Reflexionen zur Schreibwerkstatt
Hallo, liebe Tauschring-Freunde,
ich habe den Tag bei euch in Karlsruhe sehr genossen und viele Informationen und Connections mit nach Hause nehmen können. Leider konnte ich - familienbedingt - nicht mehr am Abend und am Sonntag teilnehmen.
Ein besonderes Highlight war neben den interessanten Gesprächen mit den ausländischen Tauschringen auch die Schreibwerkstatt für mich. Leider kam Rolf bei dem Schlussplenum nicht mehr zu Wort und die Kulturecke wurde etwas verdrängt. Schade eigentlich, denn es kamen viele interessante Resultate und Ergebnisse dabei raus.
Ich möchte euch daher meine Reflexionen zu der Schreibwerkstatt, die in derselben entstanden sind, gerne zufaxen. Vielleicht ist morgen noch ein bisschen Zeit dafür oder ihr möchtet das im Reader integrieren.
Mein Sinnbild ist sicherlich auch für die Grundidee Tauschring interessant. Denn sind es nicht immer erst die Ideen, die im Kopf entstehen, und über die Gemeinschaft ins Leben erweckt werden? Glauben wir nicht alle an unsere Kreativität und daran, dass wir mit unseren Gedanken etwas Neues schaffen, auch wenn es dabei Höhen und Tiefen gibt? Leben die Tauschringe nicht erst durch die Farben, die Vielzahl der Eindrücke, und die Offenheit, damit umzugehen?
Ich möchte euch für euer Engagement und eure Ideen danken und wünsche für Morgen einen schönen Tag.
Mit freundlichen Grüßen
Elvira Lauscher
Reflexionen
Es war eine seltsame Runde. Zusammengewürfelt auf den unterschiedlichsten Stühlen, bunt, knarrend und formgewaltig, saßen alle im Kreis. Erwartungsvoll - fragend - offen ... Was nun? Wie geht´s weiter?
Fremde Menschen mit ganz verschiedenem Hintergrund, vereint in einem bunten Chaos aus Pinseln und Töpfen, bereit sich in Gedanken Geschichten zu malen. Rot klecksende Liebe, blau tröpfelnde Sehnsucht und lichtdurchflutetes weiß, die Grundlage für die Offenheit, jungfräulich aufeinander zuzugehen. Je mehr Farbe, desto besser würde sich die weiße Leinwand füllen und ein famoses, menschliches Fantasiewerk entstehen lassen.
Doch da schlich sich das erste tötende Schwarz ein, wischte kurz und gedankenlos über die bereits entstandenen Farbinseln, die sich langsam bildeten. Worte flogen, wie ungewollte Spritzer, durch den Raum und wollten sich nicht einfinden zu einem gemeinsamen Werk. Doch die Fantasie ließ sich nicht eindämmen, unterwanderte still den Raum, ließ sich nicht von der Unlust oder unerwünschten Geräuschen ablenken, materialisierte sich in den Köpfen zu Gedanken, die sich den anderen präsentieren wollten.
Und so kam es, wie es kommen sollte, das Gesamtkunstwerk entstand, und die Bereitschaft sich zu öffnen und die Gedanken auszutauschen, war da.