Report on the SINTRAL Congress in Equador
Mauricio Wild, 2.07.2000. Übersetzung von Katharina Stiffel, TR-Wettersbach
Angesichts dessen, was hier in Ecuador, besonders bei
den Tauschringen passiert ist, scheint es mir lange her, daß ich
unsere Erfahrungen mit dir geteilt habe. Trotz allem Streß und intensiver
Arbeit sind wir gesund und hoffen, daß das bei Euch auch der Fall
ist.
Als wir im Mai Tauschring Gruppen in den indianischen
Gemeinden in der Provinz Chimborazo begannen, spürte ich in den Unterhaltungen
mit den Indianern deutlich, daß wir einen Weg finden mußten,
um eine Begegnung der verschiedenen Gruppen zu ermöglichen. Deshalb
entschlossen wir uns, einen Kongreß zu organisieren für alle
Koordinatoren der Tauschring Gruppen in Ecuador. Die zeitliche Koordinierung
machte gewisse Probleme. Ich spürte, daß wir im Tauschring unbedingt
Gruppen brauchten, die Reis anbauen. Seit zwei Monaten bemühen wir
uns um Kontakte mit diesen. Aber es wurde nichts daraus. Die Kontakte,
die ich hatte, bestanden zu Organisationsleitern und ich habe den Eindruck,
daß viele von ihnen unter dem Deckmantel der Hilfe für die Armen
nur ihre Macht erhalten wollen. Einen Kontakt mit den richtigen Personen
ließen sie einfach nicht zu.
Ein weiterer Faktor, den es zu bedenken gilt, ist das
Klima von Protest und womöglich politischer Gewalt im ganzen Land.
Der Kongreß fand vom 19.bis 22. Juni in Playas statt. Von 75 Gruppen
waren nur drei nicht vertreten. . Es stellte sich heraus, daß die
Ursache des Problems mit einem Projektleiter zusammenhing, der Schwierigkeiten
hat, Dinge zuzulassen, über die er keine Kontrolle hat. Mit den Gästen,
die Erfahrungen in alternativer Technologie haben, waren wir insgesamt
ungefähr 200 Teilnehmer.
Während der Vorbereitung der Kongreßtagesordnung
erkannten wir, daß wir nicht wie gewohnt vorgehen konnten d. h. Seminargruppen
organisieren, die Beschlüsse und Ergebnisse erarbeiten sollten. Wir
mußten eine Struktur finden, die es ermöglichte, daß etwas
ohne zuvor festgelegte Bestimmung entstehen konnte. Gleichzeitig mußten
wir ehrlich genug sein zu erkennen, daß wir doch Ergebnisse erwarteten,
obwohl wir spürten, daß wir das Vorgehen nicht lenken sollten.
In dieser Situation griffen wir auf unsere Pestalozzi Erfahrung zurück
und entschlossen uns, mit "vorbereiteten Umgebungen" zu arbeiten. Wir begannen
5 Felder vorzubereiten, die um die Grundelemente der Situation gruppiert
waren:
1. Information über die momentane Lage der Tauschringe
in Ecuador.
2. Eine Ecke, wo man mehr über die Hilfsmittel im
praktischen Umgang mit den Tauschringen in Ecuador erfahren konnte.
3. Aus dem Bewußtsein heraus daß es ums schlichte
Überleben geht, mußten wir unsere Bedürfnisse und Angebote
deutlich machen. Vorbereitet wurden hierfür die Grundinstrumentarien
wie Grundinformation, Listenerstellung und Formulare zum Ausfüllen.
Angeleitet wurden Leute, die bereit waren, die zu begleiten, die Interesse
zeigten, diese Vorgehensweise bei der Problemlösung kennenzulernen.
4. Eine Ecke, wo man sich mit den Erfordernissen der Kommunikation
und des Transports befaßte.
5. Eine Ecke, wo man einige Geräte der alternativen
Technologie kennenlernen konnte.
