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Referat zum 5. Bundesdeutschen Tauschringtreffen

in Karlsruhe

Tauschringe als innovative Kraft im 3. Sektor

Wir veranstalten – wenn ich das richtig sehe – hier in Karlsruhe das 5. Bundesdeutsche Tauschring-Treffen und immer häufiger höre und lese ich, dass wir eine sich entwickelnde Tauschringbewegung sind. Tatsächlich sind Tauschringe heute in der Bundesrepublik ein nahezu flächendeckendes Phänomen: Nicht nur der Trend von Neugründungen hält an; Tauschringe sind vielerorts anerkannte und lokalpolitisch nicht mehr weg zudenkende oder einfach zu ignorierende Initiativen im Rahmen der Lokalen-Agenda-21-Bewegung. Als Lokale-Agenda-21-Initiativen leisten Tauschringe vor allem einen Beitrag zur Schaffung nachhaltiger Arbeit, indem über die Tauscharbeit Lebensbedürfnisse befriedigt werden, die offenbar auch in der "Überflussgesellschaft" über die Waren- und Geldwirtschaft nicht oder nicht in der gewünschten Weise befriedigt werden können. Nachhaltig ist die Tauscharbeit vor allem auch deshalb, weil nichts Überflüssiges für einen unbekannten Markt produziert wird, was gleich wieder "vermüllt" wird, sondern Angebot und nachgefragtes Bedürfnis stehen bei jedem Tauchakt in Übereinstimmung, (sonst käme er nämlich gar nicht zustande). (Der zuletzt genannte Aspekt ist allerdings ein Phänomen, auf das ich noch mal zurückkomme.)

Ich meine, dass wir uns als Tauschringbewegung – als eine Bewegung, die lokal und "von unten" entstanden ist, darüber verständigen sollten, was unser Platz und unsere Rolle in der Gesellschaft ist. Global gesehen sind wir sicher marginal und werden wohl kaum in die Geschichte der Geld- und Währungsreformen eingehen, aber auf der lokalen Ebene verkörpern wir ein Potential, dass – so meine ich – in der Krise der Lohnarbeitsgesellschaft durchaus Lösungsmöglichkeiten anzubieten hat, deren wir uns bewusst werden sollten.

Als Tauschring-Bewegung brauchen wir Ziele und Strategien – wohin wollen, wohin können wir uns entwickeln, über welche Potentiale verfügen wir eigentlich?

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Frage: Was ist unser Selbstverständnis?

Auf den ersten Blick ist dieses sehr vielfältig – um nicht zu sagen uneinheitlich: Manche begreifen Tauschringe als ein grundsätzlich monetäres Phänomen, als eine von vielen möglichen Formen von private commerce und meinen, Tauschringe funktionieren wie die übliche Geldwirtschaft. So werden zwischen kommerziellen Barterringen und "privaten" Tauschringen wenig Unterschiede gemacht und manche stellen sie in die Tradition der historischen Experimente zur Schaffung eines lokalen Nebengeldes wie das Freigeldexperiment von Wörgl und wollen dieses und andere Experimente, angepasst auf heutige Bedingungen neu auflegen. Auch wenn sich diese und andere Tauschformen (z.B. Seniorengenossenschaften) unter dem Oberbegriff "Bundesdeutscher Tauschsysteme" zusammenfassen lassen, verkörpern sie m.E. doch jeweils andere, spezifische Inhalte und Funktionen. Auch historisch sind m.E. diese Austauschformen – in Abhängigkeit von den ökonomischen Bedingungen, unter denen sie aufgetreten sind bzw. auftreten – unterschiedlich einzuordnen. Ich will versuchen, dies anhand einer Gegenüberstellung von Freigeldexperimenten / Bartersystemen einerseits, die erstmals historisch relativ gleichzeitig (um 1930) aufgetreten sind, sowie andererseits den LETS bzw. Tauschringen, zu verdeutlichen (siehe auch Abb. 1):

Abb.1: Funktionen und Potentiale unterschiedlicher Tauschsysteme

Tauschsysteme:

Kommerzielle Barterringe, Einführung lokaler Komplementär-Währungen (Freigeldexperimente)

LETS (Local Employment and Trade System) nichtkommerzielle Tauschringe

 

entstanden:

Entstanden als Reaktion auf eine Politik des knappen Geldes um 1930:

  • WÄRA-Tauschgesellschaft (1929)
  • Experiment von Wörgl (1932)
  • - "WIR"-Barter-Ring (1934)

Entstanden als Reaktion auf immer knapper werdende bezahlbare Erwerbsarbeit infolge von jobless growth;

  • erster TR 1983 auf Initiaive von Michael Linton in Comox Valley auf Vancouver Island (Kanada) – Time Dollar System
  • erster TR in Dtl.: döMak-TR in Halle (1994)

Historische Funktion:

  • Vermittlung des zivilen Warenverkehrs durch geldlose Verrechnung bzw. ein lokales Nebengeld,
  • Verbesserung der Absatzmöglichkeiten für Unternehmen und Gewerbetreibende, Schaffung lokaler Wirtschaftskreisläufe
  • zusätzliche Arbeitsplätze können nur auf einem Umweg über zusätzliche Investitionen entstehen
  • Schaffung zusätzlicher Arbeits- und Betätigungs-Möglichkeiten zur Sicherung des Lebensunterhalts und zur Verbesserung der Lebensqualität,
  • zusätzliche Arbeit entsteht unmittelbar durch den Arbeitszeit-tausch
  • Gegenwärtige und zukünftige Potentiale

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    Was sind die Funktionen von Bartersystemen bzw. was bewirkt die Implementation von Lokalem Nebengeld / Komplementärwährungen?

    • Barter-Systeme und Lokales Nebengeld dienen vor allem der geld- bzw. zinslosen (?) schnelleren / effektiveren Vermittlung des Waren- und Güterverkehrs;
    • Sie sind entstanden als Reaktion auf eine Politik des knappen Geldes für den Austausch ziviler Waren. Die den Freigeldexperimenten historisch zugrunde liegende ökonomische Situation in Deutschland und Österreich war eine durch die Deflationspolitik der Zentralbanken ausgelöste Verknappung der Geldmenge, die den schwindenden Goldreserven angepasst wurde. Zu den Goldabflüssen war es infolge der Bankenkrise in den USA und der Kündigung amerikanischer Kredite an Deutschland und Österreich gekommen. Dies ließ den Geld- und Warenfluß ins Stocken geraten, so daß immer mehr Unternehmen zusammenbrachen. D.h. die Freigeldexperimente wurden nicht (nur) deshalb gestartet, weil es dafür ein theoretische Grundlage in Form der Freiwirtschaftslehre von Silvio Gesell gab, sondern aufgrund des realökonomischen Druckes, der vor allem auf den KMU lastete.

    • Vor allem Barterunternehmen waren und sind gewissermaßen eine Selbsthilfeeinrichtung von Unternehmern und Gewerbetreibenden. Sie dienen der Verbesserung ihrer Absatzmöglichkeiten und können die Schaffung lokaler Wirtschaftskreisläufe befördern.

    • Bartersysteme besitzen aber m.E. heute im Unterschied zu Tauschringen wenig Potential zur Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze, denn die über die geldlose Verrechnung verbesserten Absatzmöglichkeiten garantieren aufgrund des globalen Konkurrenz- und Kostendruckes nicht für Investitionen zur Schaffung zusätzlicher bezahlter Arbