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Report on the SINTRAL Congress in Equador

Mauricio Wild, 2.07.2000. Übersetzung von Katharina Stiffel, TR-Wettersbach

Angesichts dessen, was hier in Ecuador, besonders bei den Tauschringen passiert ist, scheint es mir lange her, daß ich unsere Erfahrungen mit dir geteilt habe. Trotz allem Streß und intensiver Arbeit sind wir gesund und hoffen, daß das bei Euch auch der Fall ist.

Als wir im Mai Tauschring Gruppen in den indianischen Gemeinden in der Provinz Chimborazo begannen, spürte ich in den Unterhaltungen mit den Indianern deutlich, daß wir einen Weg finden mußten, um eine Begegnung der verschiedenen Gruppen zu ermöglichen. Deshalb entschlossen wir uns, einen Kongreß zu organisieren für alle Koordinatoren der Tauschring Gruppen in Ecuador. Die zeitliche Koordinierung machte gewisse Probleme. Ich spürte, daß wir im Tauschring unbedingt Gruppen brauchten, die Reis anbauen. Seit zwei Monaten bemühen wir uns um Kontakte mit diesen. Aber es wurde nichts daraus. Die Kontakte, die ich hatte, bestanden zu Organisationsleitern und ich habe den Eindruck, daß viele von ihnen unter dem Deckmantel der Hilfe für die Armen nur ihre Macht erhalten wollen. Einen Kontakt mit den richtigen Personen ließen sie einfach nicht zu.

Ein weiterer Faktor, den es zu bedenken gilt, ist das Klima von Protest und womöglich politischer Gewalt im ganzen Land. Der Kongreß fand vom 19.bis 22. Juni in Playas statt. Von 75 Gruppen waren nur drei nicht vertreten. . Es stellte sich heraus, daß die Ursache des Problems mit einem Projektleiter zusammenhing, der Schwierigkeiten hat, Dinge zuzulassen, über die er keine Kontrolle hat. Mit den Gästen, die Erfahrungen in alternativer Technologie haben, waren wir insgesamt ungefähr 200 Teilnehmer.

Während der Vorbereitung der Kongreßtagesordnung erkannten wir, daß wir nicht wie gewohnt vorgehen konnten d. h. Seminargruppen organisieren, die Beschlüsse und Ergebnisse erarbeiten sollten. Wir mußten eine Struktur finden, die es ermöglichte, daß etwas ohne zuvor festgelegte Bestimmung entstehen konnte. Gleichzeitig mußten wir ehrlich genug sein zu erkennen, daß wir doch Ergebnisse erwarteten, obwohl wir spürten, daß wir das Vorgehen nicht lenken sollten. In dieser Situation griffen wir auf unsere Pestalozzi Erfahrung zurück und entschlossen uns, mit "vorbereiteten Umgebungen" zu arbeiten. Wir begannen 5 Felder vorzubereiten, die um die Grundelemente der Situation gruppiert waren:

1. Information über die momentane Lage der Tauschringe in Ecuador.

2. Eine Ecke, wo man mehr über die Hilfsmittel im praktischen Umgang mit den Tauschringen in Ecuador erfahren konnte.

3. Aus dem Bewußtsein heraus daß es ums schlichte Überleben geht, mußten wir unsere Bedürfnisse und Angebote deutlich machen. Vorbereitet wurden hierfür die Grundinstrumentarien wie Grundinformation, Listenerstellung und Formulare zum Ausfüllen. Angeleitet wurden Leute, die bereit waren, die zu begleiten, die Interesse zeigten, diese Vorgehensweise bei der Problemlösung kennenzulernen.

4. Eine Ecke, wo man sich mit den Erfordernissen der Kommunikation und des Transports befaßte.

5. Eine Ecke, wo man einige Geräte der alternativen Technologie kennenlernen konnte.

6. Ohne Vorbereitung einer besonderen Ecke waren wir von Anfang an bereit, uns mit dem Thema zu befassen "Bedürfnis nach Selbstverwirklichung", das sich in der Kreativität und in den Künsten ausdrückt. Am letzten Tag kam Leben in diese Ecke, weil die Teilnehmer spontan die Wichtigkeit dieses Aspektes des menschlichen Lebens erkannten.