6. Ohne Vorbereitung einer besonderen Ecke waren wir von
Anfang an bereit, uns mit dem Thema zu befassen "Bedürfnis nach Selbstverwirklichung",
das sich in der Kreativität und in den Künsten ausdrückt.
Am letzten Tag kam Leben in diese Ecke, weil die Teilnehmer spontan die
Wichtigkeit dieses Aspektes des menschlichen Lebens erkannten.
Ein paar Teilnehmer hatten mit dieser Struktur Schwierigkeiten
und am ersten Tag beklagten sich viele, daß das Fehlen der traditionellen
Strukturen zu viel Verwirrung stifte. Aber bald wurde klar, daß sich
die Stimmung änderte, sobald die Teilnehmer sich mehr bewußt
wurden, daß sie verantwortlich waren für das, was passierte.
Nur die Leute, die mehr formell erzogen waren, beklagten sich weiterhin,
während die Ärmeren und Einfacheren anfingen, das zu tun, was
ihren Interessen entsprach und sich mit absoluter Konzentration bemühten,
etwas zu schaffen, was ihren Bedürfnissen entgegenkam. Ein Besucher
mit beachtlichen Erfahrungen von Kongreßveranstaltungen sagte, daß
er noch nie Arbeitsgruppen mit so viel Intensität und Konzentration
erlebt habe ohne daß Techniken zur Motivation eingesetzt wurden.
Es gab auch Konflikte, aber das Schöne daran war,
daß sie ausgedrückt und bearbeitet wurden. Bei einem bestimmten
Punkt entschieden sich zwei Teilnehmer früher zu gehen (einer war
kein Mitglied eines Tauschringes und war nicht eingeladen, erwartete aber
ein Vorgehen nach seinem Kopf).
So oft wie möglich spielten die Gruppen Musik und
tanzten - die typische Marimba von Esmeraldas, die Bomba von Chota oder
die andische Musik von Cotacachi. Niemand verstand, wie es möglich
war, Schwarze, Indianer und Mestizen so harmonisch und glücklich zu
vereinen. Und unter den indianischen Gruppen waren Protestanten und Katholiken
harmonisch zusammen ohne die Spannungen, die in manchen Provinzen zu erheblichen
Konflikten, Gewalt und Todesfällen geführt hatten.
Ohne die Notwendigkeit, den Prozeß zu lenken und
zu steuern, entstanden die gewünschten Ergebnisse. Die Menschen begegneten
einander, schlossen Freundschaften und beschlossen, sich gegenseitig in
ihren Bedürfnissen zu unterstützen. Man diskutierte eingehend,
wie man das machen könnte. Viele kreative Ideen wurden vorgetragen.
In ausführlichen Diskussionen wurde klar, daß niemand eine Institution
ins Leben rufen wollte. Einzelne sollten aus eigenem Antrieb sich entschließen,
sehr konkrete und sehr dringliche Aufgaben zu übernehmen. Drei Teilnehmer
fanden sich bereit, als nationale Koordinatoren zu fungieren. Eine Teilnehmerin
entschloß sich, mit Hilfe ihrer Studenten für soziale Kommunikation
die Verantwortung für die Organisation eines Kommunikationsnetzes
unter allen Gruppen zu übernehmen und ein monatliches Nachrichtenblatt
zu veröffentlichen. Ein anderer übernahm die Verantwortung, die
Bemühungen zur Unterstützung von alternativen Technologie-Geräten
zu koordinieren. Sicherlich müssen wir erst die wirklichen Ergebnisse
abwarten. Nach allem, was in den letzten drei Monaten passiert ist, und
weil ich erfahren habe, wie hoffnungsvoll und glücklich all diese
Menschen waren, zweifle ich nicht mehr daran, daß viele wichtige
und dringend nötige Schritte sich aus diesem Treffen ergeben werden.
