für ein Projekt von Einbindung (Rileanza) in Respekt vor Verschiedenheit. Freunde und Nachbarn interessierten sich für das Projekt, so dass, mit der Einführung der Interinformation, eine Vorstellung von Freundschaft und guter Nachbarschaft erweckt wurde, die sich mit Hilfe einer Verrechnungseinheit, die nicht dem herkömmlichen Geld entspricht, konkretisierte. Bei der ersten Versammlung wurde befürwortet, diese Idee allen Mitbürgern zugänglich zu machen. So begann der Versuch, die Vorstellung von Freundschaft und die Vorstellung von Organisation in Differenzierung zu vereinigen, indem die "ASSEM" (s.o.) gegründet wurde. Nach zwei Jahren ist der Versuch "ASSEM" jedoch gescheitert, infolge einer Reihe von kontroversen Auseinandersetzungen bezüglich der Notwendigkeit einer offiziellen Vertretung. Die Vorstellung von Freundschaft, konstituiert im SRI, blieb jedoch in einigen territorialen Gruppen aktiv. Fünf Teilnehmer, darunter auch der ehemalige Koordinator (Pantaleo Rizzo), nahmen die Auflösung der ASSEM zum Anlass, am 26.2.99 die thematische Gruppe "Asterisco" zu gründen, um die "Interinformations-Systeme" und die "multilaterale Einbindung (Rileanza)" genauer zu erforschen. Drei territoriale Gruppen haben sich schon dem "Asterisco" angeschlossen, eine vierte, die sich noch im Aufbau befindet, wird bald dazu stoßen. Die alltäglichen Beobachtungen und deren Austausch in den wöchentlichen Treffen haben dazu beigetragen, dass die Gruppe "Asterisco" gelernt hat, die Vorstellung von Freundschaft und guter Nachbarschaft als multilaterale Vorstellung zu begreifen. Wir versuchen, dies in den folgenden vier Abbildungen darzustellen. In der ersten Abbildung sieht man die Teilnehmer im Kreis angeordnet: jeder Teilnehmer sieht sich allen anderen Teilnehmern gegenüber, zu denen er in einem gleichberechtigten Verhältnis steht, weil der Kreis es nicht zulässt, dass Machtverhältnisse entstehen. In der zweiten Abbildung sieht man die Durchführung der Transfers (wir nennen es nicht Tausch), die nur innerhalb des Teilnehmerkreises stattfinden; jeder Teilnehmer ist selbst dafür zuständig, eine Initiative zu ergreifen. Jeder ist ein "Autor" (im Sinne von Urheber) der den Trasfer bewegt, ob, wann, wie, wie viel, wo, was und mit wem er will. In der dritten Abbildung sieht man die Teilnehmer in Interinformation (jeder gibt, bearbeitet und bekommt alle bearbeiteten Informationen). Nach jedem Transfer füllt der Teilnehmer, der bekommt, ein "Informativ" aus, das eine Verrechnungseinheit darstellt (im Sinne der Göttin Moneta : "diejenige, die wahr-nimmt"), die nicht gleichzusetzen ist mit den herkömmlichen Banknoten. Dieses "Geld" wird ausgestellt im Sinne einer eigenen Pluralität (unter dem Aspekt der "Metonymie" überträgt der Teilnehmer seine Pluralität auf seinen Partner, mit dem er transferiert; unter dem Aspekt der "Metapher" kann jeder Teilnehmer jede Pluralität interpretieren, mit Ausnahme seiner eigenen). Es wird niemals von einem Zentralorgan ausgestellt, wie im Falle des herkömmlichen Geldes. Aus den Buchungen aller Informative entsteht eine "multilaterale Symmetrie", weil das Guthaben jedes persönlichen Kontos sich symmetrisch zu der algebraischen Summe der Pluralität der anderen Konten verhält. Das führt dazu, dass aus der direkten Gegenseitigkeit, wie bei Freundschaft und guter Nachbarschaft, durch das Zwischenschalten der Interinformation eine indirekte Gegenseitigkeit (Wechselseitigkeit) wird, weil sich zwischen den Teilnehmer und seine Pluralität eine "Kreuzung" schiebt. "Pluralität" ist hier zu verstehen wie eine nicht-organisierte Vielheit. Auf der "Kreuzung" befindet sich kein Teilnehmer (Nichtvorhandensein einer Vertretung), denn nur so kann jeder Teilnehmer jederzeit jeden anderen direkt erreichen. In der vierten Abbildung sieht man die emotionalen Bindungen der Teilnehmer: die Anordnung dieser emotionalen Bindungen bildet einen "Asterisco" ( â Stern); an den Zacken befinden sich die Teilnehmer, die kreisförmig angeordnet sind, und im Zentrum ist die "Kreuzung". So entsteht die "multilaterale Einbindung (multilaterale-Rileanza)". Diese Einbindung unterscheidet sich von der sozialen Solidarität oder einer organisatorischen Einbindung durch die Bindung des Teilnehmers an seine eigene Pluralität, niemals an eine soziale Institution oder eine Behörde. Die Bindung Teilnehmer-Pluralität ist individuell und von emotionaler Art, niemals kollektiv oder funktional. Durch die multilaterale Vorstellung kann man einem Teilnehmer etwas geben und von einem anderen etwas bekommen, ohne in die organisatorische Vorstellung von Arbeitsteilung zurück zu fallen (eine unmögliche Vorstellung im herkömmlichen Bereich von Freundschaft und guter Nachbarschaft).
 


1. Anordnung im Kreis 2. Transfer 3. System von Interinformation 4.Multilaterale Einbindung
 

Was wird transferiert: Im SRI werden Gefälligkeiten, Wissen und Gegenstände transferiert. Diese Bewegungen werden als "Transfers" bezeichnet, nicht als "Tausch". Wir reden von "Gefälligkeiten" und nicht von "Dienstleistungen", weil ein Transfer sich hauptsächlich durch eine emotional positive Einstellung kennzeichnet und nicht hauptsächlich wegen eines funktionalen Vertrags. Der Status des Transfers ist "Gabe" und nicht "Ware".

Verrechnungseinheit: Im SRI gibt es zwei Verrechnungseinheiten: den "Misthòs" und die "Lebenszeit". Der Misthòs wird benötigt, um den subjektiven Gefühlswert auszudrücken und betrifft den "Grad der Freiheit der Geste des Gebens, so wie es vom Empfänger verstanden wird". Die Lebensstunde (bzw. die entsprechenden Teilzeiten) braucht man, um objektiv den zeitmäßig messbaren Wert auszudrücken, sie betrifft die Zeit, die der Geber benötigt, bis der Transfer zu Ende gebracht ist. Durch die Umrechnung von einer Lebensstunde in zehn Misthòs ergibt sich, bei Addition der beiden Summen, die einzige Verrechnungseinheit des SRI: der Misthòs. In der Summe der beiden Tauscheinheiten drückt sich dann der "Anerkennungswert" aus. (1 Stunde = 10 Misthòs)

Mitteilungen: Nach außen wird mit dem "InfoSRI" kommuniziert. Dieser besteht aus einem "illustrierten Faltblatt", "Beispiele für Transfers", " Regeln des SRI", "Heftchen mit allen Informationen zum Aufbau eines SRI", "Geschichte des SRI", " Vorstellungen : die organisatorische und die multilaterale Vorstellung". Der jeweils aktualisierte InfoSRI kann bei der thematischen Gruppe "Asterisco" angefordert werden.

Veröffentlichungen: Unsere Erfahrung wurde in Examens- und Doktorarbeiten ausgewertet, in Zeitungen behandelt, es wurden Dokumentationen in Radio und Fernsehen gesendet ( unter anderen in "Speciale del TG1 vom 1.2 1997"), auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene.

1) Dokumentation des internationalen Treffens: "Die lokalen Systeme der Indirekten

Gegenseitigkeit"; 11. - 12. August 1998, Martano (Lecce).
- einige der Beiträge sind als Artikel publiziert in: "Dossier: autours des SEL", Silence,

Nr.246/247-1999, Frankreich - alle Beiträge sind im Internet unter der folgenden Adresse abrufbar:

http://www.regione.emilia-romagna.it/ass psociali/btempo/index.htm

- alle Beiträge und die gesamte Debatte können ( auf italienisch und französisch) bei der thematischen Gruppe "Asterisco" angefordert werden.

2) Pantaleo Rizzo <Réciprocitè Indirecte et Symétrie : l’émergence d’une nouvelle forme de solidarité, in: Jean-Michel Servet (Hrsg.), Exclusion et Liens financiers, Paris, Ed. Economica, 1999.

3) Ute Anacker und Pantaleo Rizzo (Bearbeitung), " InfoSRI Nr.1, Jahr 2000", anzufordern bei der thematischen Gruppe "Asterisco".


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REPORT ON THE SINTRAL CONGRESS IN PLAYAS, ECUADOR.

Mauricio Wild, 2.07.2000. Übersetzung von Katharina Stiffel, TR-Wettersbach

Angesichts dessen, was hier in Ecuador, besonders bei den Tauschringen passiert ist, scheint es mir lange her, daß ich unsere Erfahrungen mit dir geteilt habe. Trotz allem Streß und intensiver Arbeit sind wir gesund und hoffen, daß das bei Euch auch der Fall ist.

Als wir im Mai Tauschring Gruppen in den indianischen Gemeinden in der Provinz Chimborazo begannen, spürte ich in den Unterhaltungen mit den Indianern deutlich, daß wir einen Weg finden mußten, um eine Begegnung der verschiedenen Gruppen zu ermöglichen. Deshalb entschlossen wir uns, einen Kongreß zu organisieren für alle Koordinatoren der Tauschring Gruppen in Ecuador. Die zeitliche Koordinierung machte gewisse Probleme. Ich spürte, daß wir im Tauschring unbedingt Gruppen brauchten, die Reis anbauen. Seit zwei Monaten bemühen wir uns um Kontakte mit diesen. Aber es wurde nichts daraus. Die Kontakte, die ich hatte, bestanden zu Organisationsleitern und ich habe den Eindruck, daß viele von ihnen unter dem Deckmantel der Hilfe für die Armen nur ihre Macht erhalten wollen. Einen Kontakt mit den richtigen Personen ließen sie einfach nicht zu.

Ein weiterer Faktor, den es zu bedenken gilt, ist das Klima von Protest und womöglich politischer Gewalt im ganzen Land. Der Kongreß fand vom 19.bis 22. Juni in Playas statt. Von 75 Gruppen waren nur drei nicht vertreten. . Es stellte sich heraus, daß die Ursache des Problems mit einem Projektleiter zusammenhing, der Schwierigkeiten hat, Dinge zuzulassen, über die er keine Kontrolle hat. Mit den Gästen, die Erfahrungen in alternativer Technologie haben, waren wir insgesamt ungefähr 200 Teilnehmer.

Während der Vorbereitung der Kongreßtagesordnung erkannten wir, daß wir nicht wie gewohnt vorgehen konnten d. h. Seminargruppen organisieren, die Beschlüsse und Ergebnisse erarbeiten sollten. Wir mußten eine Struktur finden, die es ermöglichte, daß etwas ohne zuvor festgelegte Bestimmung entstehen konnte. Gleichzeitig mußten wir ehrlich genug sein zu erkennen, daß wir doch Ergebnisse erwarteten, obwohl wir spürten, daß wir das Vorgehen nicht lenken sollten. In dieser Situation griffen wir auf unsere Pestalozzi Erfahrung zurück und entschlossen uns, mit "vorbereiteten Umgebungen" zu arbeiten. Wir begannen 5 Felder vorzubereiten, die um die Grundelemente der Situation gruppiert waren:

1. Information über die momentane Lage der Tauschringe in Ecuador.

2. Eine Ecke, wo man mehr über die Hilfsmittel im praktischen Umgang mit den Tauschringen in Ecuador erfahren konnte.

3. Aus dem Bewußtsein heraus daß es ums schlichte Überleben geht, mußten wir unsere Bedürfnisse und Angebote deutlich machen. Vorbereitet wurden hierfür die Grundinstrumentarien wie Grundinformation, Listenerstellung und Formulare zum Ausfüllen. Angeleitet wurden Leute, die bereit waren, die zu begleiten, die Interesse zeigten, diese Vorgehensweise bei der Problemlösung kennenzulernen.

4. Eine Ecke, wo man sich mit den Erfordernissen der Kommunikation und des Transports befaßte.

5. Eine Ecke, wo man einige Geräte der alternativen Technologie kennenlernen konnte.

6. Ohne Vorbereitung einer besonderen Ecke waren wir von Anfang an bereit, uns mit dem Thema zu befassen "Bedürfnis nach Selbstverwirklichung", das sich in der Kreativität und in den Künsten ausdrückt. Am letzten Tag kam Leben in diese Ecke, weil die Teilnehmer spontan die Wichtigkeit dieses Aspektes des menschlichen Lebens erkannten.

Ein paar Teilnehmer hatten mit dieser Struktur Schwierigkeiten und am ersten Tag beklagten sich viele, daß das Fehlen der traditionellen Strukturen zu viel Verwirrung stifte. Aber bald wurde klar, daß sich die Stimmung änderte, sobald die Teilnehmer sich mehr bewußt wurden, daß sie verantwortlich waren für das, was passierte. Nur die Leute, die mehr formell erzogen waren, beklagten sich weiterhin, während die Ärmeren und Einfacheren anfingen, das zu tun, was ihren Interessen entsprach und sich mit absoluter Konzentration bemühten, etwas zu schaffen, was ihren Bedürfnissen entgegenkam. Ein Besucher mit beachtlichen Erfahrungen von Kongreßveranstaltungen sagte, daß er noch nie Arbeitsgruppen mit so viel Intensität und Konzentration erlebt habe ohne daß Techniken zur Motivation eingesetzt wurden.

Es gab auch Konflikte, aber das Schöne daran war, daß sie ausgedrückt und bearbeitet wurden. Bei einem bestimmten Punkt entschieden sich zwei Teilnehmer früher zu gehen (einer war kein Mitglied eines Tauschringes und war nicht eingeladen, erwartete aber ein Vorgehen nach seinem Kopf).

So oft wie möglich spielten die Gruppen Musik und tanzten - die typische Marimba von Esmeraldas, die Bomba von Chota oder die andische Musik von Cotacachi. Niemand verstand, wie es möglich war, Schwarze, Indianer und Mestizen so harmonisch und glücklich zu vereinen. Und unter den indianischen Gruppen waren Protestanten und Katholiken harmonisch zusammen ohne die Spannungen, die in manchen Provinzen zu erheblichen Konflikten, Gewalt und Todesfällen geführt hatten.

Ohne die Notwendigkeit, den Prozeß zu lenken und zu steuern, entstanden die gewünschten Ergebnisse. Die Menschen begegneten einander, schlossen Freundschaften und beschlossen, sich gegenseitig in ihren Bedürfnissen zu unterstützen. Man diskutierte eingehend, wie man das machen könnte. Viele kreative Ideen wurden vorgetragen. In ausführlichen Diskussionen wurde klar, daß niemand eine Institution ins Leben rufen wollte. Einzelne sollten aus eigenem Antrieb sich entschließen, sehr konkrete und sehr dringliche Aufgaben zu übernehmen. Drei Teilnehmer fanden sich bereit, als nationale Koordinatoren zu fungieren. Eine Teilnehmerin entschloß sich, mit Hilfe ihrer Studenten für soziale Kommunikation die Verantwortung für die Organisation eines Kommunikationsnetzes unter allen Gruppen zu übernehmen und ein monatliches Nachrichtenblatt zu veröffentlichen. Ein anderer übernahm die Verantwortung, die Bemühungen zur Unterstützung von alternativen Technologie-Geräten zu koordinieren. Sicherlich müssen wir erst die wirklichen Ergebnisse abwarten. Nach allem, was in den letzten drei Monaten passiert ist, und weil ich erfahren habe, wie hoffnungsvoll und glücklich all diese Menschen waren, zweifle ich nicht mehr daran, daß viele wichtige und dringend nötige Schritte sich aus diesem Treffen ergeben werden.

Viele Gruppen in den Städten wie Esmeraldas und Loja befinden sich in den Slums. Sie leben ohne Hoffnung, kaum eine Mahlzeit pro Tag, ständig auf der Suche nach Arbeit, um ein Einkommen zu haben. Wenn sie Glück haben und etwas Geld verdienen, ist es gewöhnlich unter dem Minimum eines menschenwürdigen Überlebens. Das sind Gebiete mit vielen sozialen Problemen. Der einzige Weg aus dieser Situation herauszukommen ist, lokale, dezentralisierte, arbeitsintensive Produktionseinheiten zu schaffen, um diesen Menschen irgendwie eine Teilnahme an dem Tauschring Netzwerk zu ermöglichen. Aus diesem Grund legen wir Wert auf Information über alternative Technologien wie z.B. die Herstellung von Seife, Öl, Kleidung, Baumaterialien etc. Aber um solche Projekte zu starten, brauchen wir Geld , denn momentan können wir uns keinen Stahl, Werkzeuge und Maschinen mit unseren Methoden der alternativen Wirtschaft beschaffen.

Wir müssen Wege finden, die Kluft zwischen der monetären Wirtschaft und der alternativen Wirtschaft zu überbrücken. Damit vieles davon innerhalb einer vernünftigen Zeitspanne geschehen kann, brauchen wir Geld. Von fünf Institutionen, die wir mit dem Projektvorschlag ansprachen, sagten uns drei, daß diese Projekte nicht in ihren Bereich fielen. Das entmutigte mich sehr. In einigen Fällen hatte ich eine negative Antwort für unmöglich gehalten. Ich bin nicht sicher, ob ich geträumt habe oder ob ich träumend wach war, aber ich sah mich selbst, wie ich auf dem Fußboden Geld fand.

Eine Frage, die sehr ausführlich besprochen wurde, war, wie man die Ärmsten in den Armenvierteln der Großstädte, die keine stützende Gemeinschaft haben, integrieren könne. Dies könnte ein Risiko für das nationale Netzwerk der Tauschringe bedeuten. Wir hatten schon solche Probleme in unserer Tauschring Gruppe in Pestalozzi, wo Leute in einem anderen Stadtteil ihre eigene Gruppe gründeten. Sie kannten sich nur flüchtig, und einige begannen, das System auszunutzen. Normalerweise versuchen Menschen in solchen Fällen Kontrollmaßnahmen einzuführen, hauptsächlich um die Verschuldung in Grenzen zu halten. Aber wie können die Ärmsten der Armen in unserer Gesellschaft etwas beisteuern, wenn sie wirklich gar nichts haben? Es wurde mal wieder klar, daß, was bei anderen nicht gemacht wurde, bei den Ärmsten als berechtigt angesehen wurde d. h. ihnen Grenzen setzen. In dieser Diskussion kam folgender Gedankengang zum Ausdruck: Wenn wir Grenzen setzen müßten, dann sollte es an Hand des niedrigsten Satzes zum Überleben, der als unterste Grenze in Ecuador anerkannt wird, geschehen. Viele sahen ein, daß , wenn das geschehe, all die anderen - ohne die Grenze - die Forderung des Minimalsatzes nicht erfüllen konnten. Was kann man in solch einer Situation machen? Auf dem Kongreß erhielten die Koordinatoren Gruppen die Aufgabe, sich etwas einfallen zu lassen und allen Gruppen einen Vorschlag zu unterbreiten.

Neben den heikelsten Fragen, wie man an die verschiedenen Produkte kommt, die jeder braucht und die man nicht selbst herstellen kann, tauchte immer wieder die Frage auf nach dem "Etwas- schuldig- sein" und dem relativen Wert der Produkte oder Dienstleistungen

Da einer der Leitlinien des Tauschrings der Entschluß ist, die Lebensprozesse zu achten, werden ständig Bilder, wie das Leben abläuft, herangezogen. Ein stets wiederkehrendes Bild ist die Frage: Können wir ohne Sonne leben? Sind wir der Sonne zu Dank verpflichtet? Wann werden wir zurückzahlen? Wir empfangen das Leben umsonst. Wie können wir damit umgehen? Ein anderes Bild, was gebraucht wurde, war: Woher kommt das Brot? Ursprünglich von der Mutter Erde. Fühlen wir uns der Mutter Erde für das Brot, das wir essen, zu Dank verpflichtet? Diese Bilder halfen uns zu erkennen, daß all diese Vorstellungen von Schulden und Schuldig-Sein sich auf gesellschaftliche Konventionen und letztlich auf den Geldwert beziehen. Können wir diese Fragen von einem anderen Paradigma aus behandeln? Wir versuchen es.

Wir spürten, daß man den Wert der Dinge von dem Bedarf nach ihnen her definieren sollte. Wenn wir die Frage nach dem Wert der Dinge von dem Gesichtspunkt des wirklichen Bedarfs danach angehen können, können sich die Dinge verändern. Angenommen ich möchte unbedingt Hähnchen essen. Ich zweifle, daß ich mehr als eines pro Tag essen kann. Also ist es nicht sinnvoll, zehn Hähnchen zu kaufen. Im Gegenteil, ich müßte sie füttern, was nicht nur Unkosten verursacht, sondern auch viel Mühe macht. Wenn die Menschen mehr kaufen oder erwerben als sie brauchen, dann deshalb, weil es die Möglichkeit beinhaltet, damit Geschäfte zu machen, d. h. es in Geld umzuwandeln. So besteht der Wert im Geld und nicht im wirklichen Bedarf.

Hinter diesen Gedankengängen spüre ich einen möglichen Zugang zu einer nachhaltigen Entwicklung, der Achtung gegenüber der Natur und dem Mitmenschen anstatt der Wertschätzung von Reichtum, Vermögen und Macht. Natürlich sind das unkonventionelle Gedanken, aber mit den heute gültigen Konventionen zerstören wir das Leben auf unserem Planeten. Im Tauschring beziehen sich die zu zahlenden Beträge auf den zuvor vereinbarten Wert der Transaktionen und sind nur wirksam als Erinnerung an die Transaktion. Aber die Bedürfnisse werden nicht gebraucht , um den Geldwert zu schaffen. Wenn wir weiterhin den Dingen anstatt dem Leben, den Lebensprozessen und den Bedürfnissen den Wert zuschreiben, können wir der Falle, in der das heutige System uns gefangenhält, nicht entkommen.

Die Arbeitsbelastung ist nach dem Kongreß größer geworden: ein Treffen nach dem anderen, dauernd der Druck, kein Geld und immer noch keine Kontakte zu Reisbauern. Als ich den Bericht so weit geschrieben hatte, spürte ich, daß es wichtig wäre, ihn sofort abzuschicken, aber nach nochmaligem Spüren, war klar, daß es nicht OK war. Deshalb schicke ich ihn erst jetzt.

Jetzt bin ich zurück von einer Reise in verschiedene Dörfer in der Küstenregion von Ecuador und ich nahm Kontakt auf zu den Reisbauern. Der erste Kontakt kam zustande durch einen Kongreßteilnehmer in Playas, dessen Familie Reisbauern sind, in der Nähe des Dorfes, wo ich als Kind einige Jahre verbrachte. Damals lag das Dorf am Rande des Dschungels.

Diese Reise zeigte, daß harte Arbeit vor uns liegt. Ohne genaue Adressen war es zuerst ziemlich schwierig , den Weg zu den kleinen Familienbetrieben der Bauern zu finden. In Guarumal hatten wir den Namen "recinto"(Gelände) und in diesem Fall zwei "recintos" mit dem gleichen Namen, aber an verschiedenen Stellen. Als wir nach dem Weg fragten, sagten uns viele, wir sollten vorsichtig sein, denn auf diesen Straßen seien schon viele Autos überfallen worden. Wir kamen mittwochs an, und obwohl wir von dem Sohn vorgestellt waren, war es schwierig, das Mißtrauen der Leute aus dem Weg zu räumen. Die ewig wiederkehrenden Schwierigkeiten tauchten auf: Wie könnt ihr ohne Geld leben? Unmöglich. Wir verstehen es nicht. Wir müssen uns nochmals treffen. Aber unsere Erfahrung ist es immer wieder: Je mehr man redet, ohne es wirklich zu machen, desto unmöglicher ist es zu verstehen. Schließlich entschlossen sie sich als Familie einen Tauschring zu beginnen, um die Erfahrung zu machen, worüber sie dann mit ihren Nachbarn reden könnten. Es wurde vereinbart, daß wir am Samstag zurückkommen sollten, um mit den Nachbarn eine Gruppe aufzubauen.

Wir reisten in ein anderes Dorf ungefähr 300 Meilen weiter südlich. Mit sehr ähnlichen Schwierigkeiten gründeten wir dort eine Gruppe am Dienstag, kehrten am Freitag zurück, knüpften andere Kontakte und am Samstag nachmittag waren wir wieder in Guarumal. Bevor wir wirklich über die Arbeit sprechen konnten, saßen wir länger als eine Stunde da. Wir fühlten uns ins Zeitgefühl von Pflanzen versetzt, wo Zeit einen anderen Rhythmus hat. Als wir schließlich auf das Thema kamen, hatten sie sich endgültig entschlossen, sich nicht mehr einzulassen und aus dem Tauschring auszutreten. Der Grund: Sie konnten sich nicht vorstellen, wie sie an die anderen Produkte, die sie brauchten, kommen könnten, solange es nicht noch andere Gruppen in der Region gab oder, wenn es nicht im nächsten Dorf ein Geschäft gäbe, das dem Tauschring angegliedert sei. Nach vielen Wiederholungen und einem Hin und Her wurde entschieden: wir würden in ungefähr 20 Tagen mit ihrem Sohn und Bruder, die die anfänglichen Kontakte hergestellte hatten, wiederkommen und bis dann sollten sie einfach warten. Wir selbst würden anfangen, den Transport der Güter von der Gebirgsregion an die Küste und umgekehrt zu organisieren.

