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Reader zum Tauschring-Bundestreffen 2000

Ergänzungen seit dem 10.9.00

21.9.00 Ziele des Tauschring-Bundestreffens
21.9.00 Eigenverantwortung und soziales Engagement
21.9.00 Womit sind wir angetreten, wie geht es weiter?
21.9.00 Das Selbstverständnis der Tauschringe im Boom lokaler Netzwerke
21.9.00 LA21-Förderung der Stadt Karlsruhe
25.9.00 Diskussionsbeitrag1 von Klaus Kleffmann
25.9.00 Diskussionsbeitrag1 von Klaus Kleffmann
25.9.00 Rebecca und Mauricio Wild
25.9.00 Zukunfstwerkstatt (Elisabeth Hollerbach)

Kurzfristige Programmänderungen:
- Überregionaler Tausch / Ressourcen-Tauschring Sa 11:30 (nicht 15:00)
- Tauschring-Software (Helge Ruben, Hamburg, So 9:00) (NEU)
- Seniorenhilfe Ditzenbach ENTFÄLLT.
- Wie Gründe ich einen Tauschring (Ursula Kisse, So 9:00, Büro-Vorraum) NEU

Weitere Änderungen am Schwarzen Brett
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Ziele des Tauschring Bundestreffens 2000

Diskussionsbeitrag von Helfried Lohmann, Karlsruhe

Welche Ziele können für das Bundestreffen gesteckt werden?
Es sind nur ein Teil der Tauschringe vertreten.
Die Delegierten haben nur eingeschränkte Kompetenzen für ihre Tauschringe.

Realistische Ziele können sein:
- Anregungen in die Tauschringe mitnehmen.
- Neue Menschen für Aufgaben auf Bundesebene gewinnen.
- Menschen, die Aufgaben auf Bundesebene übernommen haben, den Rücken stärken.
- In der Öffentlichkeit auftreten

Was können wir nicht erwarten?
Große gemeinsame Ziele und politische Erklärungen. Wir müssen mit dem Pluralismus leben und die Stärken entwickeln. Die Standortbestimmung vom Bundestreffen in München wird weiter Bestand haben - mehr nicht.

Als Ergebnis des Treffens und der Aufgabenverteilung auf Bundesebene wünsche ich mir eine komplexe Informationssammlung, die immer aktuell gehalten wird. Nicht einzelne machen in mühevoller Arbeit ein Buch, welches nach dem Druck veraltet, sondern viele halten die Information aktuell. Für jedes Thema gibt es eindeutige Ansprechpartner und ein Netz von Leuten, die weiterhelfen.

Als Medium sollten wir das Internet benutzen, wo von einer Zentralen Seite zu den verschiedenen Themengebieten verzeigert wird. Wenn jemand seine übernommenen Aufgaben nicht mehr erfüllen kann, so kann die bisherige Arbeit an den nächsten übergeben werden.

Damit wir diese Ziele erreichen können, brauchen wir Menschen, die mitarbeiten möchten. Jeder möge sich fragen, was er oder sie zu übernehmen könnte. Detaillierte Aufgabenbeschreibungen stehen im Reader.
Adressliste Kreuzberger Tauschring 
Internet-Adressen, Linkliste  ?
Archiv Tauschring-Archiv, Klaus Kleffmann 
Bundestreffen 2001 ?
Zeitschrift als Diskussionsforen Tauschsystem-Nachrichten, Klaus Kleffmann u.a.
Mailing-Liste als Diskussionsforum Klaus Kleffmann
Integration von Gewerbe Norbert Baier, Freiburg
Tauschring-Gründung ?
Haftungsrecht ?
Internationale Kontakte ?
Verbindung nach Österreich Reinhard Pichler
Verbindung in die Schweiz Renato Pichler
Zusammenarbeit mit Städten / Gemeinden ?
Literaturliste ?
Lobby-Arbeit ?
Softwareliste Klaus Günzel,  Karlsruhe
Sozialrecht Stefan Purwin, Kreuzberg
Statistik ?
Steuerrecht ?
Vereinsrecht ?
Pressearbeit ?
Überregionaler Tausch Ressourcen-Tauschring, Klaus Kleffmann
Bundes-Coach (Pflege dieser Liste) Helfried Lohmann, Karlsruhe
Lokale Agenda 21 Uta Hermel - Baden-Baden, Klaus Fournell - Freiburg
Termine  TSN, Mailing-Liste 