Viele Gruppen in den Städten wie Esmeraldas und Loja
befinden sich in den Slums. Sie leben ohne Hoffnung, kaum eine Mahlzeit
pro Tag, ständig auf der Suche nach Arbeit, um ein Einkommen zu haben.
Wenn sie Glück haben und etwas Geld verdienen, ist es gewöhnlich
unter dem Minimum eines menschenwürdigen Überlebens. Das sind
Gebiete mit vielen sozialen Problemen. Der einzige Weg aus dieser Situation
herauszukommen ist, lokale, dezentralisierte, arbeitsintensive Produktionseinheiten
zu schaffen, um diesen Menschen irgendwie eine Teilnahme an dem Tauschring
Netzwerk zu ermöglichen. Aus diesem Grund legen wir Wert auf Information
über alternative Technologien wie z.B. die Herstellung von Seife,
Öl, Kleidung, Baumaterialien etc. Aber um solche Projekte zu starten,
brauchen wir Geld , denn momentan können wir uns keinen Stahl, Werkzeuge
und Maschinen mit unseren Methoden der alternativen Wirtschaft beschaffen.
Wir müssen Wege finden, die Kluft zwischen der monetären
Wirtschaft und der alternativen Wirtschaft zu überbrücken. Damit
vieles davon innerhalb einer vernünftigen Zeitspanne geschehen kann,
brauchen wir Geld. Von fünf Institutionen, die wir mit dem Projektvorschlag
ansprachen, sagten uns drei, daß diese Projekte nicht in ihren Bereich
fielen. Das entmutigte mich sehr. In einigen Fällen hatte ich eine
negative Antwort für unmöglich gehalten. Ich bin nicht sicher,
ob ich geträumt habe oder ob ich träumend wach war, aber ich
sah mich selbst, wie ich auf dem Fußboden Geld fand.
Eine Frage, die sehr ausführlich besprochen wurde,
war, wie man die Ärmsten in den Armenvierteln der Großstädte,
die keine stützende Gemeinschaft haben, integrieren könne. Dies
könnte ein Risiko für das nationale Netzwerk der Tauschringe
bedeuten. Wir hatten schon solche Probleme in unserer Tauschring Gruppe
in Pestalozzi, wo Leute in einem anderen Stadtteil ihre eigene Gruppe gründeten.
Sie kannten sich nur flüchtig, und einige begannen, das System auszunutzen.
Normalerweise versuchen Menschen in solchen Fällen Kontrollmaßnahmen
einzuführen, hauptsächlich um die Verschuldung in Grenzen zu
halten. Aber wie können die Ärmsten der Armen in unserer Gesellschaft
etwas beisteuern, wenn sie wirklich gar nichts haben? Es wurde mal wieder
klar, daß, was bei anderen nicht gemacht wurde, bei den Ärmsten
als berechtigt angesehen wurde d. h. ihnen Grenzen setzen. In dieser Diskussion
kam folgender Gedankengang zum Ausdruck: Wenn wir Grenzen setzen müßten,
dann sollte es an Hand des niedrigsten Satzes zum Überleben, der als
unterste Grenze in Ecuador anerkannt wird, geschehen. Viele sahen ein,
daß , wenn das geschehe, all die anderen - ohne die Grenze - die
Forderung des Minimalsatzes nicht erfüllen konnten. Was kann man in
solch einer Situation machen? Auf dem Kongreß erhielten die Koordinatoren
Gruppen die Aufgabe, sich etwas einfallen zu lassen und allen Gruppen einen
Vorschlag zu unterbreiten.
Neben den heikelsten Fragen, wie man an die verschiedenen
Produkte kommt, die jeder braucht und die man nicht selbst herstellen kann,
tauchte immer wieder die Frage auf nach dem "Etwas- schuldig- sein" und
dem relativen Wert der Produkte oder Dienstleistungen
Da einer der Leitlinien des Tauschrings der Entschluß
ist, die Lebensprozesse zu achten, werden ständig Bilder, wie das
Leben abläuft, herangezogen. Ein stets wiederkehrendes Bild ist die
Frage: Können wir ohne Sonne leben? Sind wir der Sonne zu Dank verpflichtet?
