Wolfgang Almenritter
Integration von Betrieben in Tauschringe
Lokale und sozial-positive Handelssysteme, wie sie in Tauschringen mit
Erfolg praktiziert werden, sollten auch (kleinere) Betriebe und Selbständige
in ihr Handeln mit einbeziehen. Hindernisse bilden vermeintlich die engen
gesetzlichen und fiskalischen Regelungen in Deutschland. Eine legale Möglichkeit
zur Assoziierung von Betrieben bietet unser Konzept "Warengutschein".
Der Idee liegt die Vorgabe zugrunde, nicht gegen geltende Gesetze zu
verstoßen. Unsere Lösung kann damit aber nur ein erster Anfang
sein. Weitere Schritte zielen auf einen grundlegenden Wandel unseres Handels-
und
Wirtschaftssystems. Sie setzen aber eine erhöhte Akzeptanz im
politischen und wirtschaftlichen Umfeld und möglicherweise auch neue
Gesetze voraus.
Wie funktioniert das System nun?
Der Tauschring bemüht sich um Betriebe, die Interesse an einer
Zusammenarbeit haben und deren Inhaber Tauschring-Teilnehmer ist oder wird.
Nun gibt es 2 wesentliche Möglichkeiten des gemeinsamen Handelns:
I. Betrieb A stellt einen Tauschring-Teilnehmer an. Der betreffende
erhält seinen (DM-) Lohn teilweise oder ganz in Form von Gutscheinen,
für Produkte oder Leistungen des Betriebes (im folgenden "Warengutscheine"
genannt).
II. Betrieb A nimmt von dem ebenfalls assoziierten Betrieb B eine Leistung
in Anspruch. Betrieb B schreibt eine Rechnung und erhält als Entgelt
teilweise oder ganz Warengutscheine von Betrieb A.
Wie kommt der Tauschring ins Spiel?
Der Betriebsinhaber von Betrieb B entnimmt statt DM/EURO seinem Betrieb
die erhaltenen Warengutscheine. Ebenso wie der angestellte Teilnehmer ist
er nun als Privatperson und Tauschring-Teilnehmer in Besitz von Warengutscheinen
aus dem Betrieb A.
Er kann diese Gutscheine natürlich direkt einlösen (dann kommt
der Tauschring nicht ins Spiel) oder er tauscht die Warengutscheine beim
Systemkonto des Tauschringes gegen Tauschring-Währung ein. Ab jetzt
haben sämtliche Tauschring-Teilnehmer die Möglichkeit, Teile
ihrer Tauschring-Währung auf ihrem Tauschring-Konto gegen Warengutscheine
einzutauschen und hernach Leistungen von Betrieb A in Anspruch zu nehmen.
Die Vorteile liegen auf der Hand:
Umsatzerhöhung und dadurch zusätzlicher Gewinnbeitrag durch
Verrechnung der angenommenen Leistung mit Verkaufspreisen für den
Betrieb. Erweiterung des Kundenstammes. Erweiterung der Betätigungsmöglichkeiten
für den Tauschring: Kontrollierter Tausch von Talenten in Waren bzw.
Dienstleistungen wird möglich.
Vorteil für die Teilnehmer: Arbeitskraft wird verstärkt nachgefragt
bis hinein in ein regelmäßiges Arbeitsverhältnis.
Auf dem Bundestreffen werden wir in einer Arbeitsgruppe dieses Konzept
näher erläutern und auf die Verträglichkeit mit den bestehenden
Gesetzen eingehen. Schön wäre es, wenn andere Tauschringe ihre
Erfahrungen mit der Beteiligung von Betrieben beisteuern könnten und
wir so Bündnispartner für die weiteren Schritte finden. Vielleicht
gelingt auch der Ausblick auf eine noch weitergehende Einbindung von Unternehmen
in den Tauschring?
From: "LETS Flensburg" <lets.flensburg@gmx.de>
To: <tauschring.ka@t-online.de>
Subject: Anmeldung und Beitrag zum Tagungsreader
Date: Sun, 16 Jul 2000 20:25:31 +0200
Titel/Thema: Integration von Betrieben in Tauschringe
Referent/Ansprechpartner: Wolfgang Almenritter
Organisation: LETS Flensburg (Anschrift siehe unten)
Adresse des Referenten: Schloßstraße 37, 24939 Flensburg
Tel/Fax: 0461-18 19 15
eMail: lets.flensburg@gmx.de
Wir bringen mit: Schaubilder, Folien, Thesenpapier
Wir brauchen für das Gelingen: Overhead-Projektor oder PC-Projektor
Viele Grüße von...
LETS Flensburg
Deutschlands noerdlichster Tauschring
e-mail: lets.flensburg@gmx.de
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