Die ganze Zeit versuchte ich, wirklich präsent zu sein. Auf dem Heimweg versuchte ich zu verstehen, was geschehen war. Ich spürte, es war sehr ermutigend und gleichzeitig eine große Herausforderung. Ohne Zweifel leben sie mit der Möglichkeit, wirklich Mensch zu sein, aber sie haben nicht mehr die Kraft, ständig zu kämpfen. Wenn wir jedoch dieses Netz von Tauschringen aufbauen können, wo der materielle Druck eines unmenschlichen Wirtschaftssystems irgendwie gemildert werden kann, tritt eine Menschlichkeit zu Tage, die unglaublich ist.

Dies ist unsere Herausforderung. Bei solchen Chancen ist es wirklich ein Privileg, die Möglichkeit zu haben, diese Arbeit zu tun.


Kulturzentrum Tempel, Fassade

Dr. Monika Schillat

Potentiale des Tauschringprinzips zur Schaffung von Arbeit

Was ist an den Tauschringen bzw. -systemen so innovativ? Auf diese Frage wird wohl jede/r unterschiedliche Antworten geben, in Abhängigkeit davon, aus welchen Motiven man/frau sich den Tauschringen zugewandt hat, welche Erfahrungen in und mit diesen Zusammenhängen gesammelt, und wie diese reflektiert werden. Diejenigen, die vor allem geld- und/oder wirtschaftsreformerische An- und Absichten haben, "übersetzen" offenbar bereits die vier Buchstaben "LETS" anders als diejenigen, die über das Tauschringprinzip äquivalenten wechselseitigen Gebens und Nehmens vor allem ein Mittel sehen, um dadurch neue, zusätzliche, notwendige Arbeit zu generieren und so Bedürfnisse zu befriedigen und bestimmte Aufgaben zu realisieren, die sonst unbefriedigt bzw. unerledigt blieben. Wenn ich die Lage richtig einschätze, dann verstehen sich in der Bundesrepublik die meisten Tauschringe als Selbsthilfeeinrichtungen zur Förderung der erweiterten Nachbarschaftshilfe. Die Tatsache, daß sich beständig solche Einrichtungen neu gründen, zeigt, dass es für diese Form der "Tauscharbeit von Bürger zu Bürger" (Helmut Saiger) einen wachsenden Bedarf gibt, und wenn sich diese Tauschformen zur Zufriedenheit der Mitglieder nach innen qualifizieren, erhöht dies auch die Attraktivität des Tauschringprinzips nach außen. Doch damit sind die Entwicklungspotentiale dieses Prinzips in Bezug auf die Generierung von Arbeit, die "Erziehung" zu neuen Verhaltensweisen bei der (Tausch)Arbeit und zur Erzielung zusätzlicher Mittel zur Sicherung des Lebensunterhalts gewiß noch nicht erschöpft.

Es gibt Tauschringe und/oder einzelne Aktive, die theoretisch und / oder praktisch eine Erweiterung des Aufgabenfeldes in verschiedenen Richtungen andenken oder erproben, sei es in Richtung einer Alterssicherungsmöglichkeit nach tauschringähnlichem Prinzip, der verstärkten Einbeziehung von Gewerbetreibenden, der Kooperation mit gemeinnützigen Einrichtungen, Beschäftigungsträgern u.a..

Mich – und wie ich vermute andere auch, die z.B. im Rahmen der Lokalen Agenda "von unten" mitarbeiten – bewegen diese Fragen: Wie kommen Tauschringe (die dies auch wollen) aus ihrer Privatheit heraus, wie kommen sie wirklich in die lokale Gesellschaft? Wie kann ihre marginale Bedeutung, die sie im lokalökonomischen Bereich haben, aufgebrochen werden. Wie kann man mit Hilfe von Tauschringen dazu beitragen, zusätzliche, nicht-prekäre Erwerbsarbeit zu schaffen und so sozialer Ausgrenzung begegnen?

Die in diesen Fragen enthaltenen Aufgaben lassen sich nicht bewältigen, indem Tauschringe für sich an Attraktivität gewinnen, zahlreicher und größer werden oder versuchen, z.B. Politiker, Medien, Gewerbetreibende oder wen auch immer, zu missionieren.

An was es uns – der Tauschring-Bewegung – m.E. mangelt, sind nicht hehre Ziele, Ideale und Absichten, sondern realistische Strategien zur Verwirklichung dieser Ziele.

Ich plädiere dafür, in Karlsruhe nicht nur über papierne Positionen, bloße Ansichten und unterschiedliche Erfahrungen zu diskutieren (siehe TSN Nr. 10 und 11), sondern über trag- und konsensfähige lokale Strategien, die transferierbar sind. Dazu wäre es sicher auch nützlich, über Erfahrungen aus Modellprojekten zu reden, die zusätzliche Arbeit in unterschiedlichen Formen schaffen wollen, die aber stagnieren oder gescheitert sind (z.B. das Linzer Modell).

Mir wäre es ein Bedürfnis, über die Funktionen zu reden, die die Tauschsysteme realisieren können, um im Dritten Sektor bzw. System die Schaffung von Erwerbsarbeit(splätzen) zu unterstützen bzw. in Kooperation mit Einrichtungen des Ersten (privaten) und Zweiten (öffentlichen, staatlichen) Sektors diese Aufgabe zu erfüllen. Vielleicht kann in diesem Zusammenhang das von der Interdisziplinären Forschungsgruppe "Lokale Ökonomie" an der TU Berlin entwickelte Drei-Sektoren-Modell bzw. die Darstellung über Formierungsperspektiven des Dritten System hilfreich sein (siehe Grafiken), um sich darüber zu verständigen, mit welchen Akteuren Lokale Partnerschaften sinnvollerweise geschlossen werden können.

Da ich es für illusorisch halte, Arbeit völlig geldlos entlohnen zu wollen (schon deshalb unmöglich, weil z.B. der Mietzins kaum in "Talenten", "Batzen", "Punkten" usw. zu entrichten sein dürfte), wäre zu überlegen, wie z.B. das über geldlosen Arbeits- oder Ressourcentausch "gesparte" Geld in Fonds verwaltet und zur Finanzierung von Arbeit auf lokaler Ebene verwendet werden kann. – Dies wäre eine Idee, noch keine Strategie!

Natürlich fehlen zur Durchsetzung innovativer Projekte zur Schaffung von Arbeit viele Rahmenbedingungen, möglicherweise rechtliche Absicherungen oder veränderte Gesetzesgrundlagen, über die wir über längere Zeiträume als nur in drei Tagen zum Bundestreffen kommunizieren müßten. Hier bietet es sich an, bei der in Gründung befindlichen Arbeitsgemeinschaft Drittes System Vorschläge zu unterbreiten, damit die Tauschringe auch "ordnungspolitisch" verankert werden.

Dr. Monika Schillat
Interdisziplinären Forschungsgruppe
Lokale Ökonomie an der TU Berlin,
Mitglied im Tauschring Berlin-Marzahn

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  Konsens von München

Gesellschaftspolitische und ökonomische Anliegen und Wirkungen der deutschen Tauschsysteme

(erarbeitet auf dem Bundestreffen vom 1. - 3. Mai 1998 in München)

1. Nachbarschaftshilfe - Kommunikation schaffen

  • Abbau von Schwellenangst und Mißtrauen, Isolation und Anonymität in der Nachbarschaft
  • Austausch zwischen Menschen fördert die Kontakte untereinander
  • Treffpunkte entstehen
  • Kontakte zwischen unterschiedlichen sozialen Gruppen und Altersgruppen
2. Ökonomische und soziale Selbsthilfe - Selbstbestimmung - Selbstverwaltung
  • Versorgung mit Dienstleistungen und Produkten, die man sich mit dem vorhandenem Einkommen nicht leisten will oder kann
  • alle Arbeiten und Entscheidungen erfolgen durch die Mitglieder der Tauschringe selbst
3. Entfalten des Selbstwertgefühls, der Phantasie und Kreativität
  • Eigene Fähigkeiten und Stärken und deren Vielfalt werden entdeckt und gefördert, vorhandene Ressourcen werden genutzt
  • Bei den Fähigkeiten ansetzen, nicht beim "Mangel"
  • Ermutigung zum aktiven Handeln, ökonomisch und sozial
  • Bieten die Möglichkeit, den Selbstwert nicht ausschließlich über die Erwerbsarbeit zu definieren
4. Gleichberechtigung / gegenseitiger Respekt
  • Kein Gefälle zwischen Gebenden und Nehmenden (kein schlechtes Gewissen bei Hilfebedürftigkeit)
  • Solidar- statt Konkurrenzökonomie
  • Fairer, gleichberechtigter Umgang miteinander, gegenseitiger Respekt
  • sich sowohl der eigenen Fähigkeiten als auch der eigenen Bedürfnisse bewußt werden
5. Neubewertung von Arbeit und Leben
  • Kopf- und Handarbeit, Frauen- und Männerarbeit, angeblich weniger qualifizierte Arbeit werden neu eingeordnet
  • Tauschringe als neue Möglichkeit zwischen bezahlter und ehrenamtlicher Arbeit
  • Wert der eigenen Fähigkeiten entdecken und für sich und andere nutzbar machen, unabhängig z.B. von bestehenden Kriterien des Arbeitsmarktes
6. Gemeinwesenentwicklung, lokale Ökonomie, Verbesserung der Lebensqualität
  • Entwicklung nachhaltigen Wirtschaftens
  • Erfüllen sozialer Grundbedürfnisse
  • Beitrag zur Entwicklung einer lokalen Agenda 21
  • Global denken, lokal handeln
  • Ökologie : Ressourcenschonung durch kurze Wege, Müllvermeidung, Wiederverwerten und gemeinsames Nutzen von Gebrauchsgütern
  • Soziale Kompetenz der Gesellschaft erhöhen
  • Sinnvolle Arbeit im Gemeinwesen wird durch ein geeignetes Tauschmittel ermöglicht
  • Vernetzung von Bewohnern, Projekten und Vereinen auf lokaler Ebene
  • Förderung lokaler Strukturen
  • Beitrag zur "Standortsicherung" durch Verbesserung sozialer Strukturen
7. Bildungsarbeit zum Zusammenhang zwischen Ökonomie und Leben
  • Verstehen von Wirkungs- und Funktionsweise des Geldes praktisch erfahrbar machen
  • Ursachen gegenwärtiger Probleme verstehen, z.B. Arbeitslosigkeit, Umweltstörung, soziale Ungerechtigkeit, Finanznot
8. Modellversuche für nachhaltiges Wirtschaften
  • Neue Kooperationsbeziehungen zwischen Privatpersonen, Unternehmen und anderen Organisationen (z.B. der öffentlichen Hand, Vereine) eingehen
  • Modellhaftes Lernen im Erfahren von Versuch und Irrtum
9. ...außerdem macht Tauschen Spaß


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Positionspapier deutscher Tauschsysteme

BAG, Arbeitsgemeinschaft bundesdeutsche Tauschsysteme

Liebe TauschfreundInnen, wie versprochen, nun endlich das angekündigte Positionspapier vom Treffen in Rostock. Wir freuen uns über viele Rückmeldungen!!! Klaus Reichenbach

Unsere Gesellschaft befindet sich in einer Krise. Der Wohlfahrtsstaat leistet nicht mehr das, was er kostet. Der Gesellschaft geht die Lohnarbeit aus, d.h.

die bezahlte Arbeit, während die Gewinne der Multis stetig steigen. Die Staats- und Kommunalverschuldung wächst in gigantische Höhen, und die kommunalen und staatlichen Institutionen können aufgrund ihrer immer knapper werdenden Gelder ihren sozialen und kulturellen Aufgaben nicht mehr gerecht werden.

Dennoch ist kein allgemeiner Niedergang festzustellen, sondern ein weltweiter Umbruch, der neben großen Gefahren auch viele neue Chancen bietet. Selbsthilfe, Kreativität und neues Denken ist erforderlich, um die sozioökonomischen Anforderungen zu bewältigen, vor die sich die Gemeinschaften gestellt sehen. Wie also organisieren wir uns und unsere gesellschaftlichen Belange neu?

Es gibt immer mehr Bürger und Bürgerinnen, die das Füreinander selbst in die Hände nehmen. Bürger mit Sinn für das Gemeinwohl helfen anderen und sich selbst. Sie errichten eine Infrastruktur, die auf dem Prinzip der gegenseitigen Hilfe und Anerkennung beruht, die eine reziproke, eine neue Kultur des Gebens und Nehmens schafft.

Die über 350 Tauschsysteme (Tauschringe, Seniorengenossenschaften u.a.) in Deutschland sehen sich als Teil dieser gesamtgesellschaftlichen Umorientierung. Aus mindestens zwei ideengeschichtlichen Traditionen heraus, den geld- und wirtschaftstheoretischen und den sozialreformerischen, entstanden und entwickeln sich Selbsthilfeinitiativen, die den anwachsenden sozialpolitischen und ökonomischen Defiziten in unserer Gesellschaft eine Fülle von Handlungsmöglichkeiten, Talenten und Fähigkeiten entgegensetzen - jenseits verordneter oder institutionalisierter Bürgerarbeit. Hier werden die Einzelnen wieder dazu befähigt, Hauptakteure in ihrem Lebenszusammenhang zu sein und verantwortlich in Gemeinschaft zu handeln. Sie erkennen den Wert des Menschen, der Arbeit und der Umwelt als Basis allen Reichtums an. Im Austausch der sozialen, geistigen und wirtschaftlichen Hilfe untereinander entstehen neue Modelle für eine zukunftsfähige Gesellschaft.

Sie sind Experimentierfelder für Gemeinwesenarbeit, lokale, soziale und nachhaltige Ökonomie, neue Arbeit und Neubewertung von Arbeit, für Arbeit als lebensgestaltendes Element in einer neuen "Tätigkeitsgesellschaft".

Tauschsysteme sind lokale, oft private Zusammenschlüsse von Menschen, die im Rahmen eines DM-unabhängigen Verrechnungs- bzw. alternativen Wertsystems Leistungen und Sachen multiliteral tauschen. Das Tauschmittel ist zumeist die Zeit, d.h. es wird in Stunden oder Minuten aufgewendeter oder in Anspruch genommener Zeit ( = Lebenszeit) verrechnet. Alle Arbeit, auch die sogenannte "Frauenarbeit" erfährt so die gleiche Bewertung. Der Preis von Sachen, Lebensmitteln, von Leihen/Verleihen wird entsprechend ausgehandelt.

Tauschsysteme haben unterschiedliche Organisationsformen, passen sich den jeweiligen Bedürfnissen ihrer Teilnehmer/innen an. Sie sind keine Dienstleistungsagenturen, keine Wirtschaftsunternehmen, auch kein profitorientiertes Gewerbe. Sie organisieren sich in möglichst hierarchiefreien  (nicht machtbesetzten), demokratischen bis basisdemokratischen  Strukturen. Jeder/jedem wird damit die Möglichkeit zur aktiven Teilnahme am sozialen Geschehen und an der Entwicklung der Gemeinschaften geboten.

Allen gemeinsam ist eine erweiterte Nachbarschaftshilfe und die Bildung von lokalen, sozialen, ökonomischen Netzwerken mit häufig ökologischer Orientierung. Sie setzen auf Eigeninitiative und Selbstverantwortung, Entfaltung des Selbstwertgefühls durch Selbstbestimmung der Arbeit, durch Kreativität und Phantasie, auf die Vielfalt menschlicher Fähigkeiten und Talente.

Tauschsysteme sind autonom, Teilnehmerinnen und Teilnehmer handeln sebstbestimmt und eigenverantwortlich.

Die gesellschaftliche Wirkung und Relevanz zeigt sich in den folgenden Zielen und Grundpositionen.
 

Deutsche Tauschsysteme wollen:

Ø die soziale Kompetenz des/der einzelnen, damit Eigenverantwortlichkeit und Selbsthilfe und kommunikatives Handeln unterstützen.

In Tauschsystemen erfährt sich der/die Einzelne als ganzer Mensch, der über eine Fülle von Fähigkeiten und Fertigkeiten verfügt, die von anderen gebraucht werden und von gesellschaftlichem Nutzen sind.

Durch die Entdeckung und Entfaltung eigener Talente und Kreativität/Phantasie, gewinnt sie/er Freude, Selbstwertgefühl und Vertrauen, die sie/ihn ermutigen, aktiv und kompetent zu handeln und sich in die Gemeinschaft einzubringen.

Menschen unterschiedlichster Herkunft und aus verschiedenen Lebenssituationen lernen sich über den Input: "Ich biete an, ich brauche" kennen und üben sich darin, miteinander und mit Konflikten umzugehen. Sie agieren in einem "geschützten Raum", in einem überschaubaren Netzwerk von Gleichgesinnten, vertrauen in deren Anständigkeit und Verbindlichkeit.

Vertrauen und soziale Netze vermindern Angst und Isolation, setzen neue Handlungsspielräume frei und die Bereitschaft, Zeit für sich selbst und andere aufzubringen.

Sicherheit ersetzt Versicherung: Man weiß - nicht nur in Notfällen - ,  wer aus dem Tauschnetz helfen kann.

Intakte Nachbarschaften und  neue Beziehungsgeflechte fördern Lebensfreude und individuelle Handlungskompetenz, mobilisieren gesundheitliche Stabilisierung und Selbsthilfepotentiale, entlasten öffentliche Einrichtungen.

Ø soziale Netze und Nachbarschaften, solidarisches Engagement und Gemeinschaft fördern

Der gesellschaftlich sanktionierte Grundsatz, vor allem den privaten Nutzen zu maximieren, führt zu Vereinsamung und Isolierung, - also zu all' den sozialen Schwächen, unter denen Gesellschaften heute leiden. Bürgerinnen und Bürger, die sich in Tauschsystemen engagieren, gehen jedoch  davon aus, daß die Menschen aber, um ein "gutes Leben" leben zu können, Glück und Zufriedenheit vor allem dann finden, wenn sie Gemeinschaftsaufgaben erfüllen, in denen es um die Verantwortung für andere Menschen und zukünftige Generationen, um die Erhaltung unserer Mitwelt und gemeinsamen Güter geht.

Das Wissen über Bedürfnisse und Bedarf der Gemeinschaft wächst durch Gemeinsamkeit, durch Feste, Gemeinschaftsveranstaltungen.

Tauschsysteme sind offen für alle und bilden so eine bunte soziale Mischung, die neue Solidaritäten zuläßt, neue Gruppen und soziale Netze, die auch Schwächere in der Gemeinschaft stützen.

Tauschsysteme fördern intakte Nachbarschaften, neue Beziehungsgeflechte, fördern die Verwantwortung für das Gemeinwesen und demokratisches Verhalten. Sie machen eine Wiederaneignung der sozialen und ökonomischen Räume möglich.

Als soziale Netze können sie präventiv und gesundheitsfördernd wirken und Kriminalität, Gewalt und Umweltzerstörung vorbeugen.

Eigen- und Mitverantwortlichkeit, Gleichberechtigung und Mitbestimmung in offenen Organisationsstrukturen ermöglichen die Einübung in politisches Handeln.

In Tauschsystemen werden neue Traditionen des Gemeinwesens möglich.

Ø eine gerechtere Verteilung von Arbeit und Werten erreichen, neue Arbeitsformen erproben, Arbeit neu bewerten.

Wer bestimmt, was Arbeit ist? Was Tätigkeit, Beschäftigung oder Spiel?

E.F.Schumacher hat von einer dreifachen Funktion der Arbeit gesprochen: Sie gibt dem Menschen die Chance, seine Fähigkeiten auszuüben und zu entfalten - sie vereinigt ihn mit anderen Menschen zu einer gemeinsamen Aufgabe - und sie verschafft ihm die Mittel für ein menschenwürdiges Dasein. Alle drei sind lebenswichtig, weil sie ihm zu einer sozialen Identität verhelfen. Arbeit ist also mehr als Erwerbsarbeit. Arbeit ist das im Leben mit am wichtigsten immaterielle Gut. Der tätige Mensch sucht sich in dem, was er arbeitet, zu erfahren, seine Erfahrungen zu gestalten, das Gestaltete zu verändern, um wieder neu zu erfahren .... Arbeit ist also mehr als nur Broterwerb.

Arbeit ist Alltagsgestaltung, ist Eigenarbeit. In Tauschsystemen fragen sich die Leute erst einmal, ob sie ihre Dinge nicht selber bzw. untereinander geregelt bekommen.

Arbeit ist Dienst am Nächsten, ist Gemeinschaftsaufgabe, ist Kultur- und Bildungsarbeit - und diese sollte nicht nur Ware sein.

"Um 3,6 Millionen Arbeitslose wieder zu beschäftigen, ist ein Wirtschaftswachstum von 35 % nötig - eine illusorische Zahl, illusorisch auch deshalb, weil in Deutschland seit 30 Jahren die Produktivität pro Arbeitsstunde schneller steigt als das Bruttoinlandsprodukt."

Arbeitslosigkeit kann auf Dauer nicht durch Umverteilung von unten nach oben, durch Investititionsförderung und Wachstum vertrieben werden, durch Lohnersatz und Sozialhilfe.

Das Statistische Bundesamt hat ermittelt, daß nur 38 Prozent der in Deutschland geleisteten Arbeit bezahlt, aber 62 Prozent unbezahlt geleistet wird - vor allem von Frauen ( Stat. Bundesamt 1995). Gesellschaftlich notwendige Arbeit muß aber in allen ihren Facetten und ihrem Wechselspiel angesehen werden. Gesellschaftliche notwendige Arbeit ist also nicht nicht nur  "geldwerte",  marktvermittelte Arbeit.

Selbstwertverlust entsteht durch den Verlust von sinngebenden und gesellschaftlich anerkannten Tätigkeiten, die noch immer als "bezahlte Arbeit" im herkömmlichen Verständnis definiert werden. Der Verlust von bezahlter Arbeit ist Ursache der aktuellen sozialen und kulturellen Krise des Alltags.

Arbeit, gerade auch die nicht mit Geld  bezahlte, muß im Einklang stehen nicht nur mit den materiellen (existenzerhaltenen) Anforderungen, sondern auch der inneren menschlichen Natur entsprechen. Gerade Tauschsysteme entwickeln und praktizieren hier zukunftsfähige Modelle, in denen alle Arbeit gleich bewertet und anerkannt wird. Sie schaffen in ihren Netzwerken Räume für öffentliche Anerkennung und Bestätigung auch der Non-Profit-Arbeit.

Tauschsysteme bieten Experimentierfelder für die "neue  Arbeit", für sinnstiftende Tätigkeiten im ganzen Lebenszusammenhang.

Ø alternatives Wirtschaften testen,  lokale Ökonomie fördern und ökonomisches Umdenken anregen.

Lokale Ökonomie betrachtet die Region oder den Ort nicht als beliebigen wirtschaftlichen Standort, sondern als Einheit, als Lebenszusammenhang einer bestimmten Bevölkerung mit ihrer natürlichen Umwelt und der gewachsenen Kultur. Diese Diktion entspricht  der Idee der Tauschringbewegung.

Die Auswirkungen der Globalisierung, die z.B. ganze Regionen verarmen läßt, zwingen zum ökonomischen Umdenken. Lokale/regionale Ökonomie, die auf den Bedürfnissen der Menschen und der Ressourcen und Bedingungen vor Ort basiert, wird immer notwendiger.

Wir sehen es auch als Recht aller Menschen an,  eine "angemessene wirtschaftliche Entwicklung" verwirklichen zu können entsprechend der Forderung der Brundtland-Kommission.

Tauschsysteme verhelfen dazu, die Ökonomie wieder einzubetten in zukunftsfähige und lebenswerte soziale Bezüge. Ein Schritt dorthin ist die Eigenversorgung mit Dienstleistungen und Produkten aus dem lokalen Umfeld. Die hier erwirtschafteten Leistungen bleiben in der Verfügungsgewalt der Beteiligten, machen unabhängiger von den Schwankungen der Weltwirtschaft. Durch eigene Verrechnungssysteme können so Wissen, Fähigkeiten und Kreativität der Menschen vor Ort aktiviert werden. Tauschsysteme zeigen, dass dadurch Fülle und Lebensqualität entstehen, die nicht durch künstliche Knappheiten begrenzt werden.

Ø mehr Unabhängigkeit von Arbeitsmarkt und Geld erlangen

Den Gesellschaften geht die bezahlte Arbeit aus, so dass es immer mehr Menschen geben wird, die keine Möglichkeit haben, auf dem 1. Arbeitsmarkt ihr notwendiges Einkommen zu verdienen. Statt dann aber von Sozialhilfe und Arbeitslosengeld abhängig zu werden, auf die Versorgung "von oben" zu warten, gibt es in Tauschsystemen Möglichkeiten, selbst tätig zu werden und sich neuen  sozialen  Netzen anzuschließen.

Hier erfährt die/der Einzelne nicht nur Anerkennung und eine Wertschätzung der eigenen Arbeit, sondern auch geldunabhängige Bezüge, die jenseits von Konsum und Arbeitsmarkt neue und zukunftsweisende Lebensqualitäten erschließen. Tauschsysteme gehen von gesellschaftlich notwendiger und sinnstiftender Arbeit aus. In ihnen wird alle Arbeit gleich bewertet und so organisiert, dass jeder seinen Beitrag leisten kann. Die Fülle der gemeinschaftlichen Ressourcen führt zu immer mehr  Selbstbestimmung und  Unabhängigkeit von den Zwängen des Arbeits- und Geldmarktes.

Ø eine neue Kultur des Gebens und Nehmens aufbauen

Wie sehr die Orientierung an der Maximierung des eigenen Nutzens und der Vermarktung selbst noch des Seelenheils alle Bereiche unseres Lebens beherrscht, zeigen die Diskussionen über Ethik, Gewalt und Verbrechen. Auch bei Wirtschaftsverbrechen und Steuerdelikten entsteht oft der Eindruck, dass es sich hierbei um lediglich "Kavaliersdelikte" handelt.

Die Praxis in den Tauschsystemen zeigt, dass ausgewogenes Geben und Nehmen sowohl  zu einem gesunden Selbstwertgefühl als auch zu einem gesunden sozialen Netzwerk gehören, das "gute Leben" fördern, neue Horizonte öffnen.

Tauschsysteme tragen dazu bei,  den  Zusammenhang von Ökonomie und Leben, die Wirkungs- und Funktionsweisen von Geld und Geldkreisläufen zu verstehen und damit die Ursachen von gesellschaftlichen Problemen zu erkennen.

Ø neue Konsummuster und Lebensstile im Sinne der Agenda 21 entwerfen

Eine "angemessene wirtschaftliche Entwicklung" ist  nicht vereinbar mit den Konsumansprüchen der Durchschnittsbürger in den Industrienationen. Um auf dieser Erde überleben zu können, brauchen wir einen massvolleren Umgang mit unseren Ressourcen und eine Orientierung an Werten, die sich zu leben "lohnen".

In Tauschsystemen geht es um Zeitwohlstand statt Güterreichtum, werden Ressourcen geschont und Müll vermieden durch kurze Wege, Wiederverwertung und gemeinsames Nutzen von Gebrauchsgütern.

In Tauschsystemen machen die unterschiedlichsten Menschen mit unterschiedlichsten Biographien mit: Berufstätige, Teilerwerbstätige, Kleingewerbler, Arbeitslose, Alleinerziehende, Selbständige, Rentner, Studenten und Schüler, Hausfrauen, Akademiker, Angestellte  - Tauschsysteme sind für alle offen.

Tauschsysteme beteiligen sich an Gemeinwesenaufgaben und arbeiten zusammen mit:

  •  Bürgerhäusern, Häusern der Eigenarbeit oder entsprechenden Einrichtungen
  •  Alten- und Serviceeinrichtungen
  •  Bildungseinrichtungen, VHS, Gewerkschaften, NGO's (Nichtregierungsorganisationen)
  •  Frauenorganisationen
  •  Agenda 21 Initiativen
  •  Gründer- und Existenzaufbauzentren, Kleingewerbe, Produzenten, Biobauern
  •  Kommunalen und sozialen Einrichtungen
  •  Arbeitsinitiativen, soweit sie nach neuen Wegen suchen
Tauschsysteme wenden sich gegen jede weltanschauliche, religiöse oder politische Vereinnahmung, gegen jegliche Ausnutzung des Tauschsystems, gegen autoritäre Verhaltensweisen und Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte.

Tauschsysteme fordern
 

· die Anerkennung der Tauschbewegung als eine gesellschaftlich innovative und notwendige Kraft, die nicht behindert, sondern gefördert werden muß.
· die Beteiligung an der Konzeptentwicklung für "Bürgerarbeitsmodelle". ("Tauscharbeit" ist auch bürgerschaftliches Engagement, wirkt sich als soziale Vernetzungsarbeit aus und beruht auf freiwilligem Engagement,  muss deshalb von Staat und Kommunen unterstützt werden.)
· die Unterstützung durch Staat und Kommunen durch die Schaffung von Rahmenbedingungen für Selbsthilfenetzwerke und Selbstorganisation von Stadtteilinitiativen
· die Bereitstellung von räumlichen und personellen Ressourcen.
· flexibles Reagieren auf Ideen.
· Förderprogramme in Sachen Werteausgleich.
· Nichtanrechnung von Tauschwerten bei Sozialleistungen gerade wegen der präventiven Wirkung von Aktivität in einem geschützten Rahmen.
· Steuerfreiheit für Tauschleistungen von Privatpersonen
· Steuerfreiheit für Kleingewerbe im Rahmen einer Experimentierphase zur Stärkung der lokalen Ökonomie und des Gemeinwesens.
· Hinzuziehung von Vertreterinnen und Vertretern von Tauschsystemen zu Arbeitsmarkt- und sozialen Programmen.
· Wissenschaftliche Unterstützung zur Überwindung "blinder Flecken".
· Runde Tische, Zusammenarbeit auf allen kommunalen Ebenen, Fachforen.


Kulturzentrum Tempel, Fassade

Die Arbeitsgemeinschaft bundesdeutsche Tauschsysteme

Email: Zbkassel@aol.com
Postanschrift: c/o Zeitbörse, Kölnische Str. 99, 34119 Kassel
Tel. 0561 / 72885-47, Fax 0561 / 72885-58

News - Service aktuell, Kassel, 4.10.1999
 

Liebe TauschfreundInnen,
damit auch jeder weiß, was die AG Tausch so macht, haben wir eine kleine
Informationsschrift über unsere Arbeit und die Personen, die dahinter stehen,
verfasst. Auch hier wünschen wir uns viele Rückmeldungen und Anregungen.
Viel Spaß beim lesen....
Klaus Reichenbach

Die "Arbeitsgemeinschaft bundesdeutsche Tauschsysteme" ist ein überregionaler
Zusammenschluß von Menschen, die in der Tauschbewegung aktiv sind. Sie hat es
sich zur Aufgabe gemacht, die Tauschidee auf allen Ebenen zu fördern und dazu
beizutragen, daß sie als notwendige Kraft in einem gesamtgesellschaftlichen
Veränderungsprozeß wahrgenommen und entwickelt wird.

Die Arbeitsgemeinschaft bundesdeutsche Tauschsysteme will:
· Integrativ wirken und ein Forum sein für den Ideenaustausch zwischen Tauschsystemen aus dem In- und Ausland.
· Die inhaltliche Arbeit zwischen den Bundestreffen fortführen und Erfahrungen aus den bisherigen weitergeben.
· Sich um tauschsystemübergreifende Aufgaben kümmern. Hierzu gehören z.B. Steuer- und Rechtsfragen, die Einbeziehung von Gewerbe, Beschäftigung von ABM-Kräften, Vor- und Nachteile von Vereinsgründungen.
· Bildungsarbeit leisten - z.B. in Form von Seminarangeboten, aber auch das "empowerment" der Einzelnen in den Tauschsystemen unterstützen, durch "LETS-bzw. Tauschsystem-Akademien", Weiterbildung durch Zukunftswerkstätten oder ganz neue Möglichkeiten.
· Tauschsysteme in die kommunalen Zusammenhänge und Gemeinwesenarbeit integrieren.
· Mit anderen gesellschaftlichen Gruppierungen und Institutionen Lösungen und Strategien - auch auf der politischen Ebene - entwickeln, die die Defizite in unserer Gesellschaft abbauen oder vermeiden helfen.
· Die öffentliche Präsenz der Tauschsysteme stärken

Wir setzen uns ein:
Ø für eine Neubewertung von Arbeit.
Ø für ein menschengerechtes lokales und soziales Wirtschaften.
Ø für neue Formen des Gebens und Nehmens.
Ø für mehr Solidarität in unserer Gesellschaft.
Ø Für Nachhaltigkeit in allen Lebenszusammenhängen.
Ø für neue Konsummuster und Lebensstile.
Ø für eine natürliche kulturelle Vielfalt
Ø für die bewußte und gegenseitige Förderung individueller Fähigkeiten und
Talente.
 

Kurz-Geschichte der Arbeitsgemeinschaft
Die Idee für eine überregionale Zusammenarbeit entstand auf einem Seminar in Freudenstadt im Februar 1998. Auf einem ersten Treffen in Berlin und dann im Mai 1998 beim 4. Bundestreffen in München begann sie mit ihrer praktischen Arbeit.

  • Dort wurden "Gesellschaftspolitische und ökonomische Anliegen und Wirkungen der deutschen Tauschsysteme" erarbeitet und vorgestellt.
  • Im Sommer 1998 wurden Wahlprüfsteine zu den Themen Verfügbarkeitsregelung, Sozialleistungen, Steuern aufgestellt, verschickt und ausgewertet.
  • Im Herbst/Winter 1998  arbeitete die AG an ihrem Selbstverständnis und gab sich einige vorläufige Grundsätze, um Formalien zu regeln.
  • Im September 1999 beim 5. Bundestreffen in Rostock stellt die Arbeitsgemeinschaft ein Positionspapier für die Tauschsysteme vor.
Die Finanzierung der Arbeit erfolgt aus eigener oder der Kasse des jeweiligen
Tauschsystems. Für Einzelne sind diese Kosten auf Dauer nicht tragbar.
Deshalb wird die Möglichkeit, einen Förderverein o.ä. zu gründen, erwogen.

Persönliche Treffen finden gelegentlich - derzeit mit etwa einem &frac14;-jährlichen
Abstand statt. Der nächste Termin ist am 19./20. November vorgesehen.

Zur Mitarbeit eingeladen ist jede/jeder, die/der sich kontinuierlich an den
Aufgaben beteiligt.

Derzeitige Teilnehmer/innen und deren Arbeits/Interessenschwerpunkte: ...



Kulturzentrum Tempel, Fassade

Womit sind wir angetreten? 
Was geht gemeinsam weiter?


Thema 3 des Tauschring Bundestreffens 2000 in Karlsruhe
Diskussionsbeitrag von Helfried Lohmann,
gehalten auf dem Markttag des TR-Ka am 13.9.00
 

Die Tauschring-Bewegung hat im großen und ganzen drei Wurzeln.
1. Wiederbelebung der Nachbarschaftshilfe / Leistungsaustausch
2. Soziale Kontaktbedürfnisse
3. Geldtheoretische und Alternativ-Wirtschaftliche Überlegungen

Ich denke das kann von allen anerkannt werden, auch wenn der eine oder andere Tauschring sich nur auf eine dieser Wurzeln bezieht oder eine andere Wurzeln hat. Was gemeinsam weiter geht hängt mit davon ab, was überhaupt weitergeht. Und wovon hängt ab, ob und was weiter geht? Diese Frage möchte ich näher beleuchten.

Damit der Tausch weitergeht braucht es:
1. Menschen, die die Orga-Arbeit machen
2. Begeisterung und etwas, mit dem ich mich Identifizieren kann
3. einen interessanten "Markt".

1. Orga-Arbeit

Die Orga-Arbeit muß finanziert werden. Das heißt möglichst wenig Aufwand (viel Effiziens) und Einnahmen entsprechend dem Aufwand. Das ist eine frage guter Organisation und hängt auch davon ab, ob die Motivation zum Tauschen von selbst da ist.
Das Orga-Team (jeder TR hat so etwas, egal wie es heist) trägt verantwortung für demotivierende Faktoren. Es kann initiativen starten und unterstützen, aber es kann nicht Aufgabe des Orga-Teams sein, Motivation zu schaffen. Dann wären wir im kapitalistischen Markt, wo (sinnlose) Bedürfnisse geschaffen werden, damit Arbeitsplätze erhalten bleiben, oder Kapitalinteressen befriedigen werden.

Wenn nicht getauscht wird, ist es an der Zeit:
- Die Qualität des Orga-Teams auf demotivierende Schwachstellen zu prüfen.
- Den Umfang der Orga-Arbeit auf eine vernünftige Relation zum Tauschvolumen zu reduzieren.
- Sich über Personalwechsel gedanken zu machen. Ist das Orga-Team ausgepowert oder zu sehr in sich verstrikt?

2. Begeisterung und Identifikation

Begeisterung kann nicht geschaffen werden - aber verhindert.

Ob beim Tauschen Begeisterung aufkommt, ist eine Frage von übereinstimmung mit "Lebensenergie" und "im Fluß sein". Eine Frage, ob Bedürfnisse richtig erkannt und treffend befriedigt werden können und ob es gelingt, das bewußt zu machen.

Wenn ich mich und meine Ziele positiv verwirklichen kann, dann dann ich mich auch mit der Gruppe oder Idee identifizieren, die das ermöglicht.

Begeisterung hat etwas mit Geist zu tun - also jenseits von materiellen Bedürfnissen. Damit ich den Geist einer Idee oder Gruppe erkennen kann, braucht es ein klares Profil. Es braucht auch Abgrenzung (nicht unbedingt Ausgrenzung) und einen Fockus auf die Zentralen Themen. Damit ich weis, welche Themen zentral sind, muß ich zuerst wissen, was ich will und wünsche. Ohne die Kenntnis von mir selbst kann ich nicht begeistern - allenfalls eine gewisse Euphorie verbreiten, die selten von Dauer ist.

Tauschringe sind i.d.R. pragmatisch auf gegenseitige Hilfe angelegt. Sie befriedigen auch einige soziale Bedürfnisse sehr gut und schaffen Kontakt. Aber sie bieten wenig Identifikationsmöglichkeit. Dezidiert eigenständige Positionen, die sich von anderen Organisationen (und deren Wertesystemen) unterscheiden lassen, finden sich nur bei der Frage der Bewertung der Arbeit und bei der Geldkritik.

Weiter bieten Tauschsysteme eine praktische Unterstützung im Zusammenwirken der Menschen aus einem bestimmten Kreis. Seniorengenossenschaften - Wohnprojekte - Freie Schulen - Glaubensgemeinschaften - Szenekreise - Kundenkreise - Internetgemeinschaften. Alle diese speziellen Tauschsysteme sind auch ein Teil und eine Bereicherung der Tauschring-Bewegung  - auch wenn ich mit dem Glaubenssystem der Gruppe, die den Tauschring macht evtl. nicht einverstanden bin. Es muß allerdings transparent gemacht werden, wenn ein Tauschsystem zu einer bestimmten Gruppe gehört. Wenn ich weis, aus welcher Motivation heraus die Teilnehmer eines bestimmten Tauschringes sich zusammengeschlossen haben, dann kann ich mich mit diesem Tauschring vernetzen (oder auch nicht). Z.B. haben wir in Karlsruhe eine Kooperation zwischen dem Tauschring.KA und dem Tauschring "Geben und nehmen" an der Waldorfschule beschlossen. So schaffen wir einen interessanteren Markt.

3. Ein interessanter Markt

Für einen interessanten Markt brauche ich viele Verschiedene Angebote, die auch tatsächlich verfügbar sind. Damit sich viele einbringen möchten, braucht es Motivation und Identifikation. Es müssen sich also viele verschiedene Menschen mit ihren Zielen und Bedürfnissen im TR wiederfinden können. Auf der anderen Seite bracht es dafür ein klares Profil. Konsequenter Weise folgt daraus die Forderung, viele kleine Tauschsysteme mit eigenen Profil zu bilden und zu vernetzen. So entsteht ein interessanter Markt und viel Identifikationsmöglichkeit. Es können auch einfach Stadtteilgruppen sein, die allerdings offen für Menschen aus anderen Stadtteilen sein sollten. Mit einer guten Büro-Organisation sollte der Verwaltungs-mehraufwand geschafft werden können.
 
 

Kulturzentrum Tempel, Fassade
 

Bundestreffen – was soll's?

Regine Deschle

Ziele, Inhalte, Struktur von Bundestreffen – was erwarten wir?Im Vorfeld des Bundestreffens 1999 hatten wir schon mal einige Gedanken entwickelt, wie wir uns die Tauschringlandschaft und die bundesweiten Treffen vorstellen (s. Heft 8/99 der Tausch-System-Nachrichten). Dazu kam es jedoch 1999 noch zu keiner Diskussion. Da uns das Thema jedoch am Herzen liegt und auch andere mitunter etwas anderes erwarten, als jeweils veranstaltet wird, sollten wir darüber in Karlsruhe diskutieren.

Hier kurz zu unseren ersten Gedanken:
 

  • Was erwarten wir von einem Bundestreffen?
  • Wollen wir einen Grundkonsens über unser Selbstverständnis erreichen?
  • Welchen Charakter sollen die Bundestreffen haben?
  • Wollen wir Entscheidungen treffen, Beschlüsse fassen?

1. Ausgangspunkt


So wie wir innerhalb der meisten unserer Tauschringe miteinander umgehen, so wollen wir es auch zwischen den Tauschringen halten. Wir wollen unsere Autonomie und Basisdemokratie erhalten, wir wollen gleichberechtigt sein, wir wollen Transparenz und Offenheit. Dazu gehört für uns auch Toleranz gegenüber anderen Auffassungen. Vielseitigkeit und Verschiedenartigkeit soll und darf es in unserer Landschaft geben.
 

2. Das Bundestreffen als Institution


An erster Stelle wünschen wir uns den Erfahrungsaustausch über alle uns interessierenden Fragen. Darüber hinaus kann das Bundestreffen zu einer gemeinsamen Plattform der Tauschringe werden, etwa so wie bereits in Kassel (1997) und München (1998) begonnen wurde. Dazu müßten wir uns über das Zustandekommen von Übereinkünften verständigen.

Es könnte aber auch die Form eines Weiterbildungsseminars annehmen oder Teile davon integrieren. Dies könnte aber auch getrennt von den Treffen – sozusagen dazwischen gesondert veranstaltet werden. Dazu könnten wir einen Referent/innen-Pool bilden, in dem sich für die verschiedenen Themen sachkundige Personen aus den TR oder von anderen Institutionen sammeln.
 

3. Veranstalter und Rahmen


Wir meinen, daß die Bundestreffen kontinuierlich jährlich – wie bisher – von unterschiedlichen Tauschringen und damit in wechselnden Städten veranstaltet werden, um Belastung und Verantwortung, aber auch Gewinn an Aktivität und Ansehen auf viele Tauschringe zu verteilen. Der veranstaltende Tauschring soll weitgehend autonom bei Themenwahl und Gestaltung sein. Günstig ist, wenn sich der Veranstalter-Tauschring bereits ein Jahr vorher – also dieses Jahr hier für das Treffen 2001 – bereit finden würde. Dazu müßte in den Tauschringen vorher beraten worden sein. Dann könnten Erfahrungen bei der Vorbereitung sowie Materialien, Checklisten o.ä. direkt am Ort an die Nachfolger übergeben werden.

Allen Tauschringen muß die Teilnahme am Treffen möglich sein, d.h. eine Begrenzung der Teilnehmer/innenzahl fänden wir nicht gut.
 

4. Entscheidungen


Verschiedene Arten von Entscheidungen sind denkbar: Beschlüsse, Empfehlungen, Resolutionen, Stimmungsbilder, … Sie hängen vom Inhalt und vom Zweck der jeweiligen Übereinkunft ab. Wenn wir damit z.B. an die Politik oder an die Öffentlichkeit treten wollen, ist schon ein bestimmtes Maß an Verbindlichkeit nötig, damit die Bundesarbeits-gemeinschaft, die ja unsere Interessen nach außen vertreten soll, verläßlich agieren kann.

Über Fragen, z.B. zur Rechtsform, zur inneren Organisation, Mitgliedschaft, Vernetzung u.ä. sollten wir Empfehlungen geben. Am günstigsten wird sein, zu jeder Entscheidung die jeweils geltende Verbindlichkeit zu benennen. Das Prinzip der Freiwilligkeit (Autonomie) sollte auch hierbei gelten, damit sich alle dazugehörig fühlen können.

Sehr wichtig finden wir, die Entscheidungen, die auf dem Bundestreffen getroffen werden sollen, vorher in den einzelnen Tauschringen zu diskutieren. Das bedeutet, daß die zur Entscheidung stehenden Fragen vorher in den Tausch-System-Nachrichten allen zur Kenntnis gelangen. Dann können sich auch die nicht anwesenden Tauschringe – vorher schriftlich – an der Entscheidung beteiligen.

Damit sprechen wir zugleich die Frage nach der Legitimation der Teilnehmenden an, die einen Konsens erreichen sollen oder mehrheitlich abstimmen. Über diese "Mehrheiten" (der Anwesenden, Stimmen der Tauschringe, 2/3 Mehrheit,…) sollten wir uns einigen, da ja erwartungsgemäß nicht alle Tauschringe und zum Entscheidungsplenum nicht alle Teilnehmenden anwesend sein werden.
 

5. Information/Öffentlichkeit


Wir halten es für selbstverständlich, daß alle Beschlüsse, Empfehlungen, Stimmungsbilder o.ä. in den Tausch-System-Nachrichten und in der Dokumentation des jeweiligen Treffens veröffentlicht werden. Damit gewährleisten wir zugleich, daß sich auch die nicht anwesenden Tauschringe an der weiterführenden Diskussion beteiligen können.

Das sind unsere ersten Gedanken, die wir auch bei uns noch nicht umfassend diskutiert haben.

Es wäre toll, wenn wir in einer Gruppe von Interessierten hier darüber sprechen könnten, um dem Abschlußplenum dazu einen Vorschlag zu unterbreiten.


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Das Recht zu tauschen

Stefan Purwin

Aus: "Ohne Moos geht’s los - Tauschringe in Deutschland", Sept. 1998
Hrsg: Kreuzberger Tauschring, Netzwerk Selbsthilfe

Tauschringe in Deutschland sind neu. Sie sind anders. Da soll auf einmal etwas, was unter Freunden üblich und auf dem Dorf auch heute noch Gang und Gäbe ist, in einer größeren Nachbarschaft möglich werden, der Tausch ohne Geld. Dieser Tausch von Dienstleistungen in Taler, Prinzen, Kreuzer, Peanuts, Tiden u.s.w., basiert auf Vertrauen und kann nicht vor Gericht eingeklagt werden. Wie soll das denn nun in irgendeine Schublade passen, geschweige den in unser Rechtssystem? Unsicherheit macht sich breit, wenn einmal etwas nicht geregelt ist.

Ist es denn nun Schwarzarbeit, wenn ich meinem Nachbarn das Fahrrad repariere? Muß ich den Haarschnitt, den ich meiner Nachbarin verpaßt habe, in meiner Steuererklärung angeben? Wird es mir künftig von der Sozialhilfe abgezogen, wenn ich für jemanden einkaufen gehe? Muß ich mich gar in die Handwerksrolle eintragen lassen, wenn ich das Zimmer eines Nachbarn tapeziere?

Die Debatte im vergangenen Jahr um die rechtliche Einordnung der Tauschringe ist leise geworden, hat aber Spuren der Verunsicherung hinterlassen. Dabei hat es zahlreiche positive Verlautbarungen gegeben. Die hessischen SozialamtsleiterInnen entschieden im November 1996, Tauschleistungen nicht auf den regelmäßigen Sozialhilfebezug anzurechnen. Auch die Berliner Sozialämter und die Sprecherin des Berliner Landesarbeitsamtes fühlen sich vom Tauschhandel nicht berührt, wie eine Nachfrage der Zeitung "Tagesspiegel" ergab. Ebenso ist der Besteuerungsansatz für Tauschleistungen aus den Haushaltsansätzen des Bundes für die Jahre 1997/98 ersatzlos gestrichen. Die Antworten von Regierungsstellen und PolitikerInnen auf die Forderungen in den Wahlprüfsteinen, die die Arbeitsgemeinschaft bundesdeutsche Tauschsysteme aufgestellt hat, sind ebenfalls ermutigend. So folgt die Staatskanzlei in Berlin unserer nachfolgenden rechtlichen Bewertung bezüglich der Verfügbarkeitsregelung (SGB III) und der Steuern.

Entwarnung also? Die Arbeitsgemeinschaft bundesdeutsche Tauschsysteme fordert zur Rechtssicherheit und Verbindlichkeit für alle örtlichen Behörden und zur Verhinderung von zeit- und kostenaufwendigen Einzelprüfungen Verordnungen, daß private Tauschring-TeilnehmerInnen explizit von einer Anrechnung auf Sozialleistungen ausgenommen sind (siehe Kapitel "Politische Forderunen"). So lange dies nicht geschehen ist, wird es weiterhin diese Verunsicherungen und die Abhängigkeit von den jeweiligen SachbearbeiterInnen vor Ort geben und so lange sind die nachstehenden Ausführungen wichtig für eine Lobbyarbeit und eventuellen Rechtfertigungen einzelner Tauschringe oder TeilnehmerInnen gegenüber Behörden.

Ausschlaggebend für die rechtliche Bewertung ist der Unterschied zwischen gewerblichen Tauschaktivitäten im Rahmen eines angemeldeten Gewerbes und Tauschaktivitäten privater Mitglieder als Form der organisierten Nachbarschaftshilfe.
 

Nachbarschaftshilfe ist keine Schwarzarbeit


Tauschringe sind in der Regel lokal auf die Nachbarschaft, auf einen begrenzten Sozialraum, ausgerichtet. Die räumliche Nähe kann die gleiche Straße, der gleiche Stadtteil, die Gemeinde oder auch eine Region sein. Abgesehen von den praktischen Gründen, daß sich der Tausch über größere Entfernungen wegen der langen Wege schlechter organisieren läßt, liegt die Motivation zu dieser lokalen Beschränkung im ideellen Wert der Nachbarschaftshilfe.

Die Nachbarschaft stellt zusammen mit Familie, Verwandtschaft und Freunden ein soziales Netzwerk dar. Die Förderung der Nachbarschaftshilfe ist eines der Ziele von Tauschringen. Nachbarschaftshilfe und bürgerschaftliches Engagement ist gesellschaftlich sinnvoll und gewollt, so daß sie grundsätzlich steuer- und versicherungsfrei ist. Schwarzarbeit liegt daher auch nicht vor, wenn es sich um Nachbarschaftshilfe, Gefälligkeiten oder Selbsthilfe im Wohnungsbau handelt (&sect;1 Abs. 3 Gesetz zur Bekämpfung von Schwarzarbeit).

Was Nachbarschaftshilfe ist, wird in diesem Gesetz nicht definiert. Es gibt aber Kriterien dafür, die Herr Dr. Marschall, Ministerialrat im Bundesministerium für Arbeit und Soziales in seinem Buch "Bekämpfung illegaler Beschäftigung" zur Erläuterung dieses Gesetzes beschreibt:

"Nachbarschaftshilfe ist...die gegenseitige Unterstützung zwischen Nachbarn...Dabei sind Nachbarn einmal die Personen, die in räumlich enger Beziehung zueinander wohnen, also Zimmernachbarn, Wohnungsnachbarn, Hausnachbarn, aber auch die innerhalb einer Straße, eines Wohnblocks oder eines überschaubaren kleinen Stadtviertels gemeinsam wohnenden Personen. Über diese "Nachbarn" im engeren Wortsinne hinaus, werden im Rahmen der Auslegung der Vorschriften über die Nachbarschaftshilfe auch die Angehörigen einer gemeinsamen Familie als Nachbarn angesehen, sowie die Angehörigen eines örtlichen Vereins oder einer örtlichen Gesellschaft.