Wann werden wir zurückzahlen? Wir empfangen das Leben umsonst. Wie
können wir damit umgehen? Ein anderes Bild, was gebraucht wurde, war:
Woher kommt das Brot? Ursprünglich von der Mutter Erde. Fühlen
wir uns der Mutter Erde für das Brot, das wir essen, zu Dank verpflichtet?
Diese Bilder halfen uns zu erkennen, daß all diese Vorstellungen
von Schulden und Schuldig-Sein sich auf gesellschaftliche Konventionen
und letztlich auf den Geldwert beziehen. Können wir diese Fragen von
einem anderen Paradigma aus behandeln? Wir versuchen es.
Wir spürten, daß man den Wert der Dinge von
dem Bedarf nach ihnen her definieren sollte. Wenn wir die Frage nach dem
Wert der Dinge von dem Gesichtspunkt des wirklichen Bedarfs danach angehen
können, können sich die Dinge verändern. Angenommen ich
möchte unbedingt Hähnchen essen. Ich zweifle, daß ich mehr
als eines pro Tag essen kann. Also ist es nicht sinnvoll, zehn Hähnchen
zu kaufen. Im Gegenteil, ich müßte sie füttern, was nicht
nur Unkosten verursacht, sondern auch viel Mühe macht. Wenn die Menschen
mehr kaufen oder erwerben als sie brauchen, dann deshalb, weil es die Möglichkeit
beinhaltet, damit Geschäfte zu machen, d. h. es in Geld umzuwandeln.
So besteht der Wert im Geld und nicht im wirklichen Bedarf.
Hinter diesen Gedankengängen spüre ich einen
möglichen Zugang zu einer nachhaltigen Entwicklung, der Achtung gegenüber
der Natur und dem Mitmenschen anstatt der Wertschätzung von Reichtum,
Vermögen und Macht. Natürlich sind das unkonventionelle Gedanken,
aber mit den heute gültigen Konventionen zerstören wir das Leben
auf unserem Planeten. Im Tauschring beziehen sich die zu zahlenden Beträge
auf den zuvor vereinbarten Wert der Transaktionen und sind nur wirksam
als Erinnerung an die Transaktion. Aber die Bedürfnisse werden nicht
gebraucht , um den Geldwert zu schaffen. Wenn wir weiterhin den Dingen
anstatt dem Leben, den Lebensprozessen und den Bedürfnissen den Wert
zuschreiben, können wir der Falle, in der das heutige System uns gefangenhält,
nicht entkommen.
Die Arbeitsbelastung ist nach dem Kongreß größer
geworden: ein Treffen nach dem anderen, dauernd der Druck, kein Geld und
immer noch keine Kontakte zu Reisbauern. Als ich den Bericht so weit geschrieben
hatte, spürte ich, daß es wichtig wäre, ihn sofort abzuschicken,
aber nach nochmaligem Spüren, war klar, daß es nicht OK war.
Deshalb schicke ich ihn erst jetzt.
Jetzt bin ich zurück von einer Reise in verschiedene
Dörfer in der Küstenregion von Ecuador und ich nahm Kontakt auf
zu den Reisbauern. Der erste Kontakt kam zustande durch einen Kongreßteilnehmer
in Playas, dessen Familie Reisbauern sind, in der Nähe des Dorfes,
wo ich als Kind einige Jahre verbrachte. Damals lag das Dorf am Rande des
Dschungels.
Diese Reise zeigte, daß harte Arbeit vor uns liegt.