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Eigenverantwortung und soziales Engagement

Diskussionsbeitrag zum Titel-Thema des TR Bundestreffens
gehalten auf dem Markttag in KA von Helfried Lohmann, 13.9.00

Worin besteht der Zusammenhang von Eigenverantwortung und Sozialem Engagement in Tauschringen?
Das im TR Eigenverantwortung gefragt ist, ist offensichtlich. Nur so funktioniert der Tauschring. Nicht nur, daß wir Verantwortung für unser Handeln übernehmen müssen - das sollten wir immer tun. Es ist eine besondere Form von Eigenverantwortung gefragt, nämlich selbständiges unternehmerisches Handeln. Und das wird in unserer Kultur meist nicht mit sozialem Engagement in Zusammenhang gebracht. Aber unter bestimmten Bedingungen gibt es den Zusammenhang eben doch; z.B. in Tauschringen.

Gemeinhin bringen wir soziales Engagement mit karitativem oder selbstlosem Handeln in Verbindung. Die Fragen stellen sich: wer das auf Dauer aushält und wem das zu nutze kommt. Das soziales Engagement gegenüber Schwachen und Hilfsbedürftigen Geschöpfen richtig ist und für ein Lebenswertes Leben nützlich, das steht außer Frage. Die Frage, wem welche Art von Hilfe zu welchem Zeitpunkt wie weit nützt, läßt sich nicht im allgemeinen Behandeln, sondern nur im Detail.

Die andere Frage (wer selbstloses Handeln auf Dauer aushält?) ist für uns in den Tauschringen sehr interessant. Ich unterstelle, daß nur sehr wenige Menschen auf Dauer selbstlos handeln. Aber es gibt eine Fülle von Gegenleistungen verschiedener Art, die als solche (teilweise unausgesprochen) akzeptiert werden.
Geld - soziale Anerkennung - Bewunderung - Dankbarkeit - Selbstverwirklichung - Kontaktmöglichkeiten - zärtliche Berührung - Erleuchtung - Erfahrung - spätere Zuwendung - spätere Arbeitserleichterung - Erkenntnisgewinn - Identifikationsmöglichkeit.

Im Tauschring kommt die "Zeit" als ein "Gegenwert" dazu. Die Zeit als Gegenwert ist weniger emotional besetzt, wie die meisten anderen genannten Werte. Die Zeit ist auch ein objektiverer Wert als Geld, weil der Geldwert von Leistungen bei uns durch kapitalistische Marktgesetze (ich meine das hier nicht abwertend sondern beschreibend) verzerrt ist.

Und was hat das mit sozialem Engagement zu tun?

Jeder, der im TR aktiv ist, kennt die sozialen Aspekte dieser Arbeit. Die Kontaktmöglichkeiten entlang direkter persönlicher Bedürfnisse der Hilfe in bestimmten Situationen. Nicht über die Kneipe oder den Verein, in denen man ganz andere Dinge zusammen macht, als die, die man vielleicht grade braucht. Aber ich möchte hier auf einen anderen Aspekt abheben. Die Grenze von sozialem Engagement ist da erreicht, wo man sich ausgenutzt fühlt. Niemand wird sich auf Dauer einer Situation aussetzen, in der das Gefühl des ausgenutzt werdens aufkommt. Ich sage nicht, daß sich niemand auf Dauer ausnutzen ließe; in ökonomische Hinsicht, aber auch emotional gibt es das sehr wohl. Aber das Gefühl des Ausgenutzt werdens verhindert soziales Engagement - selbst da, wo es dringend angebracht wäre.