Beispiele:

Der Maler A streicht die Wohnung des Elektrikers B im Nachbarhaus. B repariert dafür elektrische Leitungen in der Wohnung des A.

Der Stukkateur C aus Hamburg bessert die Decke in der Wohnung seines in Frankfurt lebenden Vaters D aus.

E ist Mitglied eines Schützenvereins. Er richtet eine Scheune im Anwesen des Schützenkönigs als Festraum her.

In allen Fällen liegt Nachbarschaftshilfe vor.

Nachbarschaftshilfe wird meistens unentgeltlich geleistet. Wird ein Entgelt gewährt, so liegt es meistens in der Gegenseitigkeit, mit der von dem durch die Nachbarschaftshilfe Begünstigten wiederum Nachbarschaftshilfe geleistet wird. Jedoch gehört Unentgeltlichkeit nicht zwingend zum Begriff der Nachbarschaftshilfe. Auch bei Zahlung eines Entgelts kann Nachbarschaftshilfe vorliegen."
 

Anrechnung auf Sozialhilfe?


Die Ziele des Bundessozialhilfegesetzes (BSHG) und die der Tauschringe überschneiden sich in einem Punkt: Unabhängigkeit von der Sozialhilfe. Tauschringe eröffnen zumindest den Weg in die Richtung, da die erweiterte Handlungskompetenz aktiviert und Selbstverantwortung gefördert wird. Dennoch wurde die Frage aufgeworfen, ob Tauscheinnahmen auf Sozialhilfe angerechnet werden könnten. Die Bundesregierung hat hier auf den Einzelfall verwiesen.

EmpfängerInnen von Sozialhilfe müssen ihr Einkommen zur Bedarfsdeckung einsetzen. Einkommen im Sinne des BSHG sind nur tatsächliche, "alsbald realisierbare Zuflüsse in Geld oder Geldeswert". Als Einkommen werden Einkünfte aus den einzelnen Einkunftsarten wie selbständiger und unselbständiger Arbeit, Land- oder Forstwirtschaft berücksichtigt. Einkünfte sind dabei die um die notwendigen Ausgaben bereinigten Netto-Einkommen.

Der Einkommensbegriff im BSHG lehnt sich also weitgehend dem im Einkommensteuerrecht an. Danach müßte auch hier eine Gewinnerzielungsabsicht mit dem Tauschhandel verbunden sein, also die Absicht positive Einkünfte zu erzielen. Tauschringe und deren private TeilnehmerInnen sind aber i.d.R. nicht gewinnorientiert, da sie - besonders bei Zeitorientierung - nicht mehr Verrechnungseinheiten einnehmen als sie einsetzen. Bei Tauscheinnahmen aus einer gewerblichen oder selbständigen Arbeit müßten diese aus einer nachhaltigen Tätigkeit hervorgehen. Die Kriterien dazu werden von den privaten Tauschring-TeilnehmerInnen i.d.R. nicht erfüllt (siehe unten, zu Steuerrecht).

Darüber hinaus sprechen folgende Punkte gegen eine Bewertung von Tauschleistungen als Einkommen im Sinne des BSHG :

  • Die Verrechnungseinheiten der Tauschringe stellen kein universelles Zahlungsmittel dar. Leistungen und Gegenleistungen werden lediglich innerhalb des begrenzten Kreises der Mitglieder eines Tauschringes ausgetauscht.
  • Der Tausch basiert auf Vertrauen. Es besteht kein Rechtsanspruch auf eine Gegenleistung. Es ist nicht gewährleistet, daß eine Gegenleistung erfolgt.
  • Zum Zeitpunkt der Leistungserbringung ist unklar, welche Gegenleistung zu erwarten ist. Soll Einkommen nach dem BSHG angerechnet werden, muß es sog. "Bedarfsidentität" aufweisen. Es kann also nur Einkommen angerechnet werden, daß zu Deckung des ‘Bedarfs’ bestimmt ist.
Sozialhilfe wird gewährt als laufende Hilfe oder einmalige Hilfen zum Lebensunterhalt. Der notwendige Lebensunterhalt umfaßt insbesondere Ernährung, Unterkunft, Kleidung, Körperpflege Hausrat, Heizung, und persönliche Bedürfnisse des täglichen Lebens. Für die laufende Hilfe wird als Regelbedarf ein pauschaler Geldbetrag gewährt (Regelsatz).

Lediglich die erhaltenen Waren und Dienstleistungen, die zu diesem Bedarf gehören, könnten als Einkommen gewertet werden, die eingenommenen Tauscheinheiten selbst nicht. Das Sozialamt müßte dann jede einzelne Tauschaktion dahingehend bewerten, ob eine Bedarfsidentität besteht. Solche Einzelprüfungen werden inzwischen durch weitgehende Pauschalierungen vermieden.

Wird etwas eingetauscht, was über diesen Bedarf hinausgeht (z.B. Mikrowelle oder Massage, Fahrradreparaturen, Gesangs- oder Musikunterricht), darf es nicht als Einkommen angerechnet werden. Die meisten Tauschaktionen dienen aber nicht der Deckung des Bedarfs. Sie zielen auf eine Verbesserung der Lebensqualität.

Hinzu kommt, daß Sachmittel bzw. Materialeinsatz ohnehin in DM verrechnet werden, lediglich die Arbeitszeit wird gegen Verrechnungseinheit eingetauscht. Erhält z.B. ein/e SozialhilfeempfängerIn Renovierungshilfe vom einem anderen Tauschringmitglied, fallen die Materialkosten i.d.R. in DM an, während die Hilfeleistung über die Verrechnungseinheit abgegolten wird. SozialhilfeempfängerInnen müssen ohnehin solche Arbeiten in Selbsthilfe organisieren, sofern sie dazu in der Lage sind. Einmalige Leistungen zum Lebensunterhalt können natürlich beim Sozialamt nicht mehr beantragt werden, wenn sie durch Tauschleistungen bereits abgedeckt wurden (z.B. Hausrat).

  • Die Mitglieder eines Tauschringes können ferner nicht davon ausgehen, im gleichen Zeitraum die entsprechende Gegenleistung zu erhalten, in dem ihnen die Sozialhilfe zufließt. Die Verrechnungseinheiten sind zunächst fiktive Einnahmen und somit kein Einkommen im Sinne des BSHG. "Einkommen im Sinne des &sect; 76 BSHG sind nur tatsächliche Zuflüsse in Geld oder Geldeswert. Nicht alsbald realisierbare Ansprüche sind dagegen kein Einkommen (BVerwG 31,100).
  • Geringwertige Leistungen wie kleine Geschenke oder Dienste im Rahmen der Nachbarschaftshilfe werden nicht als Einkommen im Sinne des BSHG gewertet. Sie müßten einen "finanziellen Marktwert" haben, d.h. sie müßten sonst mit Geld erworben werden. Nicht-professionelle bzw. nicht-gewerbliche Dienstleistungen (z.B. Haarschnitt von Bekannten) wird aber üblicherweise nicht mit Geld vergütet.
  • Bei Tauschringen mit Zeitverrechnung ist die Ermittlung eines Marktwertes sehr schwierig, da sich die Verrechnungseinheit nicht an den Marktpreisen in DM orientiert.
  • Tauschen als neue Form von Freiwilligem Sozialem Engagement:
Bei einer Zielsetzung des Tauschrings zur Verbesserung der Nachbarschaftshilfe, der Kontakte und der Selbsthilfe sind nicht nur die Arbeiten der OrganisatorInnen eines Tauschringes ehrenamtlicher Arbeit gleichzusetzen, sondern auch die aller TeilnehmerInnen. Sie bewirken mit ihrem Tausch eine Verringerung der Isolation und das Knüpfen eines sozialen Netzes. Die erhaltenen Verrechnungseinheiten könnten wegen ihres ideellen Wertes analog den Aufwandsentschädigungen gewertet, die nicht von der Sozialhilfe abgezogen werden können.
  • Getauschte Waren und Dienstleistungen könnten auch als "Zuwendung Dritter" gewertet werden, die nicht angerechnet werden, wenn sie wie in Tauschringen ohne rechtliche oder sittliche Verpflichtung erbracht werden oder eine besondere Härte vorliegt (z.B. wenn die Zuwendung durch Arbeit verdient wurde).

Arbeitsförderung


Jüngste Verlautbarungen aus dem Hause Jagoda ließen Freie Träger und Freiwilligenagenturen aufhorchen. Trotz des neuen SGB III sollen ehrenamtliche Tätigkeiten ein Kriterium für die Verfügbarkeit einer arbeitslosen Person sein. Das würde bedeuten, wer mehr als 15 Stunden pro Woche ehrenamtlich tätig ist oder mit Tauschaktivität verbringt, verliert sämtliche Ansprüche auf Arbeitslosengeld oder -hilfe.

Von Dr. Alexander Gagel wurden in seinem Gesetzeskommentar bereits zum alten AFG "Tätigkeiten, die nicht unmittelbar Erwerbszwecken, sondern ideellen oder religiösen Zwecken dienen (z.B. die ehrenamtliche Tätigkeit in einem Verein) oder aus Liebhaberei geschehen (Hobbytätigkeiten)" von der Verfügbarkeitsregelung ausgenommen, weil diese "regelmäßig auch von vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmern in erheblichem Umfang ausgeübt" werden und "der Arbeitslose sie jederzeit einschränken oder ganz aufgeben kann". Die Rechtsprechung hat die Verfügbarkeitsregelung jedoch restriktiv ausgelegt. Zum Zeitpunkt des üblichen Posteinganges hatten alle arbeitslosen Personen zuhause zu sein. Sie mußten täglich die Möglichkeit haben, das Arbeitsamt sofort aufzusuchen. Dies schloß sämtliche Tätigkeiten im Rahmen kultureller, sportlicher, karitativer und sonstiger Interessen aus.

"Diese Rechtsprechung dürfte sich aufgrund der (neuen) Formulierungen in den &sect;&sect; 118, 119 SGB III nicht mehr aufrecht erhalten lassen", schreibt Thomas Bubek, Richter am Sozialgericht Freiburg. "Der Gesetzgeber hat die bisher geltende strenge Residenzpflicht aufgebenen....Sie können sich jetzt also auch an einem anderen Ort als Ihrem Wohnort aufhalten und beispielsweise eine andere zuverlässige Person beauftragen, täglich ihre Post zu überwachen und Sie erforderlichenfalls (z.B.: telefonisch oder per fax) sofort zu informieren. Ist dies sichergestellt und halten Sie sich in ortsnaher Entfernung auf, die es zuläßt, zeitnah zu reagieren, ist Ihre Verfügbarkeit nicht beeinträchtigt." Die Berliner Staatskanzlei bestätigt für Berlin-Brandenburg, daß private, nachbarschaftliche Tauschaktivitäten nicht in Konflikt stehen mit der sog. "Verfügbarkeitsregelung".

Bestimmte Tätigkeiten, wie die Teilnahme an Trainingsmaßnahmen, Maßnahmen der Berufsfindung oder auch das Erbringen gemeinnütziger Leistungen, schließen die Verfügbarkeit nicht aus. Sie werden im &sect;120 SGB III explizit genannt. Wie die Rechtsprechung dies auslegen wird, bleibt abzuwarten.
 

Steuern auf Tauschleistungen?


Zur Besteuerung gibt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf die kleine Anfrage der Grünen keine abschließende generelle Bewertung aller Tauschaktionen ab, sondern macht dies jeweils vom Einzelfall abhängig. Sie geht davon aus, daß es sich bei den TauschpartnerInnen in der Regel nicht um Gewerbetreibende handelt, da keine Gewinnerzielungsabsicht vorhanden ist. Tauschaktionen sind keine auf Dauer angelegte selbständige Tätigkeit. Selbst bei minimalem Gewinn würden sie als Bagatelltätigkeiten betrachtet.

Sollten jedoch die Voraussetzungen für ein Gewerbe gegeben sein, "muß den Anforderungen der Gewerbeordnung und der Handwerksordnung Rechnung getragen werden (z.B. Eintragung in die Handwerksrolle). Wegen der Vielzahl denkbarer Ausgestaltungen bleibt dies jedoch einer Einzelfallprüfung der zuständigen Behörden überlassen." Die meisten Verrechnungseinheiten sind als Zeiteinheiten nicht konvertierbar in die Landeswährung. Bei Gewerbebetrieben als Mitglieder in einem Tauschring gilt dann aber immer noch die Kleinunternehmerregelung, nach der der Betrieb umsatzsteuerfrei ist, wenn der Jahresumsatz nicht 32.500 DM übersteigt.

Auch bei der Einkommensteuer hält sich die Bundesregierung zurück. Sie trennt Erwerbssphäre und Privatsphäre. Erwerbseinkünfte sind gekennzeichnet durch "die entgeltliche Verwertung von Leistungen ... am Markt" und durch eine selbständige nachhaltige Betätigung mit dem "Abzielen auf positive Einkünfte durch eine unter eine Einkunftart fallende Leistung" (selbständige Arbeit, nichtselbständige Arbeit, Kapitalvermögen, Gewerbebetrieb etc.).

Kriterien für die Nachhaltigkeit müssen allesamt gleichzeitig erfüllt sein: mehrjährige, auf Wiederholung angelegte Tätigkeit, planmäßiges Handeln, Beteiligung am Markt, Auftreten wie ein Händler, Unterhalten eines Geschäftslokales etc. Sie treffen für die privaten Mitglieder in Tauschringen i.d.R. nicht zu. Tauschringmitglieder gehen demnach weder einer selbständigen noch einer gewerblichen Tätigkeit nach.

Der Besteuerungsansatz für Tauschleistungen wurde folgerichtig aus den Haushaltsansätzen des Bundes für die Jahre 1997/98 ersatzlos gestrichen..

Um die bestehenden Unsicherheiten abzubauen, fordert die Arbeitsgemeinschaft bundesdeutscher Tauschsysteme auch hier eine deklaratorische Ausnahme privater Tauschringmitglieder von Besteuerung sowie eine Steuerfreiheit für Gewerbebetriebe in Tauschringen im Rahmen einer Experimentierphase (z.B.10 Jahre) zur Stärkung der Lokalen Ökonomie und zur Regionalförderung. Sollten Steuern erhoben werden, sind diese in der Verrechnungseinheit lokal und gemeinwesenorientiert einzusetzen. Um das Entwicklungspotential der Tauschringe nutzen und künftig erweitern zu können, sollten Hindernisse vermieden bzw. abgebaut werden.
 

Haftpflichtversicherung


In den meisten Teilnahmebedingungen ist festgehalten, daß die Tauschenden für die Tauschaktionen selbst verantwortlich sind und der Tauschring keinerlei Haftung übernimmt. Geht bei einer Tauschaktion etwas zu Bruch, zahlt aber auch die private Haftpflichtversicherung in der Regel nicht, da der Tausch meist im Auftrag erledigt wird. Ob die Tauschringzentrale eine Gruppenhaftpflicht oder Gruppenunfallversicherung für alle ihre Mitglieder abschließen kann, ist aufgrund der schwierigen Risikoabwägung durch die Vielfalt unterschiedlicher Tauschaktionen fraglich.

Eine andere Möglichkeit: Die Zeitbörse Werra-Meißner denkt momentan über eine interne Absicherung in ihrer lokalen Verrechnungseinheit nach.
 

Bankengesetze


Konflikte mit der Bankengesetzgebung sind bei den Tauschringen nicht zu erwarten und werden deshalb nur kurz erwähnt.

Zwischen den Tauschring-TeilnehmerInnen und dem Tauschring können keine schuldrechtlichen Ansprüche geltend gemacht werden, es besteht kein Anspruch auf Auszahlung des Tauschguthabens in DM. Das Kreditwesengesetz bleibt dadurch unberührt.

Auch das Bundesbankgesetz findet keine Anwendung, da die Tauschringe in Deutschland keine Geldscheine oder Noten ausgeben. Die Guthaben werden lediglich auf Konten gebucht. Sollten dennoch Gutscheine ausgegeben werden, müssen sie eindeutig als Gutschein erkennbar und deklariert sein.
 

Datenschutz


Der Umgang mit den Daten der TeilnehmerInnen ist nicht nur eine rechtliche Frage, sondern berührt ganz entscheidend das Vertrauensverhältnis innerhalb eines Tauschringes.

Viele Tauschringe erheben zur Mitgliederverwaltung und auch als Vertrauensschutzmaßnahme persönliche Daten wie Adresse, Telefonnummer, Geburtstag und -ort. Darüber hinaus veröffentlichen viele Tauschringe den Kontostand und die Anzahl der Tauschaktionen beispielsweise in der Tauschzeitung.

Es sollte auf jeden Fall sichergestellt werden, daß die TeilnehmerInnen davon wissen, damit einverstanden sind und ihre Einwilligung schriftlich, z.B. in der Beitrittserklärung, bekunden. Diese Daten sollten dann auch nur innerhalb des Tauschringes öffentlich sein. Wird eine öffentliche Zeitung zur Verbreitung von Tauschangeboten genutzt, sollten die persönlichen Daten codiert werden.


Kulturzentrum Tempel, Fassade

Literaturliste

Helfried Lohmann

Es gibt verschiedene Literaturlisten mit Buchtips, Zeitschriften und allgemeiner Literatur über verwandte Themen. Alle sind unterschiedliche und nur einige haben genauerer Beschreibungen der Inhalte. Die meisten sind lange nicht aktualisiert.
Vielleicht findet sich jemand, der für die Tauschringe eine Liste pflegt und kommentiert. Wenn diese Liste einmal steht, kann die Aufgabe im nächsten Jahr auch an jemand anderen weitergegeben werden.

Beispiele, wo schon was steht:

http://home.t-online.de/home/h.-j.werner/taurnf2.htm
http://www.tauschring.de/d0901lit.htm

und in "Ohne Moos geht’s los - Tauschringe in Deutschland", Sept. 1998
Hrsg: Kreuzberger Tauschring, Netzwerk Selbsthilfe


Kulturzentrum Tempel, Fassade

Gewerbe im Tauschring

Norbert Baier

Sind Gewerbebetriebe im Tauschring erwünscht oder nicht ? Das ist eine Frage, die
in vielen Tauschringen gestellt wird. Sie kann nicht allgemeingültig beantwortet
werden.

Die Entscheidung darüber, ob Gewerbebetriebe am Tauschring teilnehmen sollen oder
nicht, kann nur von jedem einzelnen Tauschring für sich selbst beantwortet werden.
Die Teilnahme von Gewerbe am Tauschring ist von der steuerlichen und auch
rechtlichen Seite betrachtet kein Problem. Es gibt keine Gesetze, die es einem
Unternehmen verbieten, sich an einem Tauschring zu beteiligen.

Es ist jedem Tauschring freigestellt, ob er Unternehmen beiteiligen will oder
nicht.

Für viele Tauschringe ist die Frage, ob Gewerbebetriebe erwünscht sind oder nicht,
eine Fra-ge des Selbstverständnisses. Da für die gewerblichen Unternehmen klare
rechtliche und steuerliche Voraussetzungen vorliegen, müssten aus diesem Grund in
vielen Tauschringen die Spielregeln geändert oder modifiziert werden, um für die
Betriebe überhaupt tragbare Teilnahmebedingungen am Tauschring zu bieten.

Wenn sich ein Tauschring für die Beteiligung von Gewerbe entschieden hat, ist es
für ihn oftmals recht schwierig, Betriebe zum Mitmachen zu bewegen. Erfahrungen
haben nämlich gezeigt, dass Gewerbebetriebe in Tauschringen sehr gefragte
Teilnehmer sind. Sehr oft nehmen sie wesentlich mehr Talente (Punkte......) ein,
als sie verbrauchen können. Erst wenn dieses Problem gelöst ist, können viele
Unternehmen für eine Teilnahme am Tausch-ring gewonnen werden.

In der Arbeitsgruppe Gewerbe im Tauschring geht es in erster Linie darum, wie und
unter welchen Bedingungen, es sinnvoll ist Gewerbebetriebe am Tauschring zu
beteiligen. Es soll deutlich werden was zu beachten ist, wenn Tauschringe sich mit
der Frage beschäftigen ob sie Unternehmen für sich gewinnen wollen.

Da unsere Tauschringlandschaft so vielfältig ist möchte ich Entscheidungshilfen
geben, in wieweit es für einen Tauschring sinnvoll ist, Gewerbebetriebe bei sich
im Tauschring zu in-tegrieren. Die Entscheidung kann dann letztendlich jeder
Tauschring nur für sich allein tref-fen.

Norbert Baier
Talent-Tauschring Freiburg e.V.


Kulturzentrum Tempel, Fassade

Ressourcen-Tauschring

aus http://www.bag-tauschsysteme.de/html/resstr1.html
Warum
Teilnamebedingungen
Limits
Teilnahmeerklärung

Warum überregionale Vernetzung?


Umfrageergebnis:

"Wir wollen eine bundesweite Tauschvernetzung!"

Schon lange wird diskutiert, wie Tauschringe untereinander Waren und Dienstleistungen tauschen könnten. Schlagworte der Debatte: Vernetzung, Außenkonten oder Verrechnungszentrale. Doch über theoretische Diskussionen - auch in den TSN - ist man bisher kaum hinausgekommen, das Thema "Vernetzung" bleibt ein Dauerbrenner in der Tauschring-Landschaft.

Mit dieser Frage sind viele Unsicherheiten und unklare Vorstellungen verbunden, wie diese Vernetzung überhaupt funktionieren soll. Besonders schwierig ist der Umgang mit der oft unbegründeten, aber ständig vorhandenen Angst, durch eine Vernetzung könnte die eigene Unabhängigkeit verloren gehen, und ein ominöses, unkontrollierbares Machtzentrum entstehen. Gleichzeitig aber gibt es den starken Wunsch, einen überregionalen Tausch von Leistungen auf die Beine zu stellen.

1998 machte "LETS-Netz München" als Organisatorin des Bundestreffens das Angebot alle Leistungen des Veranstalters auf Verrechnungsbasis zu begleichen. Trotz aller Unsicherheiten haben alle TeilnehmerInnen ohne Zögern dieses Angebot angenommen.

Die Tausch-System-Nachrichten haben danach das Tauschnetz D vorgestellt und auch die norddeutsche Verrechnungszentrale. Diese Angebote stießen auf eine geringe Resonanz - die Fragen bleiben dieselben: Ominöses Machtzentrum? Verlust der Unabhängigkeit? Funktionsweise der Vernetzung? Jede Woche erreichen das Tauschring-Archiv Anfragen zu dieser Thematik, aus denen hervorgeht: Die Unsicherheiten bestehen weiterhin, gleichzeitig aber auch der Wunsch nach einem überregionalen Austausch.

Das Tauschring-Archiv selbst hat monatlich einen überregionalen Leistungsaustausch von durchschnittlich 25 Stunden - so wollen wir auf den nächsten Seiten auf vielfachen Wunsch darstellen, wie unser Ressourcen-Tauschring funktioniert. Und dabei die Gelegenheit nutzen, mit einer Reihe von Fehleinschätzungen aufzuräumen.

Regionalität?

Ein immer wiederkehrende Argument besteht darin, den regionalen Charakter von Tauschsystem zu betonen. Das ist völlig richtig und soll auch weiterhin so bleiben. Doch trotz aller Regionalität ist es immer wieder notwendig, auf Angebote anderer Tauschringe eingehen zu können. Einige Beispiele dazu: Übernachtungen, Urlaub (auch in Deutschland), seltene Leistungen, die nicht oft angeboten werden (Übersetzungen in Fremdsprachen), oder einfach auch Leistungen, die im eigenen System nicht zu erhalten sind. Selbstverständlich wird dabei nicht daran gedacht, eine Waschmaschine von München nach Hamburg transportieren zu lassen Das wäre ein ökologischer und sozialer Unsinn. Es geht hier vielmehr um EDV-Leistungen, Beratungen, Recherchen, und und....  hier ließen sich Seiten vollschreiben, um detailiert aufzulisten, wieviele Leistungen für einen überregionalen Tausch in Frage kommen.

1998 wurde in München eine Diplomarbeit geschreiben, die u.a. eine geographische Auswertung der Tauschbeziehungen im "LETS-NETZ München" zum Gegenstand hatte, also untersuchte diese Arbeit ein sehr großräumiges Gebiet, weit über die Stadtgrenzen Münchens hinaus. Dabei stellte sich heraus, daß sich die Tauschbeziehungen so entwickelten, daß die Partner von selbst darauf achteten, die nächstliegenden Leistungspartner zu suchen und zu finden. So sollte es auch grundsätzlich nach den Prinzipien der Tauschidee sein. Warum also die Bedenken, dies könnte sich auf Bundesebene anders entwickeln? Zudem kann dies durch eine Verrechnungszentrale reguliert werden.

Eigenständigkeit?

Die reine Verrechnung der Leistungen und eine überregionale Marktzeitung können die Eigenständigkeit eines Tauschsystems überhaupt nicht bedrohen. Dies geschieht eher bei den zur Zeit sehr beliebten Einzel-Außenkonten, die keiner echten Kontrolle unterliegen. Durch diese Außenkonten, die völlig frei benutzt werden, kann ein System in die Verschuldungsfalle geraten.

Das, was derzeit von einigen Leuten als "die dezentrale Patentlösung" betrachtet wird, ist genau das Gegenteil einer "Patentlösung". Grund: Es kann zu einerunkontrollierten Abwanderung von Verrechnungseinheiten und damit zu einer Schieflage des Systems kommen. Es können "reiche" und "arme" Tauschsysteme entstehen. Das würde zwangsläufig diese "Seifenblase" platzen lassen, was einen nicht wieder korrigierbaren Schaden für die Idee zur Folge hätte. Nur eine überregionale Verrechnungszentrale kann einen solchen Mißerfolg verhindern.

