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Regine Deschle, "Wi daun wat" Rostock

Tauschkonten – Anreiz oder Bremse beim Tauschen

Wie gehen wir mit hohen und niedrigen Kontoständen um?
Was machen wir mit unserem Sammelkonto?

Wie überall gibt s auch bei uns Tauschende, deren Kontostand überwiegend am "+ Limit" liegt und andere, die häufig an ihr "- Limit" stoßen. Einige von ihnen ruhen sich auf ihrem Stand aus, einige wissen nicht, wie sie herunterkommen sollen. Beide werden inaktiv. Was tun? Sollen wir eingreifen – in die Freiwilligkeit? Sollen wir es einfach laufen lassen und auf das erwünschte Handeln aus eigenem Antrieb warten? Wenn wir das aber nicht aushalten, was könnten wir tun? Vielleicht liegt es in der Natur der Menschen, daß einige lieber geben und andere lieber nehmen? Verträgt sich das mit unserem Bild von der sozialen Gerechtigkeit? Ist das nicht überhaupt einer unserer Werte?

Und noch ein 2. Problem: "Unser Sammelkonto läuft über!" Das war so ein Schreckschuß nach dem ersten Jahr unseres Bestehens. Wir hatten nämlich ein Jahr lang die Leistungen der Teilnehmenden für die Allgemeinheit (Organisation, Marktzeitung, Austragen der Zeitung, Buchen und Dateienverwalten …) erstmal auf unserem TR-Konto gesammelt (daher der Name "Sammelkonto"). Vieles war davon auch ohne Abrechnung, also ehren-amtlich erledigt worden, aber ein Häufchen "Knoten" (unsere Währung: 10 Kn = 1 Std.) war doch zusammengekommen.

Ketzerisch meinten einzelne: "Das schadet doch nichts, lassen wir sie doch stehen!" Da regten sich aber die Buchhalterinnenseelen (die Mehrheit) bei uns und plädierten für eine Auflösung des Kontos, was wir dann auch taten und als künftige generelle Verfahrensweise entschieden: Umlage auf alle Konten aufgrund quartalsweiser Berechnung mit halbjährlicher Buchung.

So verfahren wir seither und es gibt nur selten kritische Stimmen, die noch nicht bemerkt haben, daß z. B. die Zeitung sich nicht ohne Zeit machen läßt und auch nicht von allein in den Briefkasten flattert. Die Umlage erreichte bisher maximal 5 Knoten im Quartal, im Durchschnitt 2-4 Knoten (etwa 10 min. pro Monat für jede/n TN), je nach "Großzügigkeit" bei der Abrechnung der "ehrenamtlichen" Leistungen.

Und doch! – Ab und zu tauchen wieder solche Meinungen auf: "Was passiert eigentlich, wenn das Sammelkonto immer weiter in’s Minus kommt?" – Ja, was passiert???

Meine Meinung: Da das Sammelkonto den Gegenwert zu einem, vielmehr zu vielen Plus-Kontoständen widerspiegelt, haben die TN im Durchschnitt viel mehr Plus als Minus auf ihren Konten. Damit erlahmte das Interesse und das Tauschen könnte einschlafen. Bei vielen von uns ist ein Minus-Saldo ein stärkeres Treibmittel zum Tauschen als ein Plus-Saldo. Schließlich würden die TN-Konten alle in die Nähe des oberen Limits wandern und der Gegenwert wäre auf dem Sammelkonto – dann wäre der Tauschring tot.

Eine Verschärfung dieses Problems haben wir nach dem Bundestreffen 1999 erfahren: nun haben wir ein Sammelkonto vom Bundestreffen mit einem Minus-Saldo, das wir nicht einfach umlegen können. Die dahinter stehenden Leistungen sind ja für das Treffen und nicht für die unbeteiligten Teilnehmenden unseres TR erbracht worden. Eventuell geraten auch andere veranstaltende TR in diese Situation. Deshalb sollten wir mal darüber reden.


Referentin/Ansprechpartnerin: Regine Deschle
Organisation: Wi daun wat – Tauschring Rostock
Adresse:       c/o Bürgerhaus, Budapester Str. 16, 18057 Rostock
Tel 0381/2007521 Fax: 0381/ 4907449
eMail:       widaunwat@gmx.de

Wir bringen mit: Fragen, unsere Verfahrensweise als Impuls
Wir brauchen für das Gelingen: Flipchart oder Plakatwand, Stifte, mindestens eine Tafel und Kreide
 

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