Vielleicht hat es etwas mit Selbstwert zu tun; wahrscheinlich ist es ein Gemisch von Gefühlen und Wertesystemen, das entscheidet, ob ich z.B. das zusammenleben mit Kindern als belastende Arbeit oder beglückende Selbstverwirklichung empfinde (um im Beispiel zwei extreme zu nennen). In Tauschringen können mit der Zeitwährung (oder ganz freien Verrechnungssystemen) andere Wertesysteme ausprobiert werden. Sich ausprobieren im Zusammensein mit Menschen, die ähnliche Ideen teilen und i.d.R. Vertrauensvorschuß geben, aber außerhalb des ganz persönlichen Rahmens wo möglicher Weise Empfindlichkeiten berücksichtigt werden müssen und die Menschen sich nicht unbedingt ganz frei entscheiden können, an einem Experiment mitzuwirken. Die gemachten Erfahrungen aus dem Tauschring können helfen, sich selbst und die eigenen Wertesysteme besser kennen zu lernen, zu hinterfragen und zu verändern.

Wenn es sich komisch anfühlt, eine Hilfeleistung z.B. gegen ein Lächeln einzutauschen, dann gilt immer noch die Zeitwährung und ich kann nach getaner Arbeit die Zeit aufschreiben. Dann war es wenigstens keine Vertane Zeit.



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Womit sind wir angetreten? 
Was geht gemeinsam weiter?


Thema 3 des Tauschring Bundestreffens 2000 in Karlsruhe
Diskussionsbeitrag von Helfried Lohmann,
gehalten auf dem Markttag des TR-Ka am 13.9.00

Die Tauschring-Bewegung hat im großen und ganzen drei Wurzeln.
1. Wiederbelebung der Nachbarschaftshilfe / Leistungsaustausch
2. Soziale Kontaktbedürfnisse
3. Geldtheoretische und Alternativ-Wirtschaftliche Überlegungen

Ich denke das kann von allen anerkannt werden, auch wenn der eine oder andere Tauschring sich nur auf eine dieser Wurzeln bezieht oder eine andere Wurzeln hat. Was gemeinsam weiter geht hängt mit davon ab, was überhaupt weitergeht. Und wovon hängt ab, ob und was weiter geht? Diese Frage möchte ich näher beleuchten.

Damit der Tausch weitergeht braucht es:
1. Menschen, die die Orga-Arbeit machen
2. Begeisterung und etwas, mit dem ich mich Identifizieren kann
3. einen interessanten "Markt".

1. Orga-Arbeit

Die Orga-Arbeit muß finanziert werden. Das heißt möglichst wenig Aufwand (viel Effizienz) und Einnahmen entsprechend dem Aufwand. Das ist eine frage guter Organisation und hängt auch davon ab, ob die Motivation zum Tauschen von selbst da ist.
Das Orga-Team (jeder TR hat so etwas, egal wie es heist) trägt verantwortung für demotivierende Faktoren. Es kann initiativen starten und unterstützen, aber es kann nicht Aufgabe des Orga-Teams sein, Motivation zu schaffen. Dann wären wir im kapitalistischen Markt, wo (sinnlose) Bedürfnisse geschaffen werden, damit Arbeitsplätze erhalten bleiben, oder Kapitalinteressen befriedigen werden.

Wenn nicht getauscht wird, ist es an der Zeit:
- Die Qualität des Orga-Teams auf demotivierende Schwachstellen zu prüfen.
- Den Umfang der Orga-Arbeit auf eine vernünftige Relation zum Tauschvolumen zu reduzieren.
- Sich über Personalwechsel gedanken zu machen. Ist das Orga-Team ausgepowert oder zu sehr in sich verstrikt?

2. Begeisterung und Identifikation

Begeisterung kann nicht geschaffen werden - aber verhindert.

Ob beim Tauschen Begeisterung aufkommt, ist eine Frage von übereinstimmung mit "Lebensenergie" und "im Fluß sein". Eine Frage, ob Bedürfnisse richtig erkannt und treffend befriedigt werden können und ob es gelingt, das bewußt zu machen.

Wenn ich mich und meine Ziele positiv verwirklichen kann, dann dann ich mich auch mit der Gruppe oder Idee identifizieren, die das ermöglicht.

Begeisterung hat etwas mit Geist zu tun - also jenseits von materiellen Bedürfnissen. Damit ich den Geist einer Idee oder Gruppe erkennen kann, braucht es ein klares Profil. Es braucht auch Abgrenzung (nicht unbedingt Ausgrenzung) und einen Fockus auf die Zentralen Themen. Damit ich weis, welche Themen zentral sind, muß ich zuerst wissen, was ich will und wünsche. Ohne die Kenntnis von mir selbst kann ich nicht begeistern - allenfalls eine gewisse Euphorie verbreiten, die selten von Dauer ist.