Ohne genaue Adressen war es zuerst ziemlich schwierig , den Weg zu den
kleinen Familienbetrieben der Bauern zu finden. In Guarumal hatten wir
den Namen "recinto"(Gelände) und in diesem Fall zwei "recintos" mit
dem gleichen Namen, aber an verschiedenen Stellen. Als wir nach dem Weg
fragten, sagten uns viele, wir sollten vorsichtig sein, denn auf diesen
Straßen seien schon viele Autos überfallen worden. Wir kamen
mittwochs an, und obwohl wir von dem Sohn vorgestellt waren, war es schwierig,
das Mißtrauen der Leute aus dem Weg zu räumen. Die ewig wiederkehrenden
Schwierigkeiten tauchten auf: Wie könnt ihr ohne Geld leben? Unmöglich.
Wir verstehen es nicht. Wir müssen uns nochmals treffen. Aber unsere
Erfahrung ist es immer wieder: Je mehr man redet, ohne es wirklich zu machen,
desto unmöglicher ist es zu verstehen. Schließlich entschlossen
sie sich als Familie einen Tauschring zu beginnen, um die Erfahrung zu
machen, worüber sie dann mit ihren Nachbarn reden könnten. Es
wurde vereinbart, daß wir am Samstag zurückkommen sollten, um
mit den Nachbarn eine Gruppe aufzubauen.
Wir reisten in ein anderes Dorf ungefähr 300 Meilen
weiter südlich. Mit sehr ähnlichen Schwierigkeiten gründeten
wir dort eine Gruppe am Dienstag, kehrten am Freitag zurück, knüpften
andere Kontakte und am Samstag nachmittag waren wir wieder in Guarumal.
Bevor wir wirklich über die Arbeit sprechen konnten, saßen wir
länger als eine Stunde da. Wir fühlten uns ins Zeitgefühl
von Pflanzen versetzt, wo Zeit einen anderen Rhythmus hat. Als wir schließlich
auf das Thema kamen, hatten sie sich endgültig entschlossen, sich
nicht mehr einzulassen und aus dem Tauschring auszutreten. Der Grund: Sie
konnten sich nicht vorstellen, wie sie an die anderen Produkte, die sie
brauchten, kommen könnten, solange es nicht noch andere Gruppen in
der Region gab oder, wenn es nicht im nächsten Dorf ein Geschäft
gäbe, das dem Tauschring angegliedert sei. Nach vielen Wiederholungen
und einem Hin und Her wurde entschieden: wir würden in ungefähr
20 Tagen mit ihrem Sohn und Bruder, die die anfänglichen Kontakte
hergestellte hatten, wiederkommen und bis dann sollten sie einfach warten.
Wir selbst würden anfangen, den Transport der Güter von der Gebirgsregion
an die Küste und umgekehrt zu organisieren.
Die ganze Zeit versuchte ich, wirklich präsent zu
sein. Auf dem Heimweg versuchte ich zu verstehen, was geschehen war. Ich
spürte, es war sehr ermutigend und gleichzeitig eine große Herausforderung.
Ohne Zweifel leben sie mit der Möglichkeit, wirklich Mensch zu sein,
aber sie haben nicht mehr die Kraft, ständig zu kämpfen. Wenn
wir jedoch dieses Netz von Tauschringen aufbauen können, wo der materielle
Druck eines unmenschlichen Wirtschaftssystems irgendwie gemildert werden
kann, tritt eine Menschlichkeit zu Tage, die unglaublich ist.
Dies ist unsere Herausforderung. Bei solchen Chancen ist
es wirklich ein Privileg, die Möglichkeit zu haben, diese Arbeit zu
tun.
Mauricio Wild
In view of the many things that have been happening here in Ecuador,
especially with SINTRAL, it seems to me that it is a very long time since
I shared our experiences with you. In spite of all the stress and intensive
work, we are well, and I hope the same is the case with you.
In May, while starting SINTRAL groups in Indian communities in the province
of Chimborazo, the conversations with the Indians made me feel clearly
that we had to find a way to enable the different groups to meet each other.