Mehr Aufwand?

Warum sollte mehr Verwaltungsaufwand auf ein lokales Tauschsystem zukommen? Nur weil ein anderer Buchungsbeleg als der lokale ausgefüllt wird? Alle anderen Leistungen erbringt doch die Verrechnungszentrale. Das wird in den Teilnahmebedingungen ausführlich dargestellt.

Kosten?

Auch die Kosten einer überregionalen Verrechnung sind nicht so groß, wie immer diskutiert oder angenommen wird. Durch eine Ansiedlung der Verrechnungszentrale beim Tauschring-Archiv und den Tausch-System-Nachrichten entfallen viele Kosten. Die überregionale Marktzeitung wird als Beilage der TSN ausgeliefert. Dadurch entstehen keine großen Mehrkosten, auch der Arbeitsaufwand wird so minimiert.

Die sonstigen Kosten (Verbuchungsgebühr und Sachaufwand) werden sich auch in einem kleinen Rahmen halten, wenn man bedenkt, daß der überregionale Leistungsaustausch nur einen begrenzten Umfang haben wird. Wenn in den nächsten Jahren auch nur 10% der lokalen Verrechnungseinheiten für einen überregionalen Leistungstausch genutzt würden, wäre das schon ein großes Tauschvolumen. Außerdem wird es langfristig bestimmte Limits geben müssen, wieviel Prozent des lokalen Umsatzes in den überregionalen Tausch fließen dürfen: Vielleicht bis zu 20 Prozent, damit einzelne Tauschringe keinen Verlust an Kaufkraft erleiden, der sie dann wirklich in ihrer Selbständigkeit und wirtschaftlichen Attraktivität bedrohen würde.

Vorteile?

Eine überregionale Verrechnungszentrale kann viele Probleme lösen, die häufig diskutiert werden: Kontentransfer bei Umzug, Initiierung gemeinsamer überregionaler Projekte, überregionale Leistungen von Aktiven auf der Bundesebene, usw. Aber es kann auch viel Frustration verhindert werden, wenn im eigenen Tauschring erfolglose Gesuche überregional auf Resonanz stoßen.

Weitere Aspekte:

  • TeilnehmerInnen mit wenig Geld könnten sich Übernachtungen für einen Kurzurlaub leisten.
  • Sind Produkte nicht vorhanden, die für lokale Leistungen nötig sind, können sie überregional eingetauscht werden.
  • Werden Leistungen im lokalen System nicht mehr abgenommen, weil das Potential vor Ort ausgereizt ist, könnten sie über die Verrechnungszentrale anderen Tauschsystemen zugänglich gemacht werden. Beispiel: Hat ein produktiver Teilnehmer sein Tauschsystem mit den selbst hergestellten Bildern ausreichend versorgt, besteht kein Bedarf mehr für seine Leistungen. Was macht er dann? Ausscheiden?
  • Interessant ist auch die Frage, wie man sich Informationen über eine fremde Stadt besorgt. Auch das könnte ein Gegenstand überregionaler Verrechnung sein.


Eine Analyse verschiedener lokaler Marktzeitungen hat ergeben: Ca. 10-15 Prozent der angebotenen Leistungen sind übertragbar auf den überregionalen Austausch, selbstverständlich unter Berücksichtigung ökologischer Gesichtspunkte. Dazukommt:  Durch die überregionale Leistungserbringung ist eine direkte Schonung von Ressourcen zu ereichen. Beispiel: Um Recherchen für das Archiv zu betreiben, muß ich nicht mehr selbst vor Ort sein, kann mir also die Fahrt und das Benzin sparen. Ich kann Mitfahrgelegenheiten nutzen, wenn ich zu einem Besuch möchte.

Schlußbemerkung

Der Ressourcen-Tauschring funktioniert nicht anders als jedes lokale Tauschsystem: Es handelt sich bei ihm um eine reine Vermittlungszentrale, die Angebote und Gesuche zusammenführt sowie die Kontostände festhält. Mehr nicht. Dabei würde niemand in der Tauschring-Landschaft auf die Idee kommen, seinem lokalen Tauschsystem mißtrauisch zu begegnen. Genauso wenig Grund gibt es bei einer Verrechnungszentrale, die nur ein Tauschsystem für Tauschsysteme ist. Jedes System kann jederzeit unter denselben Bedingungen wie seine lokalen Mitglieder ausscheiden. Dieses Selbstverständnis der Verrechnungszentrale muß sind langsam rumsprechen.

Fast alle europäischen Länder, in denen es Tauschsysteme gibt, haben so eine überregionale Verrechnungsmöglichkeit; auch in vielen Ländern außerhalb Europas ist das so. Immer wieder wird in verschiedenen Publikationen darüber berichtet - auch in lokalen Marktzeitungen. Soll aber ernsthaft ein überregionaler Tausch ins Leben gerufen werden, wird es schwierig in Deutschland.

Wir wollen: Vielfalt UND Gemeinsamkeit. Dazu brauchen wir eine lebensfähige und praktikable Alternative. Das kann aber nur geschehen, wenn wir alle gemeinsam zusammenwirken, nur dann haben wir eine echte Chance, unsere Ziele zu erreichen. Nun aber zu den Teilnahmebedingungen!


Teilnahmebedingungen


für den

Ressourcen-Tauschring

Kommentiert und begründet aus der

 bisherigen Praxis überregionaler Verrechnung

Stand 01.09.1999

1. Gebühren

Für die Zeit vom Beginn der Teilnahme bis zum 31.12.2000 fallen keine weiteren Gebühren als 20,- DM + 1 Tauschstunde pro Jahr (TS) für das "Vorsorgekonto" an. (siehe Seite  ............, TSN Nr. 8, Aug. 99). In diesen Gebühren sind enthalten:

1.Grundausstattung mit Buchungsbelegen und Listen der Teilnehmer.

2.Überregionale Marktzeitung. Der Versand der Marktzeitung erfolgt mit den TSN. Zu Beginn erfolgt die Erstellung der Marktzeitung bei jeder 2. Ausgabe der TSN.

3.Versand der Kontoauszüge und aktualisierte Teilnehmerliste.

4.Aufnahme der Anzeigen in die überregionale Marktzeitung.

5.Versand der eingereichten Buchungsbelege an die Tauschsystemverwaltung des lokalen Tauschsystems der beiden Tauschpartner.

Kommentar zu den Gebühren und den mit ihnen verbundenen Leistungen: Nach dem 31.12.2000 besteht erst die Möglichkeit einer realistischen Einschätzung über den tatsächlichen Aufwand. Nach dieser Phase werden wir die Festsetzung der notwendigen Gebühren, DM + Talente/Stunden in Absprache mit den Teilnehmern klären.

Mit dem Versand der Kontostände für das vorletzte Quartal im Jahr 2000, im Oktober, werden wir gleichzeitig eine Übersicht des bisherigen Aufwandes und eine daraus resultierende Vorausschau für die Zukunft beilegen. Damit ist gewährleistet, daß sich alle Teilnehmenden ein realistisches Bild vom Aufwand machen können.

2. Teilnehmer

Es können grundsätzlich nur Tauschsysteme teilnehmen.

Kommentar zur Auswahl der Teilnehmer: Hier setzt das Prinzip der Lokalität an! In der Vergangenheit gab es immer wieder angedachte Konzepte für überregionale Verrechnungszentralen, in denen sowohl lokale Tauschsysteme wie auch juristische Personen teilnehmen konnten. Für diesen Ansatz könnte man die unterschiedlichsten Begründungen vorlegen. Diese Argumente halten wir alle nicht für vereinbar mit den grundsätzlichen Prinzipien der Tauschsystem-Landschaft: Natürlich ist es für eine Verrechnungszentrale wirtschaftlich interessanter, möglichst viele Einzelmitglieder zu haben, da dadurch auch mehr Einnahmen zu verzeichnen sind.

Doch durch diese vielen Einzelmitglieder würde eine Machtposition der überregionalen Verrechnungszentrale entstehen, da sich diese Einzelmitglieder (meistens Firmen oder andere Organisationen) bei einem eventuellen Ausscheiden mit der Verrechnungszentrale direkt einigen müßten, wie der Ausgleich der Kontostände zu erfolgen hat. Vereinzelt wurde in diesen angedachten Teilnahmebedingungen immer wieder über einen DM-Transfer geschrieben. Hier könnte dann theoretisch langfristig ein DM-Gewinn für die Verrechnungszentrale entstehen. Das wollen wir aber von Anfang an ausschließen.

Grundsätzlich ist es nicht stimmig, einen Teilnehmer, der nicht an einem lokalen Tauschsystem beteiligt ist, über eine überregionale Verrechnungszentrale tauschen zu lassen. Außerdem wollen wir die lokalen Tauschsysteme stärken und nicht schwächen! Wenn also eine Firma an diesem System teilnehmen will, muß sie zwangsläufig Mitglied im örtlichen Tauschsystem werden. Wenn wir diesen Grundsatz nicht beachten, lösen wir das Lokalitätsprinzip auf!

Denn welcher Sinn ergäbe sich aus einer Teilnahme an einer überregionalen Verrechnung, wenn ich nicht vor Ort in einem lokalen Tauschsystem aktiv sein würde?

3. Verrechnungseinheiten

Vorbemerkung: Hier kommt für viele die größte Schwierigkeit. Alle bisherigen Überlegungen basierten auf dem einfachen Grundsatz: Wir verrechnen nur Stunde gegen Stunde. Anders war das bei einem theoretischen Konzept der ‚Urzeit‘ ,das nie weiterentwickelt wurde. Die Folge der reinen Stunde-Stunde-Verrechnung: Zwangsläufig konnten immer nur die Tauschsystem teilnehmen, die auf reiner Stundenbasis verrechnen.

Mit dieser Logik schließt man grundsätzlich einen nicht unbeträchtlichen Teil unserer Landschaft aus. Anstatt ein Gemeinschaft zu bilden, würden dadurch zwangsläufig mehrere ‚Tauschsystem-Landschaften‘entstehen. Daher wollen wir es uns nicht ganz so einfach machen.

A. Verrechnungseinheit

a)Die Verrechnungseinheit lautet: 1 Tausch-Stunde (TS) = 60 Zeit-Talente(ZT)

b)Plus- und Minuslimit: Jedes System hat ein Plus- und Minus-Limit von 50 Tausch-Stunden. Ohne vorherige Absprache mit der Verwaltung des Ressourcen-Tauschrings kann dieses Limit nicht über oder unterschritten werden. Ist diese Limitgrenze erreicht, werden alle weiteren Buchungen grundsätzlich ohne Verbuchung zurückgeschickt. Eine Liste der Kontostände der Teilnehmer wird der Markzeitung beigefügt. Dies dient, wie in gewohnter lokaler Praxis, der Transparenz. Dadurch besteht jederzeit die Möglichkeit, sich zu informieren, ob das jeweilige Tauschsystem noch ‚tauschfähig‘ ist.

B. Verrechnung zwischen unterschiedlichen Systemen

a) Miteinander tauschen können dann ohne besondere Probleme: Tauschsysteme mit fester Stundenverrechnung, also alle Tauschsysteme, bei denen es keine Verhandlungsmöglichkeit über eine Stunde Leistung gibt. In diesen Systemen ist jede Stunde Lebenszeit gleichviel wert.

Beispiel

Tauschsystem A: Wert der Stunde entspricht 6 Batzen.

Tauschsystem B: Wert der Stunde entspricht 15 Roller.

Tauschsystem C: Wert der Stunde entspricht einer Stunde, da es keine Aufsplittung der Stunde wie in System A und B gibt.

    (A)                 (V-Zentrale)                  (B)

6 Batzen =      1 Tausch-Stunde (TS)   = 15 Roller

3 Batzen =   0,5 Tausch-Stunde (TS)   = 7,5 Roller

Oder:

     (A)              (V-Zentrale)                  (C)

6 Batzen =    1 Tausch-Stunde (TS)   =  1  Stunde

3 Batzen =   0,5 Tausch-Stunde (TS) = 0,5 Stunde

b)Tauschsysteme mit frei aushandelbaren Preisen für eine Leistung, also alle Tauschsysteme, die ihre Preise direkt verhandeln und buchen lassen können.

Beispiel:

Tauschsystem D: frei aushandelbare Preise.

Tauschsystem E: frei aushandelbare Preise.

       (D)           (V-Zentrale)                  (E)

18 Talente =    1 Tausch-Stunde (TS)     = 18 Kiesel

  9 Talente =   0,5 Tausch-Stunde (TS)   =   9 Kiesel

c)Bisher nicht kompatible Tauschsysteme, also zwei Tauschsysteme, von denen das eine kein Aushandeln über den Wert einer Stunde zuläßt (reine Zeitverrechnung), und das andere frei aushandelbare Preise hat.

Kommentar: Schwierig wird es, wenn Tauschsysteme unterschiedlicher Verrechnungsform miteinander tauschen wollen. Zu diesem Thema gab es in der Vergangenheit schon die unterschiedlichsten Vorschläge. Auch wir haben uns in dieses Thema vertieft und intensiv darüber diskutiert. Das Ziel war, eine Verrechnungsform zu finden, die beides beinhaltet: die frei aushandelbaren Preise und die klar festgelegte Stundenverrechnung. Dabei sollte es zum einen keine "Knebelung" durch Umrechnung in feste Preise geben, und zwar für Tauschsysteme mit freien Preisen. Zum anderen war gleichzeitig darauf zu achten, daß bei solchen ‚Mischverrechnungen‘ keine Ungleichheiten oder Schieflagen auftreten können, insbesondere bei Tauschringen mit festgelegter Stundenverrechnung.

Wir fanden keine entsprechende Lösung, wie auch schon alle Versuche in der Vergangenheit scheiterten - es sei denn, alle Tauschsysteme würden sich auf eine einheitliche Form der Verrechnung einigen.

Unter diesen Gesichtspunkten raten wir klar und deutlich zur Vorsicht bei einem Austausch zwischen so unterschiedlichen Systemen. Langfristig würden die größten Schwierigkeiten entstehen. Der Effekt "reiche/arme Tauschsysteme" kann sehr leicht eine Konsequenz sein.

Selbstverständlich können wir nicht verhindern, daß diese Systeme trotzdem tauschen. Wir wollen auch keine Kontrolle einführen, aber verantwortlich wäre ein solches Handeln auf alle Fälle nicht. Es beschädigt die Ziele des Tauschsystems mit Zeitverrechnung.

Weil es dem Tauschpartner des Tauschsystems A (mit fester Stundenverrechnung) gleichgültig sein kann, mit welcher Summe Talente/Verrechnungseinheiten im Tauschsystem E (freie aushandelbare Preise) der Tauschpartner seine Stunde Guthaben verrechnet, könnte dieser eine sehr hohe Summe (z.B. 120 VE) angeben. Niemand könnte das im lokalen System reklamieren oder kontrollieren. Wie auch ohne Liste, die für Transparenz sorgt?

Denn in diesem Beispiel gäbe es keinen Partner, mit dem etwas verhandelt worden wäre! Eigentlich hätte der Teilnehmer nur mit sich selbst den Preis seiner Leistung ausgemacht. Folge: Er könnte sich durch überhöhte Preise im überregionalen Austausch bereichern und so deutliche Vorteile gegenüber seinen lokalen Partnern gewinnen, was letztlich das System zum kippen bringen würde.

Dieser gefährliche Punkt wurde bisher in der Tauschsystem-Landschaft nicht weiter beachtet. Indem man unzählige Außenkonten einrichtete und blauäugig angenommen hat, auf Stundenbasis würde alles schon klappen (Beispiel: Bundestreffen München), hat man den gefährlichsten Schritt in die falsche Richtung getan. Genau in die Richtung, in die Tauschsysteme nie gehen wollten: die der Manipulation zwecks ungerechtfertigter Bereicherung, die eine Destabilisierung der Systeme zur Folge haben würde. Dies hätte genau den Effekt von ‚armen‘ und ‚reichen‘ Tauschteilnehmern.

In diesem ‚Zwitterfall‘ der unterschiedlichen Systeme so vorzugehen, stellt noch kein abschließendes und absolut sicheres System dar. Es ist aber eine gangbare Möglichkeit. Sie sollte nur vorsichtig unter den geschilderten Bedingungen beschritten werden. Im Laufe der Zeit wird ein Modus erarbeitet, der dies noch sicherer macht.

Warnung: Auch wenn es manchen in der Tauschsystem-Landschaft nicht gefallen wird: Das bisherige blauäugige Vorgehen, ohne über mögliche ‚Schieflagen‘nachzudenken, einfach mal anzufangen, nach dem Motto "Wird schon nichts passieren!" - dieses Vorgehen ist absolut fahrlässig und falsch.

Damit im Laufe der Zeit keine Ungleichgewichte entstehen, muß das Tauschsystem mit freien Preisen mit dem jeweiligen Mitglied vorher klären, zu welchen grundsätzlichen Konditionen es diese Leistung im eigenen Tauschsystem für andere Mitglieder erbringt. Diese festen Sätze muß das System in einer Umrechnungstabelle auflisten, für die eigene Buchhaltung verwenden und dem Ressourcen-Tauschring zusenden, damit diese festen Sätze auf den Buchungsbelegen vermerkt werden können.

Aufforderung: Sollten findige Köpfe in den Tauschsystemen Lösungsmöglichkeiten für diese Problematik haben, die zu Hause in der Schublade liegt, so sind wir gerne bereit, uns mit solchen Ideen auseinanderzusetzten. Im Tauschring-Archiv kann man schon eine ganze Anzahl solcher Konzepte finden, allerdings entsprechen sie nicht unseren Vorstellungen, die wir hier beschrieben haben.

4. Buchungsvorgänge

Buchungen sind im Prinzip einfach: Jedes beteiligte System richtet nur ein weiteres Konto bei sich ein, eben für den Ressourcen-Tauschring. Der Teilnehmer des Tauschsystems A erbringt eine Leistung, der Teilnehmer des Tauschsystems E erhält diese Leistung. Wenn zum Beispiel eine Leistung im Wert einer Stunde getauscht wird, ist der überregionale Tauschbeleg vom Leistungsempfänger wie im lokalen System gewohnt auszufüllen. Es sind nur einige wenige Felder mehr zu beachten.

Dann schickt der Leistungsgeber aus Tauschsystem A diesen Beleg an den Ressourcen-Tauschring. Dieser verbucht wie im lokalen Tauschsystem die Leistung auf den Konten der beiden Partner, wobei in diesem Fall die jeweiligen Tauschsysteme Teilnehmer sind. Dann schickt der Ressourcen-Tauschring jeweils eine Kopie des Buchungsbeleges an die lokalen Tauschsystem-Verwaltungen. Diese führen ihre Buchungen wie gewohnt aus. Da in beiden Systemen der Ressourcen-Tauschring ein Konto besitzt, wird in beiden Systemen ein Buchungssatz wie gewohnt zwischen dem Konto des Ressourcen-Tauschrings und dem Konto des ‚normalen‘ Einzelteilnehmers des Tauschsystems gebucht.

Eine ausführliche Darstellung der Buchungsvorgänge wird den Tauschringen mit den Buchungsbelegen und Listen der Teilnehmer zugeschickt.

Durch diese Art der überregionalen Verbuchung entsteht fast kein Mehraufwand für die Verwaltung. Die einzige direkte Veränderung bei diesen überregionalen Tauschvorgängen besteht darin, daß der Teilnehmer, der die Leistung gutgeschrieben bekommt, seinen Buchungsbeleg nicht an die lokale Verwaltung schickt, sondern an den Ressourcen-Tauschring.

5. Haftung

Hier ist der Sachverhalt der Gleiche wie in den jeweiligen Tauschsystemen selbst: Die Haftung für die Leistungen (Qualität, Wert oder Zustand) übernehmen immer die Anbieter einer Leistung. Darauf hat der Ressourcen-Tauschring keinen Einfluß. Die Anbieter haften ebenfalls für Pflichten gegenüber Finanzamt oder allen anderen Institutionen/Behörden. Der Ressourcen-Tauschring haftet grundsätzlich nur für die ordnungsgemäße Erbringung seiner Leistungen: 1. Abwicklung der Buchungsvorgänge zwischen den Tauschsystemen und dem Ressourcen-Tauschring. 2. Abwicklung der Anzeigenverwaltung und Erstellung/Versand der überregionalen Marktzeitung.

6. Veränderungen der

Teilnahmebedingungen

Hier gilt dasselbe Prinzip wie bei fast allen lokalen Tauschsystemen: Erfordert die Praxis, weil Fehler im Ablauf aufgetreten sind, eine notwendige Veränderung der Teilnahmebedingungen, so wird dies allen Teilnehmern mit Lösungsvorschlägen, die diese Fehler beseitigen sollen, schriftlich mitgeteilt. Sollten sich mehrere Lösungsmöglichkeiten anbieten, so werden sie für eine schriftliches Meinungsbild allen Teilnehmern dargestellt. Dabei wird ein Termin zur Beantwortung der Frage, welche Lösung bevorzugt wird, festgelegt, und zwar eine Frist von vier Wochen. Auf Grundlage der bis dahin eingegangenen schriftlichen Antworten wird eine Auswertung vorgenommen, durch die Stimmenmehrheit dieser Lösungsvorschlag dann als angenommen gewertet und in die ‘neuen Teilnahmebedingungen‘ aufgenommen.

Diese Veränderungen werden allen Teilnehmern mit dem nächsten Versand der Marktzeitung bekanntgegeben. Die derzeitigen Teilnahmebedingungen bleiben bis zum 31.12. 2000 unverändert.

7. Ausscheiden eines Teilnehmers



 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

1.Ein Teilnehmer kann wie bei allen anderen lokalen Tauschsystemen nur ausscheiden, wenn ein negativer Kontostand ausgeglichen ist. Die Übertragung positiver Kontostände auf andere Teilnehmer ist jederzeit möglich.

2.Eine Auszahlung von Guthaben (Tausch-Stunden) in Landeswährung oder in anderen Landeswährungen ist grundsätzlich ausgeschlossen.

3.Bei vorzeitigem Ausscheiden im Laufe des Jahres werden Rest-Teilnahmebeiträge ebenfalls nicht zurückerstattet.

8. Haftung der Teilnehmer mit negativem Kontostand bei Einstellung des lokalen Tauschsystems
1.Alle Teilnehmer des Ressourcen-Tauschrings haften zu gleichen Teilen. Das funktioniert nach demselben Prinzip wie in jedem lokalen Tauschsystem.

2.Um für diesen Fall aber vorzusorgen, wird von jedem Tauschsystem pro Jahr - mit Beginn der Teilnahme - eine Zeit-Stunde auf das Sonderkonto ‘Vorsorge-Konto‘ des Ressourcen-Tauschrings gebucht.

9. Weitere Arbeit in der Zukunft

Da sich auch der Ressourcen-Tauschring als ein nicht abgeschlossenes Experiment versteht (wie auch alle anderen lokalen Tauschsysteme), sondern vielmehr als ein sich fortentwickelndes Experiment, werden wir natürlich an der Fortentwicklung und Verbesserung des Systems kräftig weiterarbeiten. Aber hoffentlich nicht nur wir, sondern alle Tauschsysteme, die sich daran beteiligen.

Jedem Beteiligten muß aber bewußt sein: Jede Anregung, jeder Beitrag oder jede gewünschte Veränderung kann nicht umgesetzt werden. Die Veränderungswünsche müssen in die gesamte Zielsetzung, in das gesamte System passen, und sie müssen sinnvoll sein. Einzelwünsche, so beliebt sie auch in der Tauschlandschaft sein mögen, sind eben nur Wünsche von Einzelnen.

Eines behalten wir uns auf alle Fälle vor: den sinnvollen Ausbau des Ressourcen-Tauschrings auf der Grundlage, daß Tauschsysteme eine wirklich alternative Ergänzung zum konventionellen Wirtschaftssystem werden können. Eine Ablösung des bestehenden Wirtschaftsordnung durch Tauschsysteme ist derzeit nicht möglich, und auch gar nicht sinnvoll. Die Entwicklung des Ressourcen-Tauschrings sollte nicht Halt machen vor: Sozialfonds, Alterssicherung, Weiterbildung usw.

Mit dem Ressourcen-Tauschring wollen wir mit der Arbeit an einem Modell beginnen, das eine weite Zeitperspektive in die Zukunft hat. Der Ressourcen-Tauschring wird das Modell einer Zeit-Ökonomie sein, in einer Zeit, in der alle wichtigen gesellschaftlichen Gruppen die Frage diskutieren: Wie soll es, und wie kann es weitergehen? Wir halten den jetzigen Zeitpunkt für den Start eines solchen Projekts für besonders geeignet, weil unsere Zeit die Chance bietet, Wege zu beschreiten, die sich nicht nur daran ausrichten, ob auf ihnen genügend Gewinn gemacht werden kann. Denn unsere Zeit ist stark geprägt von Schwierigkeiten in der Wirtschaft, im Geldkreislauf, in der Arbeitswelt und in der persönlichen Lebenswelt, die immer unsicherer wird.

Selbstverständlich können solche Modelle zu Beginn grundsätzlich nicht perfekt sein und bedürfen einer kontinuierlichen Anpassung an die Realität. Besonders brauchen sie aber die Zustimmung und den Mut einzelner Menschen, die sich auf solche Wege begeben wollen. Solche Modelle können Schiffbruch erleiden, wenn einzelne Teilnehmer nur mitmachen, um die neue Idee zu behindern!

Deshalb unsere große Bitte: Laßt uns diesen Weg gemeinsam und konstruktiv gehen. Wer sich nicht sicher ist, ob dies das richtige Modell, der richtige Weg sein könnte, möge lieber warten, bis er eine Möglichkeit findet, die seinen Vorstellungen besser entspricht. Wer aber überzeugt ist, den Ressourcen-Tauschring mittragen zu können, der sollte nicht zögern.