Ein paar Teilnehmer hatten mit dieser Struktur Schwierigkeiten und am ersten Tag beklagten sich viele, daß das Fehlen der traditionellen Strukturen zu viel Verwirrung stifte. Aber bald wurde klar, daß sich die Stimmung änderte, sobald die Teilnehmer sich mehr bewußt wurden, daß sie verantwortlich waren für das, was passierte. Nur die Leute, die mehr formell erzogen waren, beklagten sich weiterhin, während die Ärmeren und Einfacheren anfingen, das zu tun, was ihren Interessen entsprach und sich mit absoluter Konzentration bemühten, etwas zu schaffen, was ihren Bedürfnissen entgegenkam. Ein Besucher mit beachtlichen Erfahrungen von Kongreßveranstaltungen sagte, daß er noch nie Arbeitsgruppen mit so viel Intensität und Konzentration erlebt habe ohne daß Techniken zur Motivation eingesetzt wurden.

Es gab auch Konflikte, aber das Schöne daran war, daß sie ausgedrückt und bearbeitet wurden. Bei einem bestimmten Punkt entschieden sich zwei Teilnehmer früher zu gehen (einer war kein Mitglied eines Tauschringes und war nicht eingeladen, erwartete aber ein Vorgehen nach seinem Kopf).

So oft wie möglich spielten die Gruppen Musik und tanzten - die typische Marimba von Esmeraldas, die Bomba von Chota oder die andische Musik von Cotacachi. Niemand verstand, wie es möglich war, Schwarze, Indianer und Mestizen so harmonisch und glücklich zu vereinen. Und unter den indianischen Gruppen waren Protestanten und Katholiken harmonisch zusammen ohne die Spannungen, die in manchen Provinzen zu erheblichen Konflikten, Gewalt und Todesfällen geführt hatten.

Ohne die Notwendigkeit, den Prozeß zu lenken und zu steuern, entstanden die gewünschten Ergebnisse. Die Menschen begegneten einander, schlossen Freundschaften und beschlossen, sich gegenseitig in ihren Bedürfnissen zu unterstützen. Man diskutierte eingehend, wie man das machen könnte. Viele kreative Ideen wurden vorgetragen. In ausführlichen Diskussionen wurde klar, daß niemand eine Institution ins Leben rufen wollte. Einzelne sollten aus eigenem Antrieb sich entschließen, sehr konkrete und sehr dringliche Aufgaben zu übernehmen. Drei Teilnehmer fanden sich bereit, als nationale Koordinatoren zu fungieren. Eine Teilnehmerin entschloß sich, mit Hilfe ihrer Studenten für soziale Kommunikation die Verantwortung für die Organisation eines Kommunikationsnetzes unter allen Gruppen zu übernehmen und ein monatliches Nachrichtenblatt zu veröffentlichen. Ein anderer übernahm die Verantwortung, die Bemühungen zur Unterstützung von alternativen Technologie-Geräten zu koordinieren. Sicherlich müssen wir erst die wirklichen Ergebnisse abwarten. Nach allem, was in den letzten drei Monaten passiert ist, und weil ich erfahren habe, wie hoffnungsvoll und glücklich all diese Menschen waren, zweifle ich nicht mehr daran, daß viele wichtige und dringend nötige Schritte sich aus diesem Treffen ergeben werden.

Viele Gruppen in den Städten wie Esmeraldas und Loja befinden sich in den Slums. Sie leben ohne Hoffnung, kaum eine Mahlzeit pro Tag, ständig auf der Suche nach Arbeit, um ein Einkommen zu haben. Wenn sie Glück haben und etwas Geld verdienen, ist es gewöhnlich unter dem Minimum eines menschenwürdigen Überlebens. Das sind Gebiete mit vielen sozialen Problemen. Der einzige Weg aus dieser Situation herauszukommen ist, lokale, dezentralisierte, arbeitsintensive Produktionseinheiten zu schaffen, um diesen Menschen irgendwie eine Teilnahme an dem Tauschring Netzwerk zu ermöglichen. Aus diesem Grund legen wir Wert auf Information über alternative Technologien wie z.B. die Herstellung von Seife, Öl, Kleidung, Baumaterialien etc. Aber um solche Projekte zu starten, brauchen wir Geld , denn momentan können wir uns keinen Stahl, Werkzeuge und Maschinen mit unseren Methoden der alternativen Wirtschaft beschaffen.

Wir müssen Wege finden, die Kluft zwischen der monetären Wirtschaft und der alternativen Wirtschaft zu überbrücken. Damit vieles davon innerhalb einer vernünftigen Zeitspanne geschehen kann, brauchen wir Geld. Von fünf Institutionen, die wir mit dem Projektvorschlag ansprachen, sagten uns drei, daß diese Projekte nicht in ihren Bereich fielen. Das entmutigte mich sehr. In einigen Fällen hatte ich eine negative Antwort für unmöglich gehalten. Ich bin nicht sicher, ob ich geträumt habe oder ob ich träumend wach war, aber ich sah mich selbst, wie ich auf dem Fußboden Geld fand.

Eine Frage, die sehr ausführlich besprochen wurde, war, wie man die Ärmsten in den Armenvierteln der Großstädte, die keine stützende Gemeinschaft haben, integrieren könne. Dies könnte ein Risiko für das nationale Netzwerk der Tauschringe bedeuten. Wir hatten schon solche Probleme in unserer Tauschring Gruppe in Pestalozzi, wo Leute in einem anderen Stadtteil ihre eigene Gruppe gründeten. Sie kannten sich nur flüchtig, und einige begannen, das System auszunutzen. Normalerweise versuchen Menschen in solchen Fällen Kontrollmaßnahmen einzuführen, hauptsächlich um die Verschuldung in Grenzen zu halten. Aber wie können die Ärmsten der Armen in unserer Gesellschaft etwas beisteuern, wenn sie wirklich gar nichts haben? Es wurde mal wieder klar, daß, was bei anderen nicht gemacht wurde, bei den Ärmsten als berechtigt angesehen wurde d. h. ihnen Grenzen setzen. In dieser Diskussion kam folgender Gedankengang zum Ausdruck: Wenn wir Grenzen setzen müßten, dann sollte es an Hand des niedrigsten Satzes zum Überleben, der als unterste Grenze in Ecuador anerkannt wird, geschehen. Viele sahen ein, daß , wenn das geschehe, all die anderen - ohne die Grenze - die Forderung des Minimalsatzes nicht erfüllen konnten. Was kann man in solch einer Situation machen? Auf dem Kongreß erhielten die Koordinatoren Gruppen die Aufgabe, sich etwas einfallen zu lassen und allen Gruppen einen Vorschlag zu unterbreiten.

Neben den heikelsten Fragen, wie man an die verschiedenen Produkte kommt, die jeder braucht und die man nicht selbst herstellen kann, tauchte immer wieder die Frage auf nach dem "Etwas- schuldig- sein" und dem relativen Wert der Produkte oder Dienstleistungen

Da einer der Leitlinien des Tauschrings der Entschluß ist, die Lebensprozesse zu achten, werden ständig Bilder, wie das Leben abläuft, herangezogen. Ein stets wiederkehrendes Bild ist die Frage: Können wir ohne Sonne leben? Sind wir der Sonne zu Dank verpflichtet? Wann werden wir zurückzahlen? Wir empfangen das Leben umsonst. Wie können wir damit umgehen? Ein anderes Bild, was gebraucht wurde, war: Woher kommt das Brot? Ursprünglich von der Mutter Erde. Fühlen wir uns der Mutter Erde für das Brot, das wir essen, zu Dank verpflichtet? Diese Bilder halfen uns zu erkennen, daß all diese Vorstellungen von Schulden und Schuldig-Sein sich auf gesellschaftliche Konventionen und letztlich auf den Geldwert beziehen. Können wir diese Fragen von einem anderen Paradigma aus behandeln? Wir versuchen es.

Wir spürten, daß man den Wert der Dinge von dem Bedarf nach ihnen her definieren sollte. Wenn wir die Frage nach dem Wert der Dinge von dem Gesichtspunkt des wirklichen Bedarfs danach angehen können, können sich die Dinge verändern. Angenommen ich möchte unbedingt Hähnchen essen. Ich zweifle, daß ich mehr als eines pro Tag essen kann. Also ist es nicht sinnvoll, zehn Hähnchen zu kaufen. Im Gegenteil, ich müßte sie füttern, was nicht nur Unkosten verursacht, sondern auch viel Mühe macht. Wenn die Menschen mehr kaufen oder erwerben als sie brauchen, dann deshalb, weil es die Möglichkeit beinhaltet, damit Geschäfte zu machen, d. h. es in Geld umzuwandeln. So besteht der Wert im Geld und nicht im wirklichen Bedarf.