So we decided to organize a congress for all coordinators of the SINTRAL
groups in Ecuador. The timing presented certain problems. I felt the urgent
need to have rice producing groups in SINTRAL. For 2 months I have been
contacting people in order to do it. But nothing came of it. The contacts
I had were with leaders of organizations, and I have the impression that
many of them are involved in a power trip under the disguise of helping
the poor. They just never let me get in contact with the actual people.
The other factor that had to be considered is the climate of protest and
possible political violence all over the country. Well, the Congress took
place in Playas, from June 19 to June 22. Out of 75 only three groups were
not represented. As it turned out, the problem was caused by a project
leader who has difficulties in allowing things to happen that are not under
his control. Together with invited people who have experience in alternative
technologies we were around 200 people at the congress.
While preparing the congress agenda, we realized that we could not proceed
in the usual manner, i.e. organizing workshops which should produce conclusions
and results. We had to find a structure that made it possible for things
to grow without a priori definitions. At the same time we had to be sincere
enough in recognizing that, although we did not feel that we should guide
the procedures, we still expected results. In this situation, we got back
to our Pestalozzi experience and we decided to work with prepared environments.
We started out preparing 5 environments centered around the basic
elements of the situation: - Information as to the present
state of SINTRAL Ecuador.
- A corner to learn more about the instruments in use in SINTRAL Ecuador.
- And with the awareness that we have to deal with the basic problem
of survival, we had to make explicit our needs and offers. For this the
instruments like basic information, listings, forms to be filled out were
prepared, as well as people ready to accompany those interested in becoming
familiar with this type of approach to problem solving.
- A corner to deal with the needs of communication and transport.
- A corner to become familiar with some tools of alternative technologies.
- In addition although no specific corner was prepared from the
beginning, we were also ready to deal with the topic of the need of self-fulfillment,
which is centered around creativity and the arts. This corner came to life
the last day, because the participants spontaneously recognized the importance
of these aspects of human life.
This structure caused difficulties to some participants, and the first
day many complained that the lack of traditional structures caused too
much confusion. But soon it became obvious that once the awareness grew
that the participants themselves were responsible for things to happen,
the climate changed. Only the more formally educated people still complained,
while the poorer and more humble participants started to do what corresponded
to their interests, and made an absolutely concentrated effort to create
something that suited their needs. A visitor with considerable experience
attending congresses, remarked that never in his life had he seen such
intensive concentrated work being done without any techniques of motivation
being applied.
There were also conflicts, and the beauty of it was that they were expressed
and dealt with. At a certain point two participants (one was not
a member of any SINTRAL group and had not been invited, but expected that
we had to do things his way) decided to leave earlier.
Whenever possible, groups were playing music and dancing. The typical
marimba from Esmeraldas, or the bomba from Chota, or the Andean music from
Cotacachi. Nobody could understand how it was possible to unite black,
indians and mestizos in such harmony and happiness. And among the indian
groups, evangelical and catholics were in harmony together, without the
tensions that in some provinces had led to considerable conflicts, violence
and casualties.
Without the need to direct or guide the process, the desired results
happened. People met each other, became friends, and decided to support
each other in their needs. Profound discussions were held about how to
go do it. Many creative ideas were presented. Through some lengthy discussions
it became clear that nobody desired to create an institution. It was preferred
that individuals, out of their own volition, decided to do some very concrete
and very much needed tasks. Three volunteered to function as national coordinators.
One participant, with the help of her students of social communication,
decided to assume the responsibility to organize a network for communication
among all the groups and to publish a monthly bulletin. Another accepted
the responsibility to coordinate the efforts of supporting alternative
technological tools. It is true, that we will have to see the actual results.
But after all that has happened in the last three months, and having experienced
the hope and happiness of all those people, I cannot doubt any more that
many important and very much needed actions will be taken as an outcome
of this gathering.
Many of the groups in cities like Esmeraldas and Loja are in slum areas.