Tauschringe sind i.d.R. pragmatisch auf gegenseitige Hilfe angelegt. Sie befriedigen auch einige soziale Bedürfnisse sehr gut und schaffen Kontakt. Aber sie bieten wenig Identifikationsmöglichkeit. Dezidiert eigenständige Positionen, die sich von anderen Organisationen (und deren Wertesystemen) unterscheiden lassen, finden sich nur bei der Frage der Bewertung der Arbeit und bei der Geldkritik.

Weiter bieten Tauschsysteme eine praktische Unterstützung im Zusammenwirken der Menschen aus einem bestimmten Kreis. Seniorengenossenschaften - Wohnprojekte - Freie Schulen - Glaubensgemeinschaften - Szenekreise - Kundenkreise - Internetgemeinschaften. Alle diese speziellen Tauschsysteme sind auch ein Teil und eine Bereicherung der Tauschring-Bewegung  - auch wenn ich mit dem Glaubenssystem der Gruppe, die den Tauschring macht evtl. nicht einverstanden bin. Es muß allerdings transparent gemacht werden, wenn ein Tauschsystem zu einer bestimmten Gruppe gehört. Wenn ich weis, aus welcher Motivation heraus die Teilnehmer eines bestimmten Tauschringes sich zusammengeschlossen haben, dann kann ich mich mit diesem Tauschring vernetzen (oder auch nicht). Z.B. haben wir in Karlsruhe eine Kooperation zwischen dem Tauschring.KA und dem Tauschring "Geben und nehmen" an der Waldorfschule beschlossen. So schaffen wir einen interessanteren Markt.

3. Ein interessanter Markt

Für einen interessanten Markt brauche ich viele Verschiedene Angebote, die auch tatsächlich verfügbar sind. Damit sich viele einbringen möchten, braucht es Motivation und Identifikation. Es müssen sich also viele verschiedene Menschen mit ihren Zielen und Bedürfnissen im TR wiederfinden können. Auf der anderen Seite bracht es dafür ein klares Profil. Konsequenter Weise folgt daraus die Forderung, viele kleine Tauschsysteme mit eigenen Profil zu bilden und zu vernetzen. So entsteht ein interessanter Markt und viel Identifikationsmöglichkeit. Es können auch einfach Stadtteilgruppen sein, die allerdings offen für Menschen aus anderen Stadtteilen sein sollten. Mit einer guten Büro-Organisation sollte der Verwaltungs-mehraufwand geschafft werden können.


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Das Selbstverständnis der Tauschringe im Boom lokaler Netzwerke


Auf lokaler Ebene werden die Folgen des gesellschaftlichen und sozialen Auseinanderdriftens zwischen denen, die oben schwimmen und dazu gehören und den anderen, die überwiegend "zugucken" dürfen, immer krasser.

Zunehmende Arbeitslosigkeit und berufliche "Nicht-Perspektive" für Jugendliche wie auch für AkademikerInnen führen zu einem "Boom" des "Dritten Sektors", d.h. von "Nonprofit-Organisationen", die weder Marktunternehmen
noch Staat sind. Allein im Heidelberger Selbsthilfe- und Projektebüro tummeln sich über 350 Projekt- bzw. Selbsthilfegruppen. Von Landesseite anfangs stark unterstützt rollt seit ca. 2 Jahren die Welle des "Freiwilligen bürgenschaftlichen Engagements" über baden-württembergische Kommunen. Daneben gibt es etliche Beschäftigungsgesellschaften und Verbände, Vereine und Gruppierungen, die alle "teilhaben bzw. dabei sein wollen" am gesellschaftlichen, am sozialen und oft auch am  monetären Leben.

Bei zunehmender Finanznot und Personalknappheit im 1., 2. und staatlichen Sektor stellt sich neuerdings für selbstorganisierte Gruppen - wie der Tauschring - die Gefahr, von anderen instrumentalisiert zu werden. Die Frage
des Gebens und Nehmens muss hier jedesmal neu definiert / gefunden werden: Was dient der Sache und den MitgliederInnen sowie der positiven Entwicklung des lokalen Tauschringes, was hemmt die Freiheit? Letztlich bis hin zu der Frage und der damit verbundenen Gefahr: "Wo fängt möglicherweise ein
Mißbrauch / die Fremdbestimmung an" ?