Fast alle Tauschsysteme tauschen inzwischen Leistungen untereinander aus. Der Bedarf ist also da, der Wunsch nach Vernetzung groß, wie unsere Umfrage im Sommer gezeigt hat. Warum also den umständlichen und risikoreichen Weg einer dezentralen Vernetzung gehen und auf ein Tauschsystem für Tauschsysteme verzichten? Denn mehr als ein Tauschsystem für Tauschsysteme will der Ressourcen-Tauschring nicht sein!

In diesem Sinne wollen wir Euch bitten, dieses Angebot anzunehmen und dabei tatkräftig an der Gestaltung einer Zeit-Ökonomie mit Zukunftschancen mitzuarbeiten.
 
 
 

Ressourcen-Tauschring/

Sozialagentur E. Kleffmann

Klaus Kleffmann


Kein Drahtseilakt


Warum Limits wichtig sind

"Außerdem wird es langfristig bestimmte Limits geben müssen, wieviel Prozent des lokalen Umsatzes in den überregionalen Tausch fließen dürfen: Vielleicht bis zu 20 Prozent, damit einzelne Tauschringe keinen Verlust an Kaufkraft erleiden, der sie dann wirklich in ihrer Selbständigkeit und wirtschaftlichen Attraktivität bedrohen würde", schreibt Klaus Kleffmann in seinem Beitrag zur überregionalen Verrechnungszentrale.

Denn Lokales Wirtschaften soll auch ein Gegengewicht zur Globalsierung sein - das ist eines von vielen Zielen, das Tauschringe in Deutschland verfolgen. Dazu schotten sich LETS bewußt vom übrigen Geldkreislauf ab, um Kaufkraft nur dort nachfragen zu lassen, wo sie entstanden ist. Was passiert aber, wenn LETS-Kaufkraft plötzlich auf Reisen geht, weil sich über Verrechnungskonten Tauschringe vernetzen? Kann es nicht zu erheblichen Schieflagen kommen, und zwar durch Schwund und Überhang von Kaufkraft? Droht eventuell ein Drahtseilakt ohne Netz?

 "Wenn man innerhalb eines lokalen Währungssystems die Leistung eines anderen Teilnehmers in Anspruch nimmt, erhöht sich dessen Kaufkraft, und damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, daß auf direktem oder indirektem Weg die Nachfrage nach Leistungen wächst, die man selbst anbietet. Je kleiner das Währungssystem ist, desto schneller wird das ausgegebene Geld auf das eigene Konto zurückfließen."

Mit diesen Worten zitiert der irische Wirtschaftswissenschaftler Richard Douthwaite den Erfinder moderner "Local Exchange and Trading Systems" (LETS), Michael Linton. Für den Kanadier sei dieser Rückfluß an Kaufkraft einer der "drei fundamentalen Unterschiede" zwischen nationalen Währungen und LETS-Einheiten, schreibt Douthwaite in seinem Buch "Short Circuit". Während nationale Währungen in bestimmten Fällen sogar weltweit akzeptiert würden (zum Beispiel der US-Dollar), seien lokale Währungssysteme auf sehr kleine Gebiete beschränkt. Doch für Linton seien diese engen Grenzen eher ein Plus- denn ein Minuspunkt, weil in einem überschaubaren und geschlossenen System die Wahrscheinlichkeit stark zunähme, daß verbrauchte Kaufkraft bald durch steigende Nachfrage zu ihrem Ausgangspunkt zurückkehre.

Um diesen positiven Effekt auf lokaler Ebene nicht zu gefährden, ist es sehr wichtig, den Umfang von Außenaktivitäten klar zu begrenzen. Zum Beispiel auf 20 Prozent eines Tauschring-Umsatzes, wie es Klaus Kleffmann vorschlägt. Das heißt in der Praxis einer Verrechnungszentrale: Wird dieses Limit erreicht, muß ein Tauschring seine "Außenhandelsbilanz" erst wieder ins Gleichgewicht bringen, bevor seine Mitglieder erneut ihre Leistungen anbieten oder Dienste anderer Tauschringe abrufen können. Dabei hat die Verrechnungszentrale einen entscheidenden Vorteil gegenüber der dezentralen, spontanen Verrechnung zwischen einzelnen Tauschringen: Sie behält den Überblick über alle Transaktionen, ihr Regelautomatismus kann eingreifen, bevor größerer Schaden entsteht.

Schließlich bleibt noch zu sagen: Ein Gleichgewicht im Geben und Nehmen ist immer wichtig, unabhängig davon, ob es sich um Transaktionen innerhalb von Tauschringen handelt, oder die Tauschaktivitäten zwischen unterschiedlichen Ringen stattfinden. Einseitige Entwicklungen stören in der Regel die Stabilität des gesamten Systems - auch der Drahtseilkünstler stürzt in die Tiefe, wenn er die Balance verliert.

Ingo Leipner

Teilnahmeerklärung


Stand 01. September 1999

Vertragspartner sind: Ressourcen-Tauschring (Sozialagentur E. Kleffmann  Das Tauschring-Archiv-, Hasenkamp 30, 49504 Lotte, Tel.: 05404-7 24 00), und: das unten aufgeführte Tauschsystem.

Name des Tauschsystems: .............................................................................

PLZ:               Ort: .............................................................................

Straße: .............................................................................

(Bei der Postanschrift unbedingt ein c/o voranstellen, wenn der Tauschring die Postanschrift einer anderen Einrichtung nutzt!)

Telefon:                                       Fax: .............................................................................

eMail: .............................................................................

Zuständiger Ansprechpartner: .............................................................................

Tel.: .............................................................................

PLZ:                       Ort: .............................................................................

Straße: .............................................................................

Telefon:                        Fax: .............................................................................

eMail:.............................................................................

Verrechnungseinheit:

.............................................................................

Wieviel Verrechnungseinheiten entsprechen einer Stunde?

.............................................................................

Wir handeln die Preise frei aus

Ja              nein

(Bitte durchstreichen, was nicht gültig ist!)

Wir haben feste Stundenvereinbarungen

Ja               nein

Folgendes ist jetzt noch zu beachten:

1. Wir benötigen jeweils 1x die aktuelle Marktzeitung und die jeweiligen Teilnahmebedingungen des Tauschsystems (falls in diesem Jahr dem Tauschring-Archiv noch keine Teilnahmebedingungen zugesandt wurden).

2. Wir benötigen regelmäßig die Anzeigen, die in der überregionalen Marktzeitung erscheinen sollen! (Bitte nur in Word oder RTF Dateiendung, oder in lesbarer Handschrift). Diese Anzeigen kann das jeweilige Mitglied uns auch direkt zusenden.

3. Damit Eure Mitglieder überregionale Angebote auch wahrnehmen können, ist es nötig ,daß darüber in Eurer Marktzeitung regelmäßig berichtet wird. Sonst können die Mitglieder darüber nichts erfahren.

4. Die Teilnahme beginnt erst mit der Einzahlung des Teilnehmer-Beitrages in Höhe von DM 20.- auf folgendes Konto:Kt.-Nr.: 173 520 461, BLZ 440 100 46, Sozialagentur E. Kleffmann, Postbank Dortmund.                                  Als Verwendungszweck muß unbedingt Folgendes angegeben werden: Name des Tauschsystems + für Ressourcen-Tauschring‘!

5. Jede Veränderung Eurer Anschrift, des Ansprechpartners oder Veränderungen Eurer Teilnahmebedingungen müssen uns umgehend mitgeteilt werden.

6. Die Buchungsbelege für den überregionalen Tausch erhält Eure Verwaltung. Von dort hat sie das Mitglied, das überregional tauschen will, abzuholen. Das dient Eurer Kontrolle, damit nur Mitglieder tauschen können, die auch bei Euch am Tauschsystem teilnehmen und nicht ihr Kontolimit überschritten haben. Das ist ganz wichtig!

7. Von dieser Erklärung bitte eine Kopie machen und in Eurer Verwaltung aufbewahren.

Einverständniserklärung:

Die in diesem Sonderdruck veröffentlichten Teilnahmebedingungen für den Ressourcen-Tauschring (Stand 01.09.1999) habe ich gelesen und erkläre mich hiermit bereit, am Ressourcen-Tauschring zu den genannten Bedingungen teilzunehmen.

Datum:Ort:

.............................................................................

Name deutlich ausgeschrieben:

.............................................................................

Unterschrift:

.............................................................................

(Diese Erklärung darf nur der/die vom Tauschsystem zu diesem Zeitpunkt Bevollmächtigte unterschreiben.)
 


Kulturzentrum Tempel, Fassade

Tauschkonten – Anreiz oder Bremse beim Tauschen

Wie gehen wir mit hohen und niedrigen Kontoständen um?
Was machen wir mit unserem Sammelkonto?

Regine Deschle, "Wi daun wat" Rostock

Wie überall gibt s auch bei uns Tauschende, deren Kontostand überwiegend am "+ Limit" liegt und andere, die häufig an ihr "- Limit" stoßen. Einige von ihnen ruhen sich auf ihrem Stand aus, einige wissen nicht, wie sie herunterkommen sollen. Beide werden inaktiv. Was tun? Sollen wir eingreifen – in die Freiwilligkeit? Sollen wir es einfach laufen lassen und auf das erwünschte Handeln aus eigenem Antrieb warten? Wenn wir das aber nicht aushalten, was könnten wir tun? Vielleicht liegt es in der Natur der Menschen, daß einige lieber geben und andere lieber nehmen? Verträgt sich das mit unserem Bild von der sozialen Gerechtigkeit? Ist das nicht überhaupt einer unserer Werte?

Und noch ein 2. Problem: "Unser Sammelkonto läuft über!" Das war so ein Schreckschuß nach dem ersten Jahr unseres Bestehens. Wir hatten nämlich ein Jahr lang die Leistungen der Teilnehmenden für die Allgemeinheit (Organisation, Marktzeitung, Austragen der Zeitung, Buchen und Dateienverwalten …) erstmal auf unserem TR-Konto gesammelt (daher der Name "Sammelkonto"). Vieles war davon auch ohne Abrechnung, also ehren-amtlich erledigt worden, aber ein Häufchen "Knoten" (unsere Währung: 10 Kn = 1 Std.) war doch zusammengekommen.

Ketzerisch meinten einzelne: "Das schadet doch nichts, lassen wir sie doch stehen!" Da regten sich aber die Buchhalterinnenseelen (die Mehrheit) bei uns und plädierten für eine Auflösung des Kontos, was wir dann auch taten und als künftige generelle Verfahrensweise entschieden: Umlage auf alle Konten aufgrund quartalsweiser Berechnung mit halbjährlicher Buchung.

So verfahren wir seither und es gibt nur selten kritische Stimmen, die noch nicht bemerkt haben, daß z. B. die Zeitung sich nicht ohne Zeit machen läßt und auch nicht von allein in den Briefkasten flattert. Die Umlage erreichte bisher maximal 5 Knoten im Quartal, im Durchschnitt 2-4 Knoten (etwa 10 min. pro Monat für jede/n TN), je nach "Großzügigkeit" bei der Abrechnung der "ehrenamtlichen" Leistungen.

Und doch! – Ab und zu tauchen wieder solche Meinungen auf: "Was passiert eigentlich, wenn das Sammelkonto immer weiter in’s Minus kommt?" – Ja, was passiert???

Meine Meinung: Da das Sammelkonto den Gegenwert zu einem, vielmehr zu vielen Plus-Kontoständen widerspiegelt, haben die TN im Durchschnitt viel mehr Plus als Minus auf ihren Konten. Damit erlahmte das Interesse und das Tauschen könnte einschlafen. Bei vielen von uns ist ein Minus-Saldo ein stärkeres Treibmittel zum Tauschen als ein Plus-Saldo. Schließlich würden die TN-Konten alle in die Nähe des oberen Limits wandern und der Gegenwert wäre auf dem Sammelkonto – dann wäre der Tauschring tot.

Eine Verschärfung dieses Problems haben wir nach dem Bundestreffen 1999 erfahren: nun haben wir ein Sammelkonto vom Bundestreffen mit einem Minus-Saldo, das wir nicht einfach umlegen können. Die dahinter stehenden Leistungen sind ja für das Treffen und nicht für die unbeteiligten Teilnehmenden unseres TR erbracht worden. Eventuell geraten auch andere veranstaltende TR in diese Situation. Deshalb sollten wir mal darüber reden.



 
 

Kulturzentrum Tempel, Fassade

 
Tauschring-Software-ÜbersichtStand 10. Mai 2000 (teilaktualisiert)
Auf den Tauschring-Bundestreffen wurde vereinbart, Aufgaben einer bundesweiten Tauschring-Organisation auf verschiedene "Services" zu verteilen. Der Tauschring Karlsruhe pflegt eine Übersicht über verfügbare Tauschring-Software. Kriterien der Eintragung
 
Bezeichnung Plattform Preis Vertrieb  
PC-Lets DOS 110,- DM Diskette
Tauschrausch Windows 190,- DM Diskette
Talent-Studio Windows 54,- DM Diskette
Talent-Programm Windows 240,- CHF CD-Rom
T.R.-Direkt Windows 3.1 170,- DM Diskette
Oldenburger Freeware Windows Freeware Diskette
Knöpfe MacOS+Win 10 Stunden Talent Download
Swap MacOS + Win 99,- DM CD-Rom
Lois LETS Software US / Englisch Free Download
TR  Online-Banking DOS, Windows, Unix, Mac 39.- DM Diskette, CD



 

Kriterien der Eintragungen


Eine umfassende Übersicht über Tauschring-Software erfordert die Mitwirkung vieler Menschen. Wir suchen aktiv nach Informationen, aber die Software-Anbieter sollten Information über Ihre Software besser von sich aus an uns schicken oder ihre eigene Homepage aktuell halten. Die Informationen werden aufbereitet und in dieser Web-Site veröffentlicht oder auf Anfrage ausgedruckt und verschickt.

Zu jeder Software sind folgende Angaben von den Autoren erfragt worden:

1. Bezeichnung, Version
2. Autor/Bezugsquelle (mit eMail)
3. Plattform (DOS, Windows, Windows95, Unix, MacOS, OS/2, TOS, usw. )
4. Leistungen (Das Programm kann: ...)
--- a --- Mitgliederverwaltung
--- b --- Buchungen
--- c --- Limitüberwachung
--- d --- Gebühren
--- e --- Kontoauszüge
--- f --- Markteinträge
--- g --- Rubriken
--- h --- Erstellen der Marktzeitung
--- i --- Datensicherung
--- j --- Etiketten/Postverteiler
--- k --- Datenaustausch (Import/Export)
--- l --- Zugriffsrechte differenziert
--- m --- Mausbenutzung (grafische Oberfläche)
--- n --- Statistik/Auswertungen
--- o --- Online-Hilfe
5. Format der Datenbank (dBase, Access, ...)
6. Notwendige weitere Software? (Das Programm braucht MS-Word-Basic, Access, ...)
7. Schnittstellen (Möglichkeiten andere Tools einzubinden oder zu benutzen)
8. Bemerkungen, Meinungen, Besonderheiten usw.
9. Referenzen (Einsatz bei ...seit wann?)
10. Demo zu beziehen bei..., weitere Information, WWW-Seite
11. Preis&Rechtsform (Public-Domain, Shareware, Lizensiert)
12. Vertriebsform (Diskette, CD, FTP, gedrucktes Handbuch mit ? Seiten, Online-Hilfe)

Weitergehende Überlegungen gehen dahin, eine offene Tauschring-Software zu entwickeln, die z.B. entsprechend der GNU-Licence von vielen Menschen genutzt und verbessert wird. Diskussionsvorschläge hierzu werde ich genauso veröffentlichen.

Die Software wird von uns nicht installiert und getestet. Ich versuche, aus Herstellerangaben oder anderen Quellen eine Charakterisierung der Software in der Reihenfolge oben genannter Angaben. Ich bitte um Rückmeldungen, Korrekturen und Ergänzungen.

Mit freundlichem Gruß
Helfried Lohmann


pcLETS    Version 1.2

Ansprechpartner:
Robert Langer, Waisenhausstr.48, 80637 München,
Tel: 089 - 153493, e-Mail: Robert-Langer@t-online.de

Systembeschreibung:
Läuft unter DOS (und im DOS-Fenster problemlos unter Windows-NT mit Word-97).
Version 1.1 kann: a-h,n; Version 1.2 kann a-h,l,n.
Format: dBASE, braucht Winword 6.0 oder höher zum Marktzeitung erstellen.

Verbreitung/Kaufpreis:
In Deutschland bei Tauschringen weit verbreitet.
Version 1.1: als Demo für 5,50 DM in Briefmarken erhältlich, kurze Anleitung liegt bei.
Die Vollversion-1.1 kostet 60 DM und enthält ein komplettes Handbuch (70 Seiten).
Version 1.2: nur lizensiert; das Update von 1.1 kostet 50 DM, die Vollversion 110 DM..
Dazu erhält man ebenfalls ein komplettes Handbuch (90 Seiten).
Die Software wird auf Diskette versandt.
Stand: Februar 1999

 

Talent-Programm Version 5.01  (April 2000)

Ansprechpartner:
Renato Pichler, Postfach, CH-9466 Sennwald, Tel 081/7404430, Fax 081/7572819,
E-mail: renato@ echo.ch,

Orginalhomepage: http://www.talent.ch/software/ttprg.html

Systembeschreibung:
Läuft unter Win 3.1, Windows 95/98/NT, OS/2 in Windows Fenster
Sie kann: a-o, basiert auf MS-Access 2.0  (=ACCESS 97), weitere Software unnötig, da Run-time-version automatisch mitinstalliert wird. Die exportierten Dateien können in MS-Word, MS-Excel und fürs Internet weiter verarbeitet werden, z.B. um Serienbriefe zu erstellen oder statistische Auswertungen durchzuführen. Die Software unterstützt auch die Erstellung einer tauschkreisübergreifenden Marktzeitung.

Verbreitung/Kaufpreis:
Die Software ist bei schweizer, östereichischen, italienischen und deutschen Tauschkreisen verbreitet (s. auch http://www.talent.ch/adr/lets.htm).
Sie kostet 240.- CHF (Schweizer Franken), die Zusendung von Shareware ist möglich.

Sie wird auf CD-Rom oder auf 5 Disketten versandt, mit Online - Hilfen. Sie kann aber auch aus dem Internet heruntergeladen werden; Adresse: http://www.talent.ch/software/update.htm

Bemerkungen, Besonderheiten, Meinungen:
Die Software wurde in dieser stark überarbeiteten Version für den
vollen, direkten Internetzugriff vorbereitet. Als nächstes erhält die
Software deshalb zusätzliche Funktionen, um die Markteinträge mit
anderen Programmbenützern übers Internet auszutauschen und so eine
überregionale Marktzeitung lokal auszudrucken. Für später ist auch eine
tauschkreisübergreifende Buchungsmöglichkeit via Internetanbindung
geplant.
Als Informatiker ist Renato Pichler sehr an der Entwicklung einer offenen
Tauschring - Software interessiert.
Er hält allerdings nur eine Realisierung mittels der Programmiersprache JAVA für sinnvoll, da JAVA durch seine Objektorientierung, Betriebssystem- und Sprachunabhängigkeit ideal für ein solches Projekt geeignet ist. Er möchte über die Weiterentwicklung dieser Idee auf dem laufenden gehalten werden.

Wichtigste Änderungen:
Das Programm lässt sich nun noch flexibler konfigurieren (aber auch weiterhin einfach mit den Grundeinstellungen benutzen). Das Programm läuft in der neuen Version (ab V5.0) nicht mehr unter Windows 3.1. Dieser Sprung zu ACCESS 8.0 war nötig um die Internetanbindung einbauen zu können.
Sobald die Internetanbindung funktioniert, werde ich auch die anderen Softwareentwickler kontaktieren, damit diese Ihrer Software auch dieselbe Funktionalität einbauen können.
Mir scheint es momentan einfacher ein System, dass via Internet zugänglich ist, allen Tauschkreisbetreibern zur Verfügung zu stellen, als ein einziges Tauschringprogramm für alle zu machen.
Als zweiter Schritt wäre es aber natürlich toll, wenn man ein Team für die Entwicklung einer JAVA-Software zustande bringen würde. Dann wäre man völlig unabhängig von irgendwelchen Betriebssystemen und könne alle Tauschkreise miteinander vernetzen.      (soweit erwünscht, gezwungen wird natürlich niemand, jder Teilnehmer, kann selbst entscheiden, ob er seine Daten zur Verfügung stellen will).
Ich glaube, dass diese Vernetzung einen bessern Zusammenhalt der Tauschkreise und ein viel gröseres Angebot ergeben könnte, was die Tauschkreise noch attraktiver macht.
Parallel dazu braucht es natürlich eine Clearingstelle, daran wird aber auch schon gearbeitet..


Talent-Studio   Version 1.0

Ansprechpartner:
Edeltraud Kleffmann, Hasenkamp 30, 49504 Lotte, Tel 05404-7240-0, Fax -4822

Systembeschreibung:
Läuft unter Windows-95 oder Win3.11 mit Win32s
kann: a-o, Datenbasis als Klartext, Neuentwicklung

Verbreitung/Kaufpreis:
Sie kostet 54.- DM; eine auf 15 Teilnehmer begrenzte Demo ist gegen 10,-DM in Briefmarken erhältlich.

 

T.R.-Direkt

Ansprechpartner:
PC-Service Striefler,  Kötnerholzweg 47, 30451 Hannover, Tel 0511-4466688

Orginalhomepage: http://www.pc-striefler.de

Systembeschreibung:
Läuft unter Windows 3.1 (z.B. mit 386er Rechner)
Kann bei Nachfragen erweitert werden.

Verbreitung/Kaufpreis:
Demo für DM 10.- erhältlich, Vollversion 170,- DM.

 

Tauschrausch    Version 1.82

Ansprechpartner:
Helge Ruben, St.Georg- 21, 20099 Hamburg, Tel 040 - 280 544 78

Orginalhomepage: www.ruben-schnelle.de/taurau
E-Mail: taurau@ruben-schnelle.de

Systembeschreibung:
Läuft unter allen Windowsversionen ab 3.1., es ist keine weitere Software nötig.
Sie kann: a-o. Die Zeitung kann mit jedem Textprogramm weiterbearbeitet werden.
Importmöglichkeit für PcLets eingebaut. Andere Formate (Excel, Access) können über das Ascii-Format eingelesen werden oder auf Anfrage vom Autor übertragen werden.

An dem Programm wird ständig weiterentwickelt, z. Zt. die Version 1.9. Für Version 2.0 sind z.B. die Erstellung von HTML-Seiten und der beleglose Datenträgeraustausch (DTA) für den Einzug der Mitgliedsbeiträge geplant.

Verbreitung/Kaufpreis:
Einsatz bei über 50 Tauschringen, Referenzliste auf der Homepage
Sie kostet 190.- DM  inkl. Versand und 2 Updates und wird auf Diskette geliefert.
Eine Demo für max. 30 Teilnehmer sowie weitere Infos sind kostenlos erhältlich per Post oder Internet.
Stand: Mai 2000

 

Oldenburger Freeware

Version 1.3

Ansprechpartner:
Udo Steinbach, www.huntetaler.de,info@huntetaler.de  Lindenstr. 12a, 26123 Oldenburg,
 

Systembeschreibung:
Läuft ab  Windows 95/98/+NT, mit Access ab 97, Freeware, Eigenentwicklung
kann:

abcdefg   klmn;  k und l sind in Access eingebaut

5) Access
7) kann, über kleine Umwege, mit jedem Programm zusammen arbeiten
8) nicht fertig, es muss an den Tauschring angepaßt werden
9) Huntetaler seit 1996
11) Freeware, kostet nichts
12) nur noch www

Das Programm basiert/braucht auf Access-97. Andere Programme können direkt über ODBC auf die Datenbank zugreifen. Die Datenbank muß für jeden Tauschring noch angepaßt werden, kann dafür aber beliebig erweitert werden. Zeitung erstellen einfach durch Export der Anzeigen in jedes Text- oder Publishing-Programm in Word; Datensicherung einfach als Datei. Wird weiterentwickelt im Rahmen der eigenen Anwendung beim Tauschring.

Verbreitung/Kaufpreis:
Einsatz im Huntetaler Tauschring seit 1996. Freeware, kostet nichts, Versand per Diskette, wenn der Rückumschlag ausreichend frankiert ist.
Stand: August 2000

 

Swap 2.0 - für Windows und Mac OS

Ansprechpartner:
Mark Baillie, Arfrade 7, 24113 Kiel Tel./Fax (0431) 68 03 18 Email:baillie@debitel.net

Orginalhomepage:http://home.debitel.net/user/baillie/start.htm

Systembeschreibung:
Windows 3.1 (erfordert Win32s), Windows 95/98, Windows NT 3.51 oder höher, Mac OS 7.1 oder höher. Maus wird benötigt.

Das Programm leistet a-m.
Datenbankformat: Claris FileMaker
Weitere Software: Runtime-Version, weitere Software wird nicht benötigt.
Schnittstellen: Nicht vorhanden.

Bemerkungen:
 a. Hauptmerkmale sind die sehr leichte Bedienbarkeit und die Funktionalität bei den alltäglichen Aufgaben.
 b. Das Programm beinhaltet zusätzlich ein Archiv.
 c. Die Erstellung der Zeitung erfolgt automatisch.
 d: Das Zeitungsmodul bietet zusätzlich den Druck einer Zeitungsergänzung (nur neue und gelöschte Anzeigen) und einer Musterzeitung (ohne Mitgliederdaten, für Werbungszwecke) an.

Referenzen: Einsatz jetzt bei fünf Tauschringen.

Demo: Eine Testversion ist für DM 10,- (CD und Versand) beim Autor zu beziehen. Sie ist nicht eingeschränkt, es gibt lediglich Hinweise beim Start und auf den Ausdrucken. Eine Übernahme von Daten in die registrierte Version ist vorgesehen.

Preis: Die Vollversion kostet DM 99,- zuzüglich Versand.