They live without hope, with barely one meal a day, constantly looking
for work to provide an income. If they are lucky to earn some money it
is usually below the minimum needed for decent survival. These are areas
of many social problems. The only way out of this situation is to create
local, decentralized work-intensive production units, in order to enable
these people to participate in some way in the SINTRAL network. For this
reason we are eager for information about alternative technologies, such
as for the production of soap, oil, clothing, construction materials, etc.
etc. etc. But to start such projects we need money, for presently we cannot
acquire steel and tools and machines with our alternative economic units
of transactions.
We have to find ways to bridge the gap from money economy to alternative
economy. For many of these things to happen within a reasonable time we
need money. Out of 5 institutions that we approached with a project proposal,
three have already told us that such projects were not in their field of
work. This depressed me very much, for in some cases I had not considered
possible a negative answer. I am not sure if I dreamt it, or if I was dreaming
awake, but I saw myself finding money on the floor.
One question that was discussed in depth, was how to integrate the poorest
people in the barrios of big cities that had no supporting community. This
could present a risk for the national network of SINTRAL groups. We had
already had such problems in our SINTRAL group at the Pestalozzi, where
people in another part of the city started their own group. They were only
loosely acquainted, but did not actually know each other well, and some
began to take advantage of the system. Normally in such cases, people tend
to create control measures, basically to limit indebtedness. But how can
the poorest of the poor in our society supply others, when they actually
have nothing? It became evident again, that what had not been done with
others, was considered adequate with the poorest, i.e. to put limits on
them. In this discussion the following idea was expressed: If we had to
put limits, then it should be done in terms of the minimum survival kit
acknowledged as the lowest limit in Ecuador. If this was done, many began
to see that all the others, without the limits, where still not able to
meet that minimum survival kit. What can be done in such a situation? At
the congress the coordinator groups were given the task to think of something
and present a proposal to all the groups.
Besides the very critical questions about how to get the different products
that everybody needs and which they cannot produce themselves, a question
that continuously reappeared about being in debt, and the relative value
of products or services.
Since one of the guiding principles in SINTRAL is the decision to respect
life processes, images on how life takes place are constantly being resorted
to. One constantly recurring image is the question: Can we live without
the sun? Are we indebted to the sun? When are we going to pay back? We
receive life for free. How can we deal with this? Another image used was:
>>From where comes the bread? Originally from mother earth. Do we feel
indebted to Mother Earth for the bread we eat? These images helped us to
realize that all ideas of debts or indebtedness refer to social conventions
and basically the value of money. Can we deal with these questions from
a different paradigm? We are trying.
It was felt that one should try to define the value of things through
the need for them. If we are able to approach the question of value from
the perspective of authentic needs, things can change. Assuming that I
need to eat chicken. I doubt that I can eat more than one a day. So, there
is no sense in buying 10 chicken. On the contrary, I would have to feed
them which causes not only expenses, but also a lot of trouble. If people
buy or acquire more than what they need, it is because of the potential
of doing business with it, i.e. of converting it into money. So the value
is money and not authentic needs.
Behind this reasoning I feel a potential to approach sustainable development,
respect for nature and for fellow humans, instead of respect for richness,
wealth and power. Of course these are unconventional ideas, but with the
conventions valid today, we are destroying life on this planet. In SINTRAL
the amounts being payed refer to the agreed value of the transactions,
and are only valid as memories of the transaction. But the needs are not
being used to create the value of money. If we are not able to change these
attitudes of assigning value to things instead of valuing life, life processes
and needs, we will not be able to get out of the trap of a system in which
we are trapped today.
The work load after the congress has increased. Meetings after meetings,
and constantly the pressure, no money and no contacts yet with rice producing
farmers. In wrote the report so far, I felt that it is important to send
this report out immediately, but again, it did not feel quite OK. So I
have not sent it until now.
Now I am back from a trip to some villages in the coastal region of
Ecuador, making contacts with rice producing farmers. The initial contact
came about through a participant at the congress in Playas whose family
are rice producing farmers close to the village I spent a few years as
a child which at that time was at the border of the jungle.