In der Arbeitsgruppe soll hierzu diskutiert werden, wobei gemeinsam herausgefunden werden soll, wie man am geschicktesten damit umgeht, welche Verhaltsenweisen für die weitere Zukunft ratsam sind.

Das wär's.
Grüsse, Sabine Wacker


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Diskussionsbeiträge zum BT2000

Mail vom 19.9.00
Sozialagentur E. Kleffmann/Das Tauschring-Archiv
Hasenkamp 30, D-49504 Lotte, Tel:05404-72400, Fax:05404-48 22

Lieber Helfried,

Zum Vorschlag von Werner Barreis -betrifft -Vision Internet-:
Seit Anfang des Jahres hält das TR-Archiv diverse Domains zu diesem Thema und hat auch schon die Konzepterarbeitung für solch eine Aufgabe mit einer Gruppe in Arbeit. Aber wie selbst W. Barreis schreibt: dies bedeutet einen gewaltigen Aufwand und lange Vorbereitungszeit.  Wir haben dies auch etwas in der Prioritätenliste nach 'hinten' gestellt nachdem die angemeldeten TR am RessourcenTR kaum Angebote eingeschickt haben und dann macht es auch keinen Sinn.

Zu Talent-Programm von Renato Pichler:

In seiner Ausführung wird eine noch benötigte 'Clearingstelle' erwähnt, die aber schon in Arbeit ist. Ich hätte gerne nähere Auskünft, so wie den Hintergrunder dieser Clearingstelle erläutert bekommen. Falls er, wie ich vermute, nach Karlsruhe kommt sollte er doch mal die Hintergründe dieser Clearingstelle ausführlich erläutern: so z.B. ob dies eine freiwirtschaftliche (INWO) Aktion ist (die letztes Jahr bei einem Workshop bei M. Kennedy in Steyerberg in Verbindung mit B. Lietaer zur Schaffung seiner weltweiten 'Terra-Clearingsstelle' ist, die TERRA-Komplememtärwährung soll ja laut seinem Buch in die Hände der Großkonzerne gelegt werden!)? In den letzten zwei Jahren bin ich von verschiedenen Seiten -Schweiz, Österreich und UK- kontaktiert worden (immer mit Bezug auf B. Lietaer's weltweites Vorhaben und auch mit Bezug auf die INWO) die deutschen TR (oder zumindest einige oder wenigsten einen) dazu zu bewegen an dieser weltweiten Clearingstelle mitzumachen. Man hat sich ganz gezielt an das Archiv gewandt. Es wurde auch immer erwähnt welche'guten Geschäftsmöglichkeiten' dahinter stecken könnten.
Ich habe diese Angebote grundsätzlich abgelehnt!!!!!!
Deshalb wäre es wichtig für die TR-Landschaft die Hintergründe dieser 'Clearingstelle' mal klar dargestellt zu bekommen! Es sollten auch Namen und Ziele (die wirklichen Ziele!!) erläutert werden.
Mit Renato selbst habe ich seit drei bis vier Jahren ja so meine Schwierigkeiten. Immer alle Jahr einmal einen Versuch des eMail Kontaktes, aber die Chemie stimmt nicht zwischen uns.
Deshalb solltest Du ihn bitten der Allgemeinheit mal darzustellen was es tatsächlich mit der Sache auf sich hat, ob die INWO involviert ist und auch B. Lietaer. Das TERRA-Prinzip ist für die Tauschsysteme (in Verbindung mit Großkonzernen) aus meiner derzeitigen Sichtweise ein fataler Fehler und Gefahr!!! Dies habe ich B. Lietaer aber schon im letzten Jahr im Gespräch persönlich gesagt, auch das ich dies noch später öffentlich kritisieren werde. Damals arbeitete er nämlich gerade an seinem zweiten (inzwischen ist dies ja im Handel).
Das Interview mit B. Lietaer das die TSN (Ingo Leipner) geführt haben, wurde auch zum Schluß in Bezug auf das TERRA-Prinzip geführt. Doch B. Lietaer wollte dies, weil nach eigenen Aussagen das TERRA-Konzept noch sehr schlecht ausgearbeitet war im ersten Buch und ich dies auch kritisierte, nicht veröffentlicht haben. Dies wird seinen Grund haben.