Hinter diesen Gedankengängen spüre ich einen möglichen Zugang zu einer nachhaltigen Entwicklung, der Achtung gegenüber der Natur und dem Mitmenschen anstatt der Wertschätzung von Reichtum, Vermögen und Macht. Natürlich sind das unkonventionelle Gedanken, aber mit den heute gültigen Konventionen zerstören wir das Leben auf unserem Planeten. Im Tauschring beziehen sich die zu zahlenden Beträge auf den zuvor vereinbarten Wert der Transaktionen und sind nur wirksam als Erinnerung an die Transaktion. Aber die Bedürfnisse werden nicht gebraucht , um den Geldwert zu schaffen. Wenn wir weiterhin den Dingen anstatt dem Leben, den Lebensprozessen und den Bedürfnissen den Wert zuschreiben, können wir der Falle, in der das heutige System uns gefangenhält, nicht entkommen.

Die Arbeitsbelastung ist nach dem Kongreß größer geworden: ein Treffen nach dem anderen, dauernd der Druck, kein Geld und immer noch keine Kontakte zu Reisbauern. Als ich den Bericht so weit geschrieben hatte, spürte ich, daß es wichtig wäre, ihn sofort abzuschicken, aber nach nochmaligem Spüren, war klar, daß es nicht OK war. Deshalb schicke ich ihn erst jetzt.

Jetzt bin ich zurück von einer Reise in verschiedene Dörfer in der Küstenregion von Ecuador und ich nahm Kontakt auf zu den Reisbauern. Der erste Kontakt kam zustande durch einen Kongreßteilnehmer in Playas, dessen Familie Reisbauern sind, in der Nähe des Dorfes, wo ich als Kind einige Jahre verbrachte. Damals lag das Dorf am Rande des Dschungels.

Diese Reise zeigte, daß harte Arbeit vor uns liegt. Ohne genaue Adressen war es zuerst ziemlich schwierig , den Weg zu den kleinen Familienbetrieben der Bauern zu finden. In Guarumal hatten wir den Namen "recinto"(Gelände) und in diesem Fall zwei "recintos" mit dem gleichen Namen, aber an verschiedenen Stellen. Als wir nach dem Weg fragten, sagten uns viele, wir sollten vorsichtig sein, denn auf diesen Straßen seien schon viele Autos überfallen worden. Wir kamen mittwochs an, und obwohl wir von dem Sohn vorgestellt waren, war es schwierig, das Mißtrauen der Leute aus dem Weg zu räumen. Die ewig wiederkehrenden Schwierigkeiten tauchten auf: Wie könnt ihr ohne Geld leben? Unmöglich. Wir verstehen es nicht. Wir müssen uns nochmals treffen. Aber unsere Erfahrung ist es immer wieder: Je mehr man redet, ohne es wirklich zu machen, desto unmöglicher ist es zu verstehen. Schließlich entschlossen sie sich als Familie einen Tauschring zu beginnen, um die Erfahrung zu machen, worüber sie dann mit ihren Nachbarn reden könnten. Es wurde vereinbart, daß wir am Samstag zurückkommen sollten, um mit den Nachbarn eine Gruppe aufzubauen.

Wir reisten in ein anderes Dorf ungefähr 300 Meilen weiter südlich. Mit sehr ähnlichen Schwierigkeiten gründeten wir dort eine Gruppe am Dienstag, kehrten am Freitag zurück, knüpften andere Kontakte und am Samstag nachmittag waren wir wieder in Guarumal. Bevor wir wirklich über die Arbeit sprechen konnten, saßen wir länger als eine Stunde da. Wir fühlten uns ins Zeitgefühl von Pflanzen versetzt, wo Zeit einen anderen Rhythmus hat. Als wir schließlich auf das Thema kamen, hatten sie sich endgültig entschlossen, sich nicht mehr einzulassen und aus dem Tauschring auszutreten. Der Grund: Sie konnten sich nicht vorstellen, wie sie an die anderen Produkte, die sie brauchten, kommen könnten, solange es nicht noch andere Gruppen in der Region gab oder, wenn es nicht im nächsten Dorf ein Geschäft gäbe, das dem Tauschring angegliedert sei. Nach vielen Wiederholungen und einem Hin und Her wurde entschieden: wir würden in ungefähr 20 Tagen mit ihrem Sohn und Bruder, die die anfänglichen Kontakte hergestellte hatten, wiederkommen und bis dann sollten sie einfach warten. Wir selbst würden anfangen, den Transport der Güter von der Gebirgsregion an die Küste und umgekehrt zu organisieren.