Vertriebsform: Versand per CD (Diskettenversand auf Wunsch). Eine Anleitung befindet sich auf der CD.


Knöpfe   1.0

Buchungsprogramm für Tauschringe auf Basis von File Maker Pro 3.0

Autor: Bernhard Oberrauch, Penegalstraße 21a, I-39100 Bozen/Bolzano/Bulsan,
Tel/Fax: 0029-0471-272683, eMail: b.oberrauch@dialogon.it

Orginalhomepage: http://www.talent.ch/software/filemake.htm

Dies ist eine voll funktionsfähige Shareware. Ich habe dieses Programm geschrieben, weil es kein Buchungsprogramm für Apple gab. Da es auf Basis von FileMaker funktioniert, kann es auch von jedem Nutzer erweitert und geändert werden. Dieses Programm gibt keine Garantie auf Vollständigkeit und Richtigkeit (das ist die Sicherheitsklausel).
Die Weitergabe an Tauschkreise ist erlaubt. Wem das Programm gefällt bzw. wer es verwendet, soll mir den Wert von 10 durchschnittlichen Arbeitsstunden gutschreiben, und zwar über die Vernetzung der Tauschkreise.

Kurzübersicht:
   1.Bezeichnung: Knöpfe 1.0
   2.Autor/Bezugsquelle (via eMail): Bernhard Oberrauch
   3.Plattform : MacOS, MS-Windows
   4.Preis + Rechtsform: Shareware (voll funktionsfähig), Preis: 10 Durchschnittliche Arbeitsstunden (Konto Nr.7, TALENT-EXPERIMENT Südtirol, Tt.1000.-)
   5.Vertriebsform: Veröffentlichung im CL/Wirtschaft/Geld und im WWW.
   6.Leistungen:
          Mitgliederverwaltung
          Buchungen
          Limitüberwachung
          Kontoauszüge
          Markteinträge
          Rubriken
          Erstellen der Marktzeitung
          Datensicherung
          Datenaustausch (Import/Export)
          Mausbenutzung (grafische Oberfläche)
          Statistik/Auswertungen (teilweise)
          Online-Hilfe
   7.Format der Datenbank: FileMaker Pro 3.0
   8.Notwendige weitere Software: keine
   9.Schnittstellen (Möglichkeiten, andere Tools einzubinden oder zu benutzen)
  10.Referenzen (Einsatz bei Tauschkreis Knöpfe Simmering, Wien)
  11.Seit wann im Einsatz: April 1997


Tauschring Online-Banking   Version 2.0
 

1. Bezeichnung: Tauschring Online-Banking

2. Autor/Bezugsquelle (mit eMail)
Matthias Schallnas
MSMedia Webdesign
marty@sonnet.de
http://msmedia.web.ag

3. Plattform (DOS, Windows, Windows95, Unix, MacOS, OS/2, TOS, usw. )
Online (getestet und geschrieben auf Unix) möglicherweise auch lauffähig auf NT.

4. Leistungen (Das Programm kann: ...)
--- b --- Buchungen
--- c --- Limitüberwachung (Automatisch!)
--- e --- Kontoauszüge
--- o --- Online-Hilfe

8. Bemerkungen, Meinungen, Besonderheiten usw.
Das Programm ist ein komplettes Online-Banking speziell für Tauschringe.
Mann loggt sich mit seiner Kontonummer und seiner PIN-Nummer ein. Man kann
Überweisungen an andere Mitglieder tätigen, sich Kontoauszüge anschauen,
ausdrucken u.a.
Näheres unter http://miamivice.wtal.de/help/programme.htm

9. Referenzen (Einsatz bei ...seit wann?)
Version 1.0 im Wuppertaler Tauschring seit mehreren Monaten.

10. Demo zu beziehen bei..., weitere Information, WWW-Seite
Online Demo und weitere Infos:
http://miamivice.wtal.de/help/programme.htm

11. Preis & Rechtsform (Public-Domain, Shareware, Lizensiert)
Der Preis ist 39DM. Updates kostenlos.

12. Vertriebsform (Diskette, CD, FTP, gedrucktes Handbuch mit ? Seiten,
Online-Hilfe)
Per E-Mail fertig für Ihren Server konfiguriert. Bei Diskette + 3DM Porto.
 

Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Matthias Schallnas
Wuppertaler Tauschring


Weiter Software-Information findet sich beim Schweizer Talentexperiment.
Kritiken und Anregungen bitte an Tauschring.ka@t-online.de


 
 

Kulturzentrum Tempel, Fassade

Integration von Betrieben in Tauschringe

Wolfgang Almenritter, Flensburg

Lokale und sozial-positive Handelssysteme, wie sie in Tauschringen mit Erfolg praktiziert werden, sollten auch (kleinere) Betriebe und Selbständige in ihr Handeln mit einbeziehen. Hindernisse bilden vermeintlich die engen gesetzlichen und fiskalischen Regelungen in Deutschland. Eine legale Möglichkeit zur Assoziierung von Betrieben bietet unser Konzept "Warengutschein".

Der Idee liegt die Vorgabe zugrunde, nicht gegen geltende Gesetze zu verstoßen. Unsere Lösung kann damit aber nur ein erster Anfang sein. Weitere Schritte zielen auf einen grundlegenden Wandel unseres Handels- und
Wirtschaftssystems. Sie setzen aber eine erhöhte Akzeptanz im politischen und wirtschaftlichen Umfeld und möglicherweise auch neue Gesetze voraus.

Wie funktioniert das System nun?

Der Tauschring bemüht sich um Betriebe, die Interesse an einer Zusammenarbeit haben und deren Inhaber Tauschring-Teilnehmer ist oder wird. Nun gibt es 2 wesentliche Möglichkeiten des gemeinsamen Handelns:

I. Betrieb A stellt einen Tauschring-Teilnehmer an. Der betreffende erhält seinen (DM-) Lohn teilweise oder ganz in Form von Gutscheinen, für Produkte oder Leistungen des Betriebes (im folgenden "Warengutscheine" genannt).

II. Betrieb A nimmt von dem ebenfalls assoziierten Betrieb B eine Leistung in Anspruch. Betrieb B schreibt eine Rechnung und erhält als Entgelt teilweise oder ganz Warengutscheine von Betrieb A.

Wie kommt der Tauschring ins Spiel?

Der Betriebsinhaber von Betrieb B entnimmt statt DM/EURO seinem Betrieb die erhaltenen Warengutscheine. Ebenso wie der angestellte Teilnehmer ist er nun als Privatperson und Tauschring-Teilnehmer in Besitz von Warengutscheinen aus dem Betrieb A.

Er kann diese Gutscheine natürlich direkt einlösen (dann kommt der Tauschring nicht ins Spiel) oder er tauscht die Warengutscheine beim Systemkonto des Tauschringes gegen Tauschring-Währung ein. Ab jetzt haben sämtliche Tauschring-Teilnehmer die Möglichkeit, Teile ihrer Tauschring-Währung auf ihrem Tauschring-Konto gegen Warengutscheine einzutauschen und hernach Leistungen von Betrieb A in Anspruch zu nehmen.

Die Vorteile liegen auf der Hand:
Umsatzerhöhung und dadurch zusätzlicher Gewinnbeitrag durch Verrechnung der angenommenen Leistung mit Verkaufspreisen für den Betrieb. Erweiterung des Kundenstammes. Erweiterung der Betätigungsmöglichkeiten für den Tauschring: Kontrollierter Tausch von Talenten in Waren bzw. Dienstleistungen wird möglich.
Vorteil für die Teilnehmer: Arbeitskraft wird verstärkt nachgefragt bis hinein in ein regelmäßiges Arbeitsverhältnis.

Auf dem Bundestreffen werden wir in einer Arbeitsgruppe dieses Konzept näher erläutern und auf die Verträglichkeit mit den bestehenden Gesetzen eingehen. Schön wäre es, wenn andere Tauschringe ihre Erfahrungen mit der Beteiligung von Betrieben beisteuern könnten und wir so Bündnispartner für die weiteren Schritte finden. Vielleicht gelingt auch der Ausblick auf eine noch weitergehende Einbindung von Unternehmen in den Tauschring?


Kulturzentrum Tempel, Fassade
"Das Patentrezept"

Staat ohne Steuern - Bürgergeld für Jeden

Referent: Günter Koch

Herr Koch hat den Nachweis erbracht, daß unser Steuersystem nicht funktionieren kann - nicht etwa, daß die Steuern nur anders verteilt werden müßten - es ist grundsätzlich falsch, daß ein Staat seinen Haushalt im Wesentlichen durch den Einzug von Steuern zu finanzieren versucht, was ohne Neuverschuldung ohnehin meist nicht gelingt.

Herr Koch hat ein Geldsystem entwickelt, in dem der Staat keine Steuern einzieht, statt dessen an jedermann ein Bürgergeld zahlt.

Dieses System ist auch für Tauschringe geeignet, es ermöglicht die Teilnahme nichtleistender Mitglieder, z. B. alten Menschen. Im GOLDRING ist das bereits realisiert.

Der Vortrag ist allgemeinverständlich - mit graphischer Unterstützung durch PowerPoint. Dauer ca. 45 min plus Diskussion.


Kulturzentrum Tempel, Fassade
Rolf Schröder, Schreibwerkstatt

Flatlander* - Ein Bericht aus Neugrenzland

Als utopischer Schriftsteller fühle ich mich manchmal wie Abbotts armer Freund aus dem Land der einen Dimension "Flachland", dessen Berichte aus "Raumland" von seinen Mitbürgern nur mit Hohn und Spott bedacht wurden. Es tröstet mich, dass dies auch das Schicksal jener Visionäre war, deren Ideen sich als Facetten unserer heutigen zweidimensionalen Dualwirtschaft erwiesen haben.

Jenseits der früheren Totalität des globalen Systems bieten heutzutage lokale Märkte einen Rahmen für wirtschaftliche Transaktionen, ein institutionelles Arrangement, welches inzwischen wohl allzu selbstverständlich geworden ist: Verkäufe sind hier nur insoweit anerkannt als sie durch Einkäufe ausgeglichen werden, der Saldo am Ende des Jahres ist zahlbar in globaler Währung und genießt auch nicht die Steuerfreiheit der lokalen Märkte. Natürlich sind die lokalen Märkte vom traditionellen Wirtschaftssektor abhängig - die für die lokale Produktion notwendige Kapitalbasis wie auch das garantierte Mindesteinkommen in Globalwährung werden hier erwirtschaftet. Aber es ist eine gegenseitige Abhängigkeit - nur die Lokalmärkte offerieren genügend Beschäftigungmöglichkeiten, und nur so ist jene soziale

Stabilität gewährleistet, die auch das effiziente Funktionieren der Globalwirtschaft garantiert.

Da eine jede unserer lokalen Währungen absolut nicht-konvertibel (nicht-umtauschbar) ist, bilden diese lokalen Märkte eine zweite Dimension unserer lokalen Wirtschaft. Der Vergleich zur eindimensionalen Struktur des letzten Jahrhunderts, als high-tech Produktion oder Finanzdienstleistungen behandelt wurden wie die arbeitsintensive ökologische Lebensmittelproduktion oder Sozialdienstleistungen, erinnert uns an die erste Reise von Abbotts Freund nach "Linienland", wo die Botschaft von der zweiten Dimension auch ungehört blieb.

S. Flor, 2029
* Referenz: Edwin A. Abbott "Flatland. A romance of many Dimensions",
(zuerst veröffentlicht 1884, inzwischen auch in deutscher Übersetzung erhältlich)


Es war 1986 oder 1987 als ich zum ersten Mal eine Notiz von S. Flor erhielt. Bis heute bin ich nicht sicher was sich hinter diesen "Berichten aus der Zukunft" wirklich verbirgt - es mag dahingestellt bleiben, ob sie mittels eines Zeittunnels vermittelt werden oder ob es sich schlicht um einen kleinen Schwindel handelt. Jedenfalls war ich von dieser dualwirtschaftlichen Perspektive sehr fasziniert und habe mich seither intensiv damit beschäftigt. So erfuhr ich kurz nach dieser Entdeckung, dass mit den LETS kleine lokale Wirtschaftssysteme bereits einige Zeit zuvor gegründet worden waren.

Die Beschreibung der Dualwirtschaft des Jahres 2029 durch S. Flor illustriert das Konzept "social fiction". Gegenwärtig wird zwar viel von Visionen gesprochen, doch wo gibt es wirklich den Blick auf die neue Dimension? Multimedial und bunt werden "Zukünfte" angeboten; für jeden etwas - so der Anspruch der "Welt"-Ausstellung, doch wer mit Blick auf die sozialen und ökologischen Probleme unserer Zeit nach sozio-ökonomischen Innovationssprüngen sucht, stößt auf die Lücken dieser postmodernen Jahrmärkte. Dabei muß ehrlicherweise konzediert werden, dass bahnbrechende Alternativen wirklich rar sind. Dies mag auch darin begründet liegen, dass der Begriff "Utopie" nach seiner Instrumentalisierung durch die alten systemkritischen Ideologien so umfassend, so total geworden ist, dass seine Aussagekraft ins Nichts umgeschlagen ist. Demgegenüber wird mit dem SF-Konzept Bezug genommen auf die klassischen Sozialutopien in der Tradition von Thomas Morus. Seither hat es viele Änderungen in der "Ausmalung" des "Nicht-Landes" gegeben, ein Prozeß, der sicherlich noch nicht abgeschlossen ist. So wird in diesem Konzept für "neue und neuartige Grenzen" plädiert. Zugegeben, Grenzen zu setzen ist immer ein willkürlicher Akt. Aber SF sucht nach dem NEUEN eben nicht in irgendeiner Unendlichkeit, sondern sozusagen vor unseren eigenen Füßen.

Ob Sozialarbeiter, Arbeitsloser, Wissenschaftler, Hausarbeiter mit eigenem Garten und/oder Tauschringmitglied - die "Berichte aus der Zukunft" bieten eine Plattform, die es erlaubt, die eigenen praktischen Erfahrungen zu reflektieren, mit anderen zu teilen und letztendlich über sie hinauszugehen. Es stellt ein Angebot an jene dar, die sich mit den praktischen Resultaten ihrer privaten, beruflichen, wissenschaftlichen oder politischen Aktivitäten nicht zufrieden geben wollen, an jene, welche die Ausrufezeichen hinter den "Top-Down" Lösungen innerhalb des etablierten institutionellen Rahmens nicht akzeptieren wollen. S. Flor beschreibt ein Land mit neuen Grenzen; wer ebenfalls einen Freund im Land der zwei Dimensionen hat - sei es in dem von S. Flor gesetzten Rahmen oder aber einem anderen Ort bzw. einer anderen Zeit - sei herzlich willkommen.

Rolf Schröder, 2000


(Mehr - auch von S. Flor - findet sich unter www.social-fiction.de)



 

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Johannes "Hanni" Zettl

Erkenntnisse und Lehren für die Gegenwart

Im Rückblick kann das kategorische Verbot der Selbsthilfe-Aktionen zur Belebung der Wirtschaft zum Zeitpunkt der großen Weltwirtschaftskrise nur als tragisch gewertet werden. Denn wenn es damit auch sicher nicht gelungen wäre, die Wirtschaft sofort wieder auf Hochtouren zu bringen, so hätte der Krise doch manches von ihrer Schärfe genommen werden können, was sich möglicherweise auch politisch ausgewirkt hätte.

Nachdem neuerdings der Nobelpreisträger Friedrich A. von Hayeck das Notenbankmonopol der Zentralnotenbanken wegen Ineffizienz und Kontraproduktivität massiv kritisiert und - ohne allerdings auf viel Gegenliebe zu stoßen - die Errichtung untereinander konkurrierender privater Emissionsbanken gefordert hat, drängt sich die Frage auf, ob es nicht an der Zeit ist, die nach zunächst so erfolgversprechendem Verlauf 1931 in Deutschland und 1933 in Österreich aus politischen Motiven unterdrückten Experimente unter gewissenhafter wissenschaftlicher Kontrolle zu wiederholen. Angesichts der fortschreitenden Automatisierung der Produktion und der verständlichen Neigung der Unternehmer, Investitionen vorwiegend unter dem Gesichtspunkt der Rationalisierung zu tätigen, sprich, mit dem Ziel, Arbeitskräfte einzusparen. So wird weit eher mit einem weiteren Anstieg als mit einem Abbau der Arbeitslosigkeit zu rechnen sein. Das aber bedeutet, daß künftig im formellen (gegenständlich-materiellen) Wirtschaftssektor immer weniger Menschen unterkommen werden und immer mehr in den informellen (nichtmateriellen) Sektor abgedrängt werden, wo sie oft nur eine Scheinselbständigkeit mit unwägbaren persönlichen Risiken sowohl hinsichtlich ihres Einkommens wie auch ihrer Absicherung gegen die Wechselfälle des Lebens erwartet, ganz zu schweigen von der Lösung der Frage, wie die nahezu unbegrenzt vorhandene Arbeit im informellen Teil einmal bezahlt werden soll.

Es würde somit nur dem auch sonst in der Wissenschaft als allgemeinverbindlich geltenden Prinzip entsprechen, praktische Versuche zur Lösung dieses in seiner Bedeutung für die moderne Gesellschaft gar nicht hoch genug einzuschätzenden Problems der "Trial-and-error-Methode" zu unterwerfen. Experimente der oben beschriebenen Art müßten also zumindest vom Grundsatz her zugelassen werden. Zu empfehlen wäre die Errichtung einer am besten dem Wissenschaftsministerium direkt zu unterstellenden Zentralstelle, der alle geplanten Versuche gemeldet und nach einer noch zu erlassenden Vorschrift in regelmäßigen Abständen Berichte erstattet werden müßten.

Aus rein praktischen Gründen würden sich fürs erste wohl ausschließlich Experimente nach Art des Wörgler Modells empfehlen, an dem nichts Entscheidendes geändert werden müßte. Denn bei den wie auch immer zu benennenden "Arbeitsbescheinigungen" brauchte nur das umständliche Aufkleben von Wertmarken durch das Abstempeln in Automaten ersetzt werden, wie sie für die Lösung von Fahrkarten heute schon jedes Schulkind beherrscht. Darüber hinaus erscheint auch eine bargeldlose Abwicklung als durchaus nicht mehr unmöglich.

Es dürfte heute in Deutschland wohl kaum eine Stadt oder Gemeinde ohne mehr oder minder dringende Aufgaben geben, die ausschließlich aus finanziellen Gründen nicht erledigt werden können. Die Palette reicht von der Instandhaltung ständig verschmutzter, stinkender öffentlicher Toiletten und mit Abfällen und Müll übersäter Straßen, Plätze und öffentlicher Erholungsräume über die Hilfe für Alte und Behinderte, über Dienstleistungen in Krankenhäusern sowie die Einrichtung und den Betrieb von Räumen für Jugendtreffs bzw. zur Beschaffung und Herrichtung von Wohnraum für Obdachlose, darunter, welche Schande!, auch obdachloser Mütter mit Säuglingen und kleinen Kindern. Wenn, wie als selbstverständlich vorausgesetzt werden muß, die "Arbeitsbestätigungsscheine", oder wie man sie auch immer nennen will, weder auf das Arbeitslosengeld noch auf die Arbeitslosenhilfe angerechnet werden, würde es mit Sicherheit geradezu einen Run auf die gebotenen Arbeiten geben. Das Gefühl, wieder etwas Sinnvolles tun zu können, würde vielen, vor allem Jugendlichen, wieder Halt geben. Ob es auch für die Resozialisierung bereits verwahrloster Jugendlicher ausreichen würde, mag dahingestellt bleiben. Immerhin aber wäre dem weiteren Abgleiten Jugendlicher in die Verwahrlosung ein wirksamer Riegel vorgeschoben.

Wichtig wäre zudem auch, die Jugendlichen wieder zu einem sparsamen Umgang mit Geld anzuhalten. "Den Arbeit leistenden Arbeitslosen" müßte also dabei geholfen werden, ihr zweifellos selbstverdientes Geld im Blick auf spätere größere Ausgaben einigermaßen "richtig" anzulegen.

Wie sich jederzeit nachprüfen läßt, hat das "Wunder von Wörgl" authentisch gemacht, daß das Projekt seines Bürgermeisters Unterguggenberger sich nicht nur selbst finanzieren konnte, sondern darüber hinaus auch noch zu erheblichen Überschüssen führte, die es der Gemeinde Wörgl ermöglichten, einen großen Teil ihrer drückenden Schuldenlast zu tilgen.

Doch im Grunde handelte es sich hier um kein Wunder. Denn bei genauem Hinsehen zeigt sich, daß Unterguggenberger nur im kleinen und in vereinfachter Form das vorweggenommen hatte, was Hilmar  Schacht wenig später in großem Stil zur Ankurbelung der am Boden liegenden deutschen Wirtschaft unter der Bezeichnung "Mefowechsel" zum Einsatz brachte.

Was wäre uns und der ganzen Welt erspart geblieben, wenn die Instrumente, die dem Nationalismus seine Wahnsinnstaten erst ermöglichten, beizeiten von friedliebenden demokratischen Staaten eingesetzt worden wären!

Sollte das nicht Mahnung genug sein, den Faden dort wieder aufzunehmen, wo er einst mutwillig zerissen wurde! Die Möglichkeit dazu ist jeden Tag gegeben, allerdings nur für diejenigen, die die Macht in den Händen halten.

Der geschilderte Prozeß läßt sich übrigens auf einen ganz einfachen und klaren Nenner bringen, nämlich: Wenn in einem Wirtschaftsraum im Überfluß vorhandenes Realkapital brachliegt und zudem auch noch zahlreiche arbeitsfähige und arbeitswillige Menschen keine Beschäftigung finden, besteht die Möglichkeit, über "Arbeitsbestätigungsscheine", die mit einer Umlaufsicherung ausgestattet sind, einen Ergänzungsmarkt zu schaffen, auf dem sowohl Einkommen als auch nachgefragte Güter entstehen.

Eine Aufweichung der offiziellen Währung läßt sich durch die in das zusätzliche Tauschmittel eingebaute Umlaufsicherung mit absoluter Sicherheit ausschließen. Die Stabilität der Währung wird vielmehr ganz im Gegenteil durch die bessere Auslastung der Produktivkräfte bzw. die Erhöhung der Güterproduktion und die finanzielle Entlastung von Staat und Sozialversicherung eher noch verstärkt. Damit erweist sich der Ergänzungsmarkt als Königsweg zur Überwindung der gegenwärtigen wie auch künftiger Krisen.



 

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Tauschringe – Warum sie wirklich entstanden sind

Werner Bareis, Talentbörse Göppingen (vertrete hier allerdings keine offizielle Meinung der Talentbörse, eine solche gibt es in unserem Tauschring auch gar nicht, und das soll sich auch nicht ändern)
Zur Person: Jahrgang 1966, studierte Betriebswirtschhaft, arbeitet jetzt als Controller bei einem Bildungsträger
 

Liebe Freunde, erlaubt mir zunächst etwas auszuholen:

Selbst in der Tauschringszene wissen nur wenige, daß nach dem zweiten Weltkrieg bis zur Währungsreform Dutzende Tauschringe existierten, so in Nordbayern, Hessen, Niedersachsen, Berlin. Am verbreitetsten waren Tauschringe jedoch in Württemberg und Baden mit insgesamt 27 Tauschringen.

Mit Zustimmung der Militärregierungen wollten sie die Versorgung der Bevölkerung und die Umsätze des Handels verbessern. Initiatoren waren meist örtliche Einzelhandelsgeschäfte aus unterschiedlichen Branchen. Ein Tauschinteressent mußte sein Tauschobjekt bei dem dafür zuständigen Fachgeschäft schätzen lassen. Falls sich die Tauschstelle zum Ankauf entschloß, bekam der Tauschverkäufer einen Tauschbon und zusätzlich Bargeld im Wert des Tauschobjektes. Der Tauschbon berechtigte sechs Monate lang zum Erwerb eines Tauschgutes in jedem angeschlossenen Geschäft. Der Tauschbon war mindestens so wichtig wie das Bargeld, denn damals herrschte eine strenge Güterrationierung. Im Unterschied zu unseren Tauschringen floß also bei jedem Tausch stets auch Geld.

Bei den Tauschringen ging es nicht um Peanuts: In der Stadt Esslingen wurden zum Beispiel fünfzig Prozent der Gesamtnachfrage nach Schuhen im Rahmen des Tauschrings abgedeckt, die anderen fünfzig Prozent wurden regulär gehandelt. In vierzehn Monaten wechselten per Tausch 26.340 Paar Schuhe den Besitzer. Natürlich wurden nicht nur Schuhe getauscht, sondern auch Kleidung, Haushaltsartikel und Werkzeuge. So verbreitete sich rasch der Leitspruch "Fehlt Dir ein Ding? Dann tausch es beim Ring."

Mit der Währungsreform und dem sich damit normalisierenden Warenangebot verschwanden die Tauschringe allerdings rasch.
 

Analyse und Kommentar: Schluß mit dem frommen Selbstbetrug !

Warum blühen die Tauschringe nach ihrem raschen Niedergang mit der Währungsreform 1948 jetzt wieder auf, wenn auch in bescheidenerem Maße als damals, und feiern fröhliche Urständ? Die Frage hat es in sich. Die D-Mark, die damals sehr rasch die Tauschringe killte, existiert schließlich immer noch. Und daß die Einführung des Euros Ursache ist, wird niemand ernsthaft behaupten. Vielleicht geht es ja bei den Tauschringen gar nicht so sehr um Fragen der Arbeitslosigkeit, der wirtschaftlichen Verarmung, der lokalen Wirtschaft, des Zinssystems oder um das menschliche Miteinander, wie ständig von deren Repräsentanten angeführt und geglaubt wird. Die Arbeitslosenquote jedenfalls unterschied sich 1948 nicht wesentlich von heute - Kriegsheimkehrer und Millionen Vertriebene drängten damals auf den Arbeitsmarkt.