Also bitte: genau Hintergrundbeleuchtung damit die TR wissen auf was sie sich möglicherweise einlassen!
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Zur föderalen Bundesstruktur:

Der Begriff 'Bundes-Coach' will mir einfach nicht über die Lippen, wie wäre es mit "Aufgaben-Liste" oder irgendiwe anders. Bundes-Coach erinnert mich an die Nationalmannschaft.

Mir fehlt, für die Leute die vielleicht eine 'Bundesaufgabe' freiwillig übernehmen wollen, noch eine tatsächliche und ausführliche Aufgabenbeschreibung. So kann sich niemand eine Vorstellung machen was dies wirklich bedeutet. Dies glaube ich ist auch ein Fehler der Vergangenheit gewesen. Es waren Menschen bereit, egal aus welchen Gründen, die Hand zu heben und zu sagen: 'ich übernehme eine Aufgabe für alle!'. Und das war es dann! Niemand hat dem armen Menschen gesagt was zu tun ist, wie er Unterstützung erhält, wie er seine Erkenntnisse aufbereiten und verbreiten könnte, woher auch möglicherweise eine finanzielle oder Talente-Beihilfe bekommt usw. Die 'armen Aufgabenübernehmer' waren sich selbst überlassen, es hat auch kaum jemand gefragt 'wie kommst Du voran? Benötigst Du Unterstützung oder Hilfe?'. Einige hatten ausser ihrer Motivation keine Grundlage an dem Aufgabenfeld zu arbeiten weil alles im unklaren gelassen wurde.
Dies sollte in Zukunft für die motivierten Menschen die freiwillig Aufgaben übernehmen (für alle anderen!) anders laufen. Dies kann ich bisher aber noch nicht entdecken! Deshalb sollten wir jetzt schon imVorfeld die Diskussion anregen, über die Aufgaben und was da so alles zugehört, und nicht erst in Karlsruhe, wo es dann zeitlich nicht mehr reicht. So etwas, also eine 'Arbeitsplatzbeschreibung', ist ganz wichtig. Und es ist auch wichtig wie diese Menschen von der Allgemeinheit, die schließlich davon profitieren, unterstützt werden.
Geschieht dies nicht, verheizen wir nur andere Menschen, die zwar bereit und willig sind, sich aber dann verlassen fühlen.

Ganz wichtig (mir ist es erst durch eure Online-Reader-Version bewußt geworden!):

Auch wenn das Internet und eMail de Renner der Neuzeit ist, ich selbst bin ja Programmierer und absoluter Fanatiker der EDV, darf doch nicht alles nur darauf konzentriert werden. Nicht einmal die Hälfte der TR haben Internetanschluß!!!!! Also wo holen die anderen sich die Info's her?

Du schreibst dazu: "4. Ein einfacher und kostengünstiger Zugriff wird per WWW/Internet für alle ermöglicht. Neben dem Web-Design wird auch eine druckbare Version zum herunterladen bereit gestellt."

Überleg doch mal was Du da geschrieben hast!

Wie kommt der TR, der nicht ans Internet ran kommt weil ihm einfach das Geld für den PC fehlt oder weil er  noch nicht damit umgehen kann, an die 'herunterladbare Druckversion'?
Derzeit kann das Internet 'leider' nur als gute und schnelle und auch wichtige 'ERGÄNZUNG' betrachtet werden.
Es ist nicht immer 'kostengünstig', dies ist falsch! Um an die 'kostengünstige Lösung' zu kommen müssen die Leute erst mal viel Geld auf den Ladentisch legen!! Abgesehen von Telefonanschluß, Gebühren etc.
Versteh mich richtig:
Dein Vorschlag ist sehr gut. Aber er grenzt erst mal wieder aus, nämlich alle die nicht die Möglichkeit haben wie wir beide.