Die ganze Zeit versuchte ich, wirklich präsent zu sein. Auf dem Heimweg versuchte ich zu verstehen, was geschehen war. Ich spürte, es war sehr ermutigend und gleichzeitig eine große Herausforderung. Ohne Zweifel leben sie mit der Möglichkeit, wirklich Mensch zu sein, aber sie haben nicht mehr die Kraft, ständig zu kämpfen. Wenn wir jedoch dieses Netz von Tauschringen aufbauen können, wo der materielle Druck eines unmenschlichen Wirtschaftssystems irgendwie gemildert werden kann, tritt eine Menschlichkeit zu Tage, die unglaublich ist.

Dies ist unsere Herausforderung. Bei solchen Chancen ist es wirklich ein Privileg, die Möglichkeit zu haben, diese Arbeit zu tun.


Mauricio Wild

In view of the many things that have been happening here in Ecuador, especially with SINTRAL, it seems to me that it is a very long time since I shared our experiences with you. In spite of all the stress and intensive work, we are well, and I hope the same is the case with you.

In May, while starting SINTRAL groups in Indian communities in the province of Chimborazo, the conversations with the Indians made me feel clearly that we had to find a way to enable the different groups to meet each other. So we decided to organize a congress for all coordinators of the SINTRAL groups in Ecuador. The timing presented certain problems. I felt the urgent need to have rice producing groups in SINTRAL. For 2 months I have been contacting people in order to do it. But nothing came of it. The contacts I had were with leaders of organizations, and I have the impression that many of them are involved in a power trip under the disguise of helping the poor. They just never let me get in contact with the actual people. The other factor that had to be considered is the climate of protest and possible political violence all over the country. Well, the Congress took place in Playas, from June 19 to June 22. Out of 75 only three groups were not represented. As it turned out, the problem was caused by a project leader who has difficulties in allowing things to happen that are not under his control. Together with invited people who have experience in alternative technologies we were around 200 people at the congress.

While preparing the congress agenda, we realized that we could not proceed in the usual manner, i.e. organizing workshops which should produce conclusions and results. We had to find a structure that made it possible for things to grow without a priori definitions. At the same time we had to be sincere enough in recognizing that, although we did not feel that we should guide the procedures, we still expected results. In this situation, we got back to our Pestalozzi experience and we decided to work with prepared environments. We started out preparing  5 environments centered around the basic elements of the situation: -   Information  as to the present state of SINTRAL Ecuador.
- A corner to learn more about the instruments in use in SINTRAL Ecuador.
- And with the awareness that we have to deal with the basic problem of survival, we had to make explicit our needs and offers. For this the instruments like basic information, listings, forms to be filled out were prepared, as well as people ready to accompany those interested in becoming familiar with this type of approach to problem solving.
- A corner to deal with the needs of communication and transport.
- A corner to become familiar with some tools of alternative technologies.
-  In addition although no specific corner was prepared from the beginning, we were also ready to deal with the topic of the need of self-fulfillment, which is centered around creativity and the arts. This corner came to life the last day, because the participants spontaneously recognized the importance of these aspects of human life.

This structure caused difficulties to some participants, and the first day many complained that the lack of traditional structures caused too much confusion. But soon it became obvious that once the awareness grew that the participants themselves were responsible for things to happen, the climate changed. Only the more formally educated people still complained,  while the poorer and more humble participants started to do what corresponded to their interests, and made an absolutely concentrated effort to create something that suited their needs. A visitor with considerable experience attending congresses, remarked that never in his life had he seen such intensive concentrated work being done without any techniques of motivation being applied.

There were also conflicts, and the beauty of it was that they were expressed and dealt with. At a certain point two participants  (one was not a member of any SINTRAL group and had not been invited, but expected that we had to do things his way) decided to leave earlier.

Whenever possible, groups were playing music and dancing. The typical marimba from Esmeraldas, or the bomba from Chota, or the Andean music from Cotacachi. Nobody could understand how it was possible to unite black, indians and mestizos in such harmony and happiness. And among the indian groups, evangelical and catholics were in harmony together, without the tensions that in some provinces had led to considerable conflicts, violence and casualties.