This trip turned out to be working uphill. First, without proper addresses,
it was rather difficult to find the way to the small family farms. Just
the name of Guarumal a "recinto", and in this case two "recintos" with
the same name, but in different locations. Asking for the way, many warned
us to be very careful, for along those roads there had taken place many
assaults on cars travelling through. We arrived on Wednesday, and although
we had an introduction given by their son, it was very difficult to overcome
their distrust. The invariable difficulties came up, "how can you live
without money? Impossible." "We do not understand, we have to have more
meetings." But our experience has been, the more you talk without actually
doing it, the more impossible it becomes to understand. So finally it was
decided that they would start a SINTRAL group as a family, to have the
experience so that later they can speak about it to their neighbors.
It was agreed that we would come back on Saturday to start the group with
the neighbors.
We traveled to an another village about 300 miles further south. With
very similar difficulties we started there a group on Thursday, went back
on Friday, made other contacts, and on Saturday afternoon we were back
in Guarumal. Before we could actually start talking about the work, we
were sitting there for more than an hour. We felt transported into the
time feeling of plants, where time has a different rhythm. When we finally
boarded the topic, they had actually decided to cancel their commitment,
and get out of SINTRAL. The reason: they could not visualize how they could
get the other products they needed , while there were not more groups in
the region, or if there was not a SINTRAL shop in the next village. After
much repetition and talking back and forth, it was decided that we would
come back in about 20 days with their son and brother who had given us
the initial contact, and that until then they should just wait. On
our side we would start organizing the transport of products from the mountain
region to the coast and vice versa.
All the time I was trying to be really present with them. On the way
back home I tried to come to grips with all that had happened. I felt it
was at the same time very encouraging, and very challenging. No doubt they
are living with the potential to be truly human beings, but they have no
strength any more to go constantly uphill. But if we are able to create
this network of SINTRAL, where the material pressures of an inhuman economic
system ca be somehow eased, there is an incredible true human available.
This is our challenge. With such odds, it is really a privilege to have
the possibility to do this work.
Mauricio.
2.07.2000.
Liebe Elisabeth,
Vielen dank fuer ihr e-mail mit der einladung zum busdestreffen in karlsruhe.
ya ich moechte gerne daran teilnehmen. Von europa aus werde ich wieder
kontakt mit ihnen aufnehmen, und weitere info ueber unser SINTRAL netzwerk
geben.
Hier schicke ich mal der berich ueber den ersten kongress den wir vor
ein paar wochen abgehalten haben.
In liebe,
Mauricio
Elisabeth Hollerbach wrote:
Liebe
Rebeca und Mauricio Wild,aus Pfaffenhofen erfuhr ich, dass Sie auch in
diesem Jahr nach Deutschland kommen, erfuhr darüber hinaus von Ihrem
Engagement in Bezug auf Tauschringe -und möchte Sie einladen, zu unserem
Bundestreffen zu kommen, dass vom 29.9. bis 1.10. in Karlsruhe stattfinden
wird.In Deutschland gibt es rund 300 Tauschringe - mit sehr unterschiedlichen
oder besser vielfältigen Ideen und Ansätzen. Ich denke, die Motivtion,
einen Tauschring zu gründen bzw. einem beizutreten, ist hier eine
ganze andere als in Ecuador.Gerne wüßte ich mehr.Ich bin Mitbegründerin
des LETS-Tauschnetzes in München und habe dieses aufgebaut, arbeite
inzwischen auf Bundesebene für die Idee, pflege auch welt-weite Kontakte,
um die Bewegung zu unterstützen - für das Ganze der Güter
- für ein anderes Wirtschaften, für eine menschlichere Welt!Es
wäre schön, wenn Sie nach Karlsruhe kommen könnten.Herzliche
GrüßeElisabeth HollerbachSonnentaustraße 780995 MünchenTel/Fax.
**49. 89. 150 40 02
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