Ich würde liebend gerne, wie schon so oft angefragt wurde, die TSN nicht drucken sondern per eMail verschicken. Aber dann sind über die Hälfte der TR 'Weg vom Fenster'.
Bitte nicht immer alles auf's Internet konzentrieren, es ist immer noch eine 'kleine, aber wichtige, Nebensache'.
Ganz abgesehen davon:
Viele die Internet und eMail Anschluss haben sind deswegen noch lange nicht in der Lage die Möglichkeiten auch wirklich auszuschöpfen. Du siehst ab und zu auch hier in der Liste. Auch in den persönlichen Gesprächen mit mir wird immer wieder  erklärt das viele 'Neueinsteiger' Schwierigkeiten mit der Bedienung und dem Händling dieser Medien haben und deshalb erst mal auf lange Zeit sich gar nicht getrauen all dies auszuprobieren, was Dir und mir eine alltägliche Handhabung ist.

Mal nachgefragt ( an alle!):

Habt Ihr schon alle Möglichkeiten der 'Tauschsysteme@egroups ' ausprobiert?
Wißt welche vielfältigen Möglichkeiten des InfoPools sich auf der Homepage für unser Forum 'Tauschsysteme@egroups ' sich alles gestalten lässt?
Gebt mal Rückmeldung wer von Euch sich damit schon auseinandergesetzt hat!!!!

Ihr werdet staunen was man damit alles anstellen kann!! Aber wer weis dies schon? Mal ganz ehrlich!

Helfried, wir sollten solche Arbeits- und Bundesaufgaben ausführlich bearbeiten, erklären und unterstützen.
So wie es jetzt ist, auch in der sehr guten Vorbereitung von Dir, ist es meiner Meinung nach doch wieder nur eine 'verbesserte' Fortschreibung des 'alten Stils'.

Schon alleine das der Reader nur 'Online' ist und nicht, wie wahrscheinlich sehr viele ob eurer Ankündigung erwartet haben, auch an alle in gedruckter Form ging, bedeutet doch das die Teilnehmer die in Karlruhe ankommen, und den Reader nicht kenne, ganz von vorne anfangen müßen zu fragen und zu diskutieren um auf den selben Informationsstand zu kommen wie die 'Elite' ist, also diejenigen die hier an der Liste z.B. teilnehmen können.

Gruß
Klaus
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Infos zu Rebeca und Mauricio Wild

Tausende von Menschen in Europa kennen Rebeca und Mauricio Wild aus ihren reformpädagogischen Sommerseminaren. Sie sind mit ihrem Beispiel einer "aktiven nicht-direktiven Erziehung" seit zig Jahren Impulsgeber für Eltern und Pädagogen/innen. In ihren Büchern "Erziehung zum Sein", "Freiheit und Grenzen" u.a. und Vorträgen/Seminaren schildern sie ihre Erfahrungen und Erkenntnisse im Zusammenleben mit Kindern, Jugendlichen und deren Eltern im "Pesta" (Kindergarten, Schule, autodidaktische Universität) in Ecuador, das sie vor 23 Jahren gründeten und seither und leiten.

Sie schufen dort eine Umgebung, in der ein respektvoller Umgang miteinanderselbstverständlich ist und die der Erfüllung echter Entwicklungsbedürfnisse und nicht dem Belehren und Fordern dienen. Vertrauen in die Selbständigkeit und Kreativität der jungen Menschen ist eine ihrer wesentlichen Grundhaltungen, . Die vielen, die das Pesta im Laufe der Jahre besuchten oder dort ein Praktikum absolvierten, sind kehren begeistert zurück, und nicht wenige von ihnen arbeiten inzwischen in ähnlichen Einrichtungen, die in Europa bzw. weltweit dem Beispiel der Wilds folgen.

Das "Pesta"(-lozzianeum) wird durch Schul- und Spendengelder finanziert. In den letzten Jahren jedoch hat sich die wirtschaftliche Situation in Ecuador erheblich verschlechtert, sodass viele Eltern das Kinder-

Garten bzw. Schulgeld nicht mehr bezahlen können. Mitte der 90er Jahre begannen die Wilds deshalb mit einem zinslosen Spar- und Darlehenring, den sie bald auf ein LETSystem ( auf Spanisch heißt dieses SINTRAL ) umstellten und der seither blüht und gedeiht. In Pesta können die Eltern auch bis zu 30 %

des Schulgedes in SINTRAL-Währung bezahlen.