Without the need to direct or guide the process, the desired results happened. People met each other, became friends, and decided to support each other in their needs. Profound discussions were held about how to go do it. Many creative ideas were presented. Through some lengthy discussions it became clear that nobody desired to create an institution. It was preferred that individuals, out of their own volition, decided to do some very concrete and very much needed tasks. Three volunteered to function as national coordinators. One participant, with the help of her students of social communication, decided to assume the responsibility to organize a network for communication among all the groups and to publish a monthly bulletin. Another accepted the responsibility to coordinate the efforts of supporting alternative technological tools. It is true, that we will have to see the actual results. But after all that has happened in the last three months, and having experienced the hope and happiness of all those people, I cannot doubt any more that many important and very much needed actions will be taken as an outcome of this gathering.

Many of the groups in cities like Esmeraldas and Loja are in slum areas. They live without hope, with barely one meal a day, constantly looking for work to provide an income. If they are lucky to earn some money it is usually below the minimum needed for decent survival. These are areas of many social problems. The only way out of this situation is to create local, decentralized work-intensive production units, in order to enable these people to participate in some way in the SINTRAL network. For this reason we are eager for information about alternative technologies, such as for the production of soap, oil, clothing, construction materials, etc. etc. etc. But to start such projects we need money, for presently we cannot acquire steel and tools and machines with our alternative economic units of transactions.

We have to find ways to bridge the gap from money economy to alternative economy. For many of these things to happen within a reasonable time we need money. Out of 5 institutions that we approached with a project proposal, three have already told us that such projects were not in their field of work. This depressed me very much, for in some cases I had not considered possible a negative answer. I am not sure if I dreamt it, or if I was dreaming awake, but I saw myself finding money on the floor.

One question that was discussed in depth, was how to integrate the poorest people in the barrios of big cities that had no supporting community. This could present a risk for the national network of SINTRAL groups. We had already had such problems in our SINTRAL group at the Pestalozzi, where people in another part of the city started their own group. They were only loosely acquainted, but did not actually know each other well, and some began to take advantage of the system. Normally in such cases, people tend to create control measures, basically to limit indebtedness. But how can the poorest of the poor in our society supply others, when they actually have nothing? It became evident again, that what had not been done with others, was considered adequate with the poorest, i.e. to put limits on them. In this discussion the following idea was expressed: If we had to put limits, then it should be done in terms of the minimum survival kit acknowledged as the lowest limit in Ecuador. If this was done, many began to see that all the others, without the limits, where still not able to meet that minimum survival kit. What can be done in such a situation? At the congress the coordinator groups were given the task to think of something and present a proposal to all the groups.

Besides the very critical questions about how to get the different products that everybody needs and which they cannot produce themselves, a question that continuously reappeared about being in debt, and the relative value of products or services.

Since one of the guiding principles in SINTRAL is the decision to respect life processes, images on how life takes place are constantly being resorted to. One constantly recurring image is the question: Can we live without the sun? Are we indebted to the sun? When are we going to pay back? We receive life for free. How can we deal with this? Another image used was: >>From where comes the bread? Originally from mother earth. Do we feel indebted to Mother Earth for the bread we eat? These images helped us to realize that all ideas of debts or indebtedness refer to social conventions and basically the value of money. Can we deal with these questions from a different paradigm?  We are trying.

It was felt that one should try to define the value of things through the need for them. If we are able to approach the question of value from the perspective of authentic needs, things can change. Assuming that I need to eat chicken. I doubt that I can eat more than one a day. So, there is no sense in buying 10 chicken. On the contrary, I would have to feed them which causes not only expenses, but also a lot of trouble. If people buy or acquire more than what they need, it is because of the potential of doing business with it, i.e. of converting it into money. So the value is money and not authentic needs.

Behind this reasoning I feel a potential to approach sustainable development, respect for nature and for fellow humans, instead of respect for richness, wealth and power. Of course these are unconventional ideas, but with the conventions valid today, we are destroying life on this planet. In SINTRAL the amounts being payed refer to the agreed value of the transactions, and are only valid as memories of the transaction. But the needs are not being used to create the value of money. If we are not able to change these attitudes of assigning value to things instead of valuing life, life processes and needs, we will not be able to get out of the trap of a system in which we are trapped today.