Auch daß die Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland stark zugenommen habe, wurde nie wirklich überzeugend belegt. Übrigens hatten 1996 die ärmsten fünf Prozent der Bevölkerung in Westdeutschland inflationsbereinigt 18 Prozent mehr Einkommen als 1986. Das weiß zumindest das eher gewerkschaftsnahe Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), das die Zahlen anhand einer repräsentativen Stichprobe von 18.000 Menschen ermittelt hat. Und weiter DIW: Die Einkommensverteilung sei völlig stabil. (Capital 3/98, darf man diese Zeitschrift in der Tauschringszene überhaupt erwähnen?). Wirklich Arme, die es natürlich gibt, muß man in den meisten Tauschringen ohnehin mit der Lupe suchen, die finden nämlich kaum zu uns. Mal abgesehen davon, daß ein Sozialhilfeempfänger verglichen mit einem Angestellten anno 1948 ein vergleichsweise gutes Auskommen hat, wenngleich er jeden Pfennig zweimal umdrehen muß.

Die Globalisierung der Wirtschaft (hier müssen wir deren Chancen und Risiken nicht diskutieren) war, gemessen an der Exportquote, zu Beginn unseres Jahrhunderts nicht geringer als heute, ohne daß man damals von der Förderung der lokalen Ökonomie oder gar von der Notwendigkeit von Tauschringen sprach.

Sind Tauschringe eine Erscheinung in Zusammenhang mit Fehlentwicklungen unseres Zinssystems? Eher nicht. Die Zinssätze haben vor kurzem erst historische Tiefststände erreicht. Außerdem bauen einige Staaten ihre Verschuldung inzwischen sogar ab.

Auch die Vereinsamung in unserer Gesellschaft ist keine plausible Erklärung für die Renaissance der Tauschringe. Die Einsamkeit der Menschen hat nämlich entgegen aller anderslautenden, ständig wiederholten Mutmaßungen seit 1948 eher abgenommen. Das Allensbacher Institut führte mit nahezu unverändertem Fragebogen 1953, 1979 und 1990 eine breite Umfrage durch, die mehr als zehn Fragen zur Vereinsamung enthielt. Es fand sich kein einziges Ergebnis, das eine zunehmende Kälte und Vereinsamung bestätigte. Ganz im Gegenteil fühlten sich 1990 viel weniger Menschjen einsam als 1953; die Zahl der Gesprächspartner hatte zugenommen, die Häufigkeit der gegenseitigen Einladungen ebenso (FAZ 13.01.99). Also Schluß mit dem Geheule! Und wäre die Vereinsamung der Menschen das Problem, dazu hätte man die Tauschringe nicht erfinden brauchen, denn an Möglichkeiten, Leute kennenzulernen, gibt es nun wirklich kein Mangel -wenn man die Zeit dazu hat. Und wenn man keine Zeit hat, oder total verschüchtert ist, hilft meist auch kein Tauschring.

Also hört endlich auf mit dem frommen Selbstbetrug, was die Gründe für das Entstehen der Tauschringe anbelangt. Fragen des Zinssystems, der Arbeitslosigkeit, der lokalen Wirtschaft oder das menschliche Miteinander sind dafür keine Erklärung. Seit 1948 hat sich vor allem eines geändert: Die Gier des Staates! Umsatz- und Einkommensteuer sind stark angestiegen, die sogenannten Sozialabgaben geradezu explodiert. Der Normalverdiener leistet von Januar bis in den Juni hinein ausschließlich Frondienste für den Staat, erst der Lohn für die restlichen Monate fließt in seine eigene Tasche (deshalb wurmt es mich auch, wenn neue Tauschringe, kaum haben sie drei oder vier Mitglieder, gleich an staatliche Fördertöpfe drängen wie die Sau an den Trog - Verzeihung!). Auf dem regulären Markt muß heute ein Maurer vier Stunden arbeiten, um eine Klempnerstunde zu bezahlen, und der muß vier Stunden arbeiten, um eine Maurerstunde zu berappen. Das ist es, was sich seit 1948 gravierend geändert hat! Ursache für das Aufblühen der Tauschringe ist alleine der ausufernde Moloch Staat. Und hier ist der Tauschring eine legale Nische. Nicht zu vergessen der Wust an Gesetzen und Verordnungen, mit dem uns der Staat eindeckt. Tauschringe haben dagegen unbewußt (die meisten werden es niemals wahr haben wollen) den Charme einer deregulierten Wirtschaft entdeckt: Jeder kann im Prinzip im Tauschring machen, was er will, solange er niemand anders schädigt - man kann von einer regelrechten Spontanindustrie sprechen.

Meine "linken Freunde", mit denen ich mich als (noch) junger Heißsporn und sowieso als Betriebswirt stets mit Vergnügen etwa auf überregionalen Tauschringtreffen fetze, neigen gelegentlich dazu, die Tauschringe als ein "linkes Projekt" zu verstehen. Hier behaupte ich mal einfach, daß die Tauschringe konsequent gedacht ein durch und durch liberales Projekt sind (aus Gründen der Selbstachtung muß ich aber gleich hinzufügen, daß ich in meinem Leben noch nie die Drei-Pünktchen-Partei gewählt habe - immerhin!).

Um Mißverständnissen vorzubeugen: Tauschringe sind aus meiner Sicht organisierte Nachbarschaftshilfe und keine Schwarzarbeit, solange der Einzelne keine gigantischen Umsätze erzielt. Insofern sind Tauschringe eine legale Ausweichbewegung. Daß man nette Menschen kennenlernen kann, auch aus Gesellschaftsgruppen und -schichten, mit denen man sonst kaum Kontakt hätte (siehe vorhergehender Absatz), bleibt natürlich trotzdem eine schöne Nebenwirkung. Ich wünsche mir, daß die Tauschringbewegung weiterhin so bunt bleibt. In diesem Sinne viel Spaß beim Tauschen!

Im Übrigen freue ich mich auf eine anregende Diskussion auf dem Tauschringtreffen.

Quelle zu den historischen Angaben: Christian Schneider: Ein unentdecktes Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte - Der Esslinger Tauschring und die Vereinigten Tauschringe in Württemberg-Baden - veröffentlicht in: Esslinger Studien 35 / 1996 Hrsg: Stadtarchiv Esslingen (umfaßt mit einer differenzierten Tauschstatistik und mit umfangreichen Literaturangaben 11 Seiten)



 

Kulturzentrum Tempel, Fassade
Werner Bareis,

Vision Internet

PS: Ein wirklich neues Thema für ein bundesweites Tauschringtreffen (und für den Reader?), für das ich aber persönlich nur bedingt kompetent bin:

Vision Internet: Bisher sind Tauschringe mehr oder weniger eine Randerscheinung, was die Verbreitung und die Mitgliederzahlen anbelangt. Wir bewegen uns im Promillebereich. Das Internet bietet eine Chance, eine riesige Breitenwirkung zu entfachen. Dazu reicht es natürlich nicht, Adressen von Tauschringen ins Internet zu stellen (Trotzdem danke ich denen, die das tun). Vielmehr müsste es eine Seite geben mit, sagen wir mittel- bis langfristig 100.000 Tauschangeboten aus allen Ecken Deutschlands oder gar Europas. Das wäre dann eine Dimension wie etwa der Online-Versteigerer wie e-bay. Und plötzlich würde die Tauschringbewegung wirklich ernst genommen werden. Regierungen und Zentralbanken kämen in’s Schwitzen. Man denke nur dran, wie schnell plötzlich das Rabattgesetz etc. abgeschafft wird, weil es Internet-Auktionen behindert.

Oder wollen wir gar keine Breitenwirkung? Wollen wir ein kleiner, elitäter Zirkel bleiben?

Stellt sich nur die Frage: Wer könnte so was bewerkstelligen? Das kostet doch unendlich Zeit und Nerven. Meine persönliche Meinung: Ohne Initiative von Internet-Unternehmen geht das nicht. So ein Projekt realisiert man nicht so geschwind nebenher in der Freizeit. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass es uns gelingen könnte, ein Internet-Auktionshaus als Partner zu gewinnen, da es gewisse Parallelen mit diesen gibt: Bisher bieten die eben nur Produkte an, wir hingegen die Dienstleistungen.

Was kann ein Tauschringtreffen in dem Zusammenhang bewirken? Es könnte Tauschringe motivieren, sich an solch einem Projekt zu beteiligen. Wenn von 200 Tauschringen 50 mitziehen, und sich vielleicht auf gemeinsame Modalitäten evrständigen, dann ist eine Chance da, diese Idee zu realisieren. Wir dürfenn allerdings nicht sektiererisch wirken. Dann springt garantiert ein Internet-Unternehmen drauf auf. Umgekehrt: Ohne solche Rückendeckung wird wenig laufen. Und wir bleiben eine eher belanglose Geschichte, die ihren Zenit bereits überschritten hat.
 
 


Kulturzentrum Tempel, Fassade

Das Selbstverständnis der Tauschringe im Boom lokaler Netzwerke


Auf lokaler Ebene werden die Folgen des gesellschaftlichen und sozialen Auseinanderdriftens zwischen denen, die oben schwimmen und dazu gehören und den anderen, die überwiegend "zugucken" dürfen, immer krasser.

Zunehmende Arbeitslosigkeit und berufliche "Nicht-Perspektive" für Jugendliche wie auch für AkademikerInnen führen zu einem "Boom" des "Dritten Sektors", d.h. von "Nonprofit-Organisationen", die weder Marktunternehmen
noch Staat sind. Allein im Heidelberger Selbsthilfe- und Projektebüro tummeln sich über 350 Projekt- bzw. Selbsthilfegruppen. Von Landesseite anfangs stark unterstützt rollt seit ca. 2 Jahren die Welle des "Freiwilligen bürgenschaftlichen Engagements" über baden-württembergische Kommunen. Daneben gibt es etliche Beschäftigungsgesellschaften und Verbände, Vereine und Gruppierungen, die alle "teilhaben bzw. dabei sein wollen" am gesellschaftlichen, am sozialen und oft auch am  monetären Leben.

Bei zunehmender Finanznot und Personalknappheit im 1., 2. und staatlichen Sektor stellt sich neuerdings für selbstorganisierte Gruppen - wie der Tauschring - die Gefahr, von anderen instrumentalisiert zu werden. Die Frage
des Gebens und Nehmens muss hier jedesmal neu definiert / gefunden werden: Was dient der Sache und den MitgliederInnen sowie der positiven Entwicklung des lokalen Tauschringes, was hemmt die Freiheit? Letztlich bis hin zu der Frage und der damit verbundenen Gefahr: "Wo fängt möglicherweise ein
Mißbrauch / die Fremdbestimmung an" ?

In der Arbeitsgruppe soll hierzu diskutiert werden, wobei gemeinsam herausgefunden werden soll, wie man am geschicktesten damit umgeht, welche Verhaltsenweisen für die weitere Zukunft ratsam sind.

Das wär's.
Grüsse, Sabine Wacker
 


Kulturzentrum Tempel, Fassade

Einladung zum Tauschring-Bundestreffen 2000

- Eigenverantwortung und soziales Engagement -

Freitag, 29.9. bis Sonntag, 1.10.2000
im Kulturzentrum Tempel

Liebe Tauschringfreundinnen und Tauschringfreunde,
die Tauschsysteme Karlsruhe, Wettersbach und Baden-Baden planen diese Veranstaltung gemeinsam und laden Euch herzlich ein, diese Tage aktiv mitzugestalten.

Das Programm
 
Wir haben ein breites Programm mit praktischen und theoretischen Themen und ein buntes Kulturprogramm mit vielen Möglichkeiten, sich näher kennenzulernen.

Das ausführliche Programm auf einer extra Seite

Die Schwerpunkte:
1.  Lokale Ökonomie im vereinten Europa
2.  Bewertung der Arbeit im sozialen Miteinander
3.  Womit sind wir angetreten? Was geht gemeinsam weiter?
4.  Tauschring-Praxis

Für die Zeit bis zum Bundestreffen geht es u.a. darum, geeignete Fragestellungen zu entwickeln, für die auf dem Bundestreffen konsensfähige Antworten erarbeitet werden können. Wir bitten um Diskussionsbeiträge an uns und die üblichen Tauschring-Medien.

Der Tagungsort
Das Bundestreffen findet im Kulturzentrum Tempel in Karlsruhe statt. Eine ehemalige Brauerei, die seit 16 Jahren als selbstverwaltetes Kulturzentrum mit 50 verschiedenen Initiativen fungiert. Die zentralen Tagungsräume stehen uns durchgehend zur Verfügung. Viele Initiativen sind selbst im Tauschring, so z. B. das Café Havanna, in dem abends Salsa getanzt werden kann und wo Getränke mit Talenten bezahlt werden können.

Die Anmeldung
Für die Anmeldung verwendet bitte unsere Anmeldeseite, die Ihr möglichst schnell ausgefüllt per Mail, Fax oder gelbe Post an uns sendet. Für einen reibungslosen Ablauf ist eine Anmeldung bis Ende August erforderlich.
Wir möchten dieses Mal einen Tagungs-Reader vorher erstellen und verschicken, so daß sich die Teilnehmer auf die AGs und Diskussionen vorbereiten können. Wir bitten die Referenten um Beiträge zu ihren Themen. Der Beitrag sollte maximal 2 Seiten (DIN A 4) lang sein und bis Anfang August bei uns eingehen. Der Tagungs-Reader wird allen angemeldeten Teilnehmern Anfang September zugeschickt.
Bitte klärt in Eurem Tauschring, was Ihr im Namen des Tauschringes sagen oder mitentscheiden könnt.

Anfahrt
Vom Hauptbahnhof mit der Straßenbahn Linie 2 Richtung Daxlanden oder Rappenwörth bis zur Haltestelle Entenfang. Von dort etwa 5 min zu Fuß. Aus Richtung Stadt kommend rechts in die Rheinstraße.
Mit dem Auto von der A5 Ausfahrt KA-Mitte über die B 10 (Schnellstraße) bis zur Ausfahrt Mühlburg. An der Ampel (Ihr seid beim Entenfang) rechts und gleich wieder links in die Rheinstraße.
Mit dem Auto aus der Pfalz kommend über die Rheinbrücke (B 10) bis zur Ausfahrt Rheinhafen. An der Ampel links,  der Straße folgend bis zum Entenfang (3. Ampel). Dann links und gleich wieder links in die Rheinstraße.
Die Rheinstraße bis zur Hardtstraße, dann rechts etwa 200 m bis zum Lindenplatz.  Gegenüber der gelben Kirche in die kleine Zufahrtsstraße. Im Hof des Kulturzentrums seht Ihr rechts den Hauptbau (Bau I) mit seinen Erkertürmchen und dem Haupteingang in der Mitte. Parken nach Möglichkeit außerhalb des Geländes.

Wir freuen uns auf Eure Nachricht

Mit liebem Gruß,
Euer Orga-Team


Kulturzentrum Tempel, Fassade

Anmeldung zumTauschring-Bundestreffen 2000

An 
Tauschring Karlsruhe
Hardtstr. 37a, 
76185 Karlsruhe 
Tel/Fax: 0721 - 9553541
eMail: tauschring.ka@t-online.de
http://home.t-online.de/home/tauschring.ka/bt2000.htm
Kto: 63 956 800, BLZ 430 609 67, GLS-Gemeinschaftsbank

Ich/ Wir möchten am Tauschring-Bundestreffen 2000 teilnehmen und melden uns hiermit verbindlich an.

 Name:

 Organisation:

 Anzahl der Teilnehmer:

Adresse: 

Tel/Fax:

eMail: 

Ich/Wir kommen am _______ (Freitag abend) und bleiben bis ________ (Sonntag mittag).

Geld
Der Tagungsbeitrag (einschl. Reader) beträgt DM 40,- zuzüglich 2 Stunden in Tauschring-Verrechnungseinheiten. Bitte erkundigt Euch bei Eurem Tauschring, wie die Verrechnung mit anderen Tauschringen bei Euch üblich ist. Wir bieten an: über den Ressourcen-Tauschring (Osnabrück), über ein generelles Außenkonto oder über ein spezielles Außenkonto mit Eurem Tauschring. Wer nicht verrechnen kann, den bitten wir um eine DM-Spende oder Mithilfe beim Treffen. Verpflegung und Unterbringung werden vor Ort beim Treffen abgerechnet. Wir möchten bei dem Treffen "Talent-Gutscheine" ausgeben, mit denen beim Treffen alles Mögliche bezahlt werden kann.

(__) Ich/Wir möchten einen ermäßigten Tagungsbeitrag, da die Kosten für uns eine schwere Belastung darstellen.
(__) Ich/Wir überweisen den Tagungsbeitrag an Tauschring Karlsruhe, Kto: 63 956 800, BLZ 430 609 67, GLS-Bank

Übernachtung
(__) Ich/Wir kümmern uns selbst um die Übernachtung.
Bed and Breakfast-Vermittlung (ab 39,- DM), Tel 07243 - 526682, Fax 526683, karlsruhe@bed-and-breakfast.de
Jugendherberge, Moltkestraße 24, Tel 0721 - 28248, Fax 27647 (24,- bis 29,- DM)
Verkehrsverein Karlsruhe, Tel 0721 - 35530, Fax 35534399
(__) Ich/Wir möchten privat bei Tauschring-Mitgliedern unterkommen (ca. 1-1,5h in Talenten/Nacht).
(__) Ich/Wir möchten im Matratzenlager übernachten und bringen Schlafsack und Iso-Matte mit.

Verpflegung
Ich/Wir möchten Verpflegung  ( )Fr abend | ( )Sa früh | ( )Sa mittag | ( )Sa abend | ( )So früh | ( )So mittag
(__) Ich/Wir bevorzugen vegetarisches Essen.

Programm
Ich/Wir möchten uns noch mit  folgendem Beitrag/ Arbeitsgruppe/ Selbstdarstellung/ Präsentation aktiv beteiligen:

Thema/ Referent: __________________________ Wir brauchen dafür:___________________________

Ich/Wir interessieren uns besonders für folgende Themen/ Programmpunkte:  ________________________

(__) Ich/Wir möchten beiliegenden Beitrag in den Reader (möglichst per eMail oder html-Datei).
(__) Ich/Wir holen den Reader aus dem Internet und brauchen keine gedruckte Version per Post.
(__) Ich/Wir möchten einen Stand auf dem Markt der Möglichkeiten machen (Details bitte gesondert klären).

Sonstiges
(__) Ich/Wir wünschen uns Unterstützung bei der Betreuung für _____ Kinder im Alter von _____ Jahren.
Ich/Wir reisen an  (__) mit der Bahn  (__) mit dem Auto.

Viele Grüße von
(verbindliche Unterschrift, d.h., der Tagungsbeitrag wird auf jeden Fall bezahlt)


Kulturzentrum Tempel, Fassade

Fragebogen zum Tauschring-Bundestreffen 2000

Wenn wir schon mal alle Tauschringe für das Bundestreffen anschreiben, dann interessiert uns natürlich auch die aktuelle Entwicklung. 
Alle Einzelfragen sind freiwillig, Ihr könnt also auch nur Teile ausfüllen. Es wäre schön, wenn Ihr den Fragebogen auch dann ausfüllt, wenn Ihr nicht zum Bundestreffen kommt. 
Die Auswertung wird zum Bundestreffen bekannt gegeben und dann noch mal mit den später eingehenden Fragebögen in den Tausch-System- Nachrichten veröffentlicht. 

Zurück an
Tauschring Karlsruhe,    Tel/Fax: 0721 - 955 35 41
Hardtstr. 37a,
76185 Karlsruhe

Wie heißt Euer Tauschring? 

________________________________ 
In welcher Stadt/ Region seid Ihr? 

________________________________ 

Wie viele Mitglieder habt Ihr zur Zeit? _____

Wie viele Mitglieder sind 1999 
neu hinzugekommen / ausgetreten? _____ / _____

Wie ist Eure Tauscheinheit definiert? _______

Wie viel Tauschumsatz hattet Ihr im letzten Jahr (1999) in Stunden (oder DM-Äquivalent)? _____

Wieviel Tauschumsatz lief über Euer Systemkonto (Verwaltung, Organisation) im Jahr 1999? ______

Wie viele Tauschvorgänge (ohne Systembuchungen und Gebühren) hattet ihr 1999 ungefähr? _____
 

Die folgenden Fragen sollen auf einer Skala von 
1 = schlecht/unwichtig bis 5 = gut/wichtig bewertet werden (0 = keine Angabe).

Wurzeln: Wir machen den TR, weil uns wichtig ist:
(___) Leistungsaustausch auf der sachlichen Ebene
(___) Soziale Kontakte
(___) Geldtheorie/ Alternativwirtschaft
(___) ______________________________

Ziel: Wir streben an:
(___) Anerkennung unserer Arbeit durch öffentliche Stellen, Ämter und Behörden
(___) Mitwirkung an sozialen und  gesellschaftlichen Entwicklungen
(___) Alternativen  zur normalen Geldwirtschaft
(___) ______________________________

Trend: Die Entwicklung unseres Tauschrings gegenüber dem Vorjahr beurteilen wir so:
(___) Qualität der gegenseitigen Hilfe
(___) Qualität der sozialen Kontakte
(___) Spaßfaktor 
(___) Handlungsfähigkeit des Orga-Teams (Vorstand)
(___) ______________________________

Fokus: Die Tauschringe insgesamt sollten sich auf folgende Themen konzentrieren:
(___) Öffentliche Bekanntheit
(___) Zufriedenheit der Mitglieder
(___) Beteiligung an gesellschaftlichen Entwicklungen
(___) Rechtssicherheit
(___) Effektive Interessenvertretung in der Politik
(___) ______________________________

Vielen Dank für Eure Mühe!

Viele Grüße aus Karlsruhe


Die Realisierung des Treffens geschieht mit freundlicher Unterstützung von:
 Kulturverein Tempel e.V.DanConsulting GmbH, GLS Gemeinschaftsbank eG und vielen Helfern!
 
Kulturverein Tempel e.V. Lokale Agenda 21, Karlsruhe danLogo GLS Gemeinschaftsbank eG



Unser Unternehmen findet die  "Tauschring-Idee"  unterstützenswert.

DAN Consulting GmbH
Douglasstr. 24-26
76133 Karlsruhe
FON +49(0)721-13098-0
FAX +49(0)721-13098-20
www.dan-consult.de
E-mail   info@dan-consult.de

Innovatives und erfahrenes Dienstleistungsunternehmen im IT-Bereich bietet
             - Beratung,  Projektentwicklung, Qualitatsmanagement -
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     Mitarbeiter gesucht,  die noch etwas bewegen wollen !



 
 
   

Anders mit Geld umgehen
 

Neues von der GLS-Bank

GLS-Windpark Schleiden

Eines von über 1300 Projekten der GLS Gemeinschaftsbank eG ist der GLS-Windpark Schleiden. 
Zwölf Windkraftanlagen des Typs Tacke TW 1.5s werden bis Ende September 2000 auf den Höhen der Eifel in der Nähe der Stadt Schleiden in Betrieb gehen. Das Investitionsvolumen beträgt ca. 43 Millionen DM. 
Die Windkraftanlagen werden rund 38 Millionen kWh umweltfreundlichen Strom produzieren und in das Netz einspeisen. Damit können ca. 10. 000 Haushalte im Jahr mit Wind-Strom versorgt werden. Der Bau der Anlagen bedeutet auch einen erheblichen wirtschaftlichen Impuls für die Region, da ein Teil der Investitionen von Unternehmen vor Ort ausgeführt werden. Da fast alle Windkraftanlagen auf städtischen Flächen gebaut werden, fließen der Stadt und damit allen Bürgern Pachteinnahmen zu. Mit dem Windpark Schleiden ist es der GLS Gemeinschaftsbank eG gelungen, eine schonende Form der Windkraftnutzung zu verwirklichen.

 

Aus zwei Gründen bin ich Mitglied der Gemeinschaftsbank geworden: einmal aus einem Gefühl von Solidarität, auf der anderen Seite überzeugt mich das Konzept. 
Sehr viel stärker als früher denke ich heute daran, was mit dem Geld geschieht. 

Ursula Sladek, Mitgründerin der Schönauer Netzkaufinitiative, Mitglied der Gemeinschaftsbank seit 1994

Anlagetipp

Ann-Kristin Schulke, Filiale Hamburg

Liebe Leserinnen und Leser,

auf der Grundlage des neuen Erneuerbare-Energien-Gesetzes, der guten Windverhältnisse in der Eifel und einer Platzierungsgarantie der GLS Gemeinschaftsbank eG wird aus dem GLS-Windpark Schleiden eine attraktive Kapitalanlage. Beginnend mit 6% p.a. werden über die Zeit von 20 Jahren ca. 380% der Kommanditeinlage an die Fondszeichner ausgeschüttet. Eine Beteiligung ist ab 10.000 DM möglich, für Bürgerinnen und Bürger des Kreises Euskirchen bereits ab 3. 000 DM.

Die GLS-Bank

Die GLS Gemeinschaftsbank eG Bochum ist die älteste Bank in Deutschland im Bereich ethisch-ökologischer Geldanlagen. Seit ihrer Gründung 1974 hat sich die Bank rasch entwickelt und auf dem Sektor Geldanlagen und Bankdienstleistungen immer wieder innovative Formen hervorgebracht. Hauptziele der Bank sind Transparenz der Geldanlagen und eine gute und umfassende Kundenberatung. Die Bank arbeitet bundesweit und unterhält Filialen in Stuttgart und Hamburg. Die Bilanzsumme betrug per 
31. 12. 1999 329 Millionen DM, was einen Zuwachs von 14% im Vergleich zum Vorjahr darstellt. 

Wir informieren Sie gern!
Rufen Sie uns kostenfrei an unter:
0800-457 22 65

GLS Gemeinschaftsbank eG

Oskar-Hoffmann-Str. 25
44789 Bochum
www.gemeinschaftsbank.de 
 


 
 
 
 
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