Seit Anfang dieses Jahres hat sich nun die wirtschaftliche Lage der Menschen in Ecuador durch die Dollarisierung noch einmal drastisch verschärft. Die Anzahl der Armen wächst ständig, viele Leute haben höchsten einmal am Tag twas zu essen, und das in einem reichen Land! Auf der Suche nach Arbeit sind in Laufe von nur drei Monaten mehr als 10 % der Bevölkerung ausgewandert. In dieser Krise faßte Mauricio Wild den Entschluß, im ganzen Land SINTRAL-Gruppen zu gründen, die untereinander in einem dezentralen Netz Handel betreiben können. Die Aktion ist in den Provinzen schneller ins Rollen gekommen als erwartet wurde. An die 90 SINTRAL-Gruppen sind in den letzten Monaten entstanden, und jede Woche kommen neue dazu.

Im Juni fand ein SINTRAL-Kongress statt. Hier wurde deutlich, was den Leuten aus der wirtschaftlichen Not heraushelfen könnte. "Der einzige Weg", schreibt Mauricio Wild, "der aus dieser Situation herausführt, besteht in der Einrichtung lokaler, dezentraler und arbeitsintensiver Produktionsanlagen. Daher sind Informationen über alternative Technologien für uns so wichtig, z.B. wenn es um die Produktion von Seife, Öl, Kleidung, Baumaterial u.a. geht. Aber um solche Projekte verwirklichen zu können, brauchen wir Geld, denn derzeit können wir Dinge wie Stahl, Werkzeuge und Maschinen nicht mit den Mitteln unserer alternativen Ökonomie erwerben".

Mauricio Wild wird auf dem Bundestreffen der Tauschringe am 30.September in Karlsruhe von seinen Erfahrungen berichten und einen Workshop machen zu dem Thema "SINTRAL – Selbsthilfe und Eigenproduktion contra wirtschaftliche Abhängigkeit: bedarfsorientierte Kooperationsringe in Ecuador".

Wir wünschen uns, dass seine Bewegung Unterstützung erfährt, vielleicht sogar "Patenschaften", die hiesige Tauschsysteme übernehmen werden.

München, den 21.9.2000
Elisabeth Hollerbach
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Zukunftswerkstatt

"Tauschökonomie – oder was sind Grundlagen menschengerechten Wirtschaftens?

Workshop mit Elisabeth Hollerbach, München

Die Tauschidee hat in den letzten Jahren zu einem wahren Boom geführt, das Tauschen ist in, und jedeR kann mitmachen, Tauschen macht Spaß. - Sollte es auch – aber nach den ersten Jahren der Euphorie stellt sich in vielen Tauschsystemen Ernüchterung ein und mancher Tauschring dümpelt inzwischen so vor sich hin oder schläft gar wieder ein. Auch in "florierenden" Tauschsystemen wie in München tauschen mehr als die Hälfte der TeilnehmerInnen gar nicht bis selten, nehmen nicht an den Treffen teil, und die Aktiven interessieren sich selten für Hintergründe und gesellschaftliche Zusammenhänge. Und häufig genug ziehen sich auch Aktive wieder zurück, weil ihre Erwartungen nicht erfüllt werden, weil es an Verbindlichkeit und Qualität mangelt. Woran liegt das?

An dieser Fragestellung entzünden sich seit Jahren vehemente Diskussionen, ohne dass es wirklich zu Lösungsansätzen kommt. Und das liegt m.E. häufig daran, dass es am Grundkonsens fehlt, an einer gemeinsamen Vision.

Tauschringe wollen alternatives Wirtschaften testen, wollen menschengerechtes und gerechtes Wirtschaften, wollen alternative Ökonomie, lokale Ökonomie, nachhaltiges und zukunftsgerechtes Wirtschaften, regionalen Zusammenhang und Überschaubarkeit, ein anderes Arbeitsverständnis, Neubewertung von Arbeit. Wollen wir das, was wollen wir wirklich?

Wir wollen anders leben, anders wirtschaften .Was sind unsere Visionen und was die Voraussetzungen für das Andere? Und was ist davon in Tauschsystem zu realisieren? Darum geht es in dieser Zukunftswerkstatt, zu der ich Euch herzlich einlade.
 

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