The work load after the congress has increased. Meetings after meetings, and constantly the pressure, no money and no contacts yet with rice producing farmers. In wrote the report so far, I felt that it is important to send this report out immediately, but again, it did not feel quite OK. So I have not sent it until now.

Now I am back from a trip to some villages in the coastal region of Ecuador, making contacts with rice producing farmers. The initial contact came about through a participant at the congress in Playas whose family are rice producing farmers close to the village I spent a few years as a child which at that time was at the border of the jungle.

This trip turned out to be working uphill. First, without proper addresses, it was rather difficult to find the way to the small family farms. Just the name of Guarumal a "recinto", and in this case two "recintos" with the same name, but in different locations. Asking for the way, many warned us to be very careful, for along those roads there had taken place many assaults on cars travelling through. We arrived on Wednesday, and although we had an introduction given by their son, it was very difficult to overcome their distrust. The invariable difficulties came up, "how can you live without money? Impossible." "We do not understand, we have to have more meetings." But our experience has been, the more you talk without actually doing it, the more impossible it becomes to understand. So finally it was decided that they would start a SINTRAL group as a family, to have the experience so that later they can  speak about it to their neighbors.  It was agreed that we would come back on Saturday to start the group with the neighbors.

We traveled to an another village about 300 miles further south. With very similar difficulties we started there a group on Thursday, went back on Friday, made other contacts, and on Saturday afternoon we were back in Guarumal. Before we could actually start talking about the work, we were sitting there for more than an hour. We felt transported into the time feeling of plants, where time has a different rhythm. When we finally boarded the topic, they had actually decided to cancel their commitment, and get out of SINTRAL. The reason: they could not visualize how they could get the other products they needed , while there were not more groups in the region, or if there was not a SINTRAL shop in the next village. After much repetition and talking back and forth, it was decided that we would come back in about 20 days with their son and brother who had given us the initial contact, and that until then  they should just wait. On our side we would start organizing the transport of products from the mountain region to the coast and vice versa.

All the time I was trying to be really present with them. On the way back home I tried to come to grips with all that had happened. I felt it was at the same time very encouraging, and very challenging. No doubt they are living with the potential to be truly human beings, but they have no strength any more to go constantly uphill. But if we are able to create this network of SINTRAL, where the material pressures of an inhuman economic system ca be somehow eased, there is an incredible true human available.

This is our challenge. With such odds, it is really a privilege to have the possibility to do this work.

Mauricio.
2.07.2000.


From: Mauricio
To: Elisabeth HollerbachSent: Monday, July 10, 2000 8:15 PMSubject: Re: Tauschsystem-Bundestreffen
 Liebe Elisabeth,

Vielen dank fuer ihr e-mail mit der einladung zum busdestreffen in karlsruhe. ya ich moechte gerne daran teilnehmen. Von europa aus werde ich wieder kontakt mit ihnen aufnehmen, und weitere info ueber unser SINTRAL netzwerk geben.

Hier schicke ich mal der berich ueber den ersten kongress den wir vor ein paar wochen abgehalten haben.

In liebe,
Mauricio
 
 

Elisabeth Hollerbach wrote:

Liebe Rebeca und Mauricio Wild,aus Pfaffenhofen erfuhr ich, dass Sie auch in diesem Jahr nach Deutschland kommen, erfuhr darüber hinaus von Ihrem Engagement in Bezug auf Tauschringe -und möchte Sie einladen, zu unserem Bundestreffen zu kommen, dass vom 29.9. bis 1.10. in Karlsruhe stattfinden wird.In Deutschland gibt es rund 300 Tauschringe - mit sehr unterschiedlichen oder besser vielfältigen Ideen und Ansätzen. Ich denke, die Motivtion, einen Tauschring zu gründen bzw. einem beizutreten, ist hier eine ganze andere als in Ecuador.Gerne wüßte ich mehr.Ich bin Mitbegründerin des LETS-Tauschnetzes in München und habe dieses aufgebaut, arbeite inzwischen auf Bundesebene für die Idee, pflege auch welt-weite Kontakte, um die Bewegung zu unterstützen - für das Ganze der Güter - für ein anderes Wirtschaften, für eine menschlichere Welt!Es wäre schön, wenn Sie nach Karlsruhe kommen könnten.Herzliche GrüßeElisabeth HollerbachSonnentaustraße 780995 MünchenTel/Fax. **49. 89. 150 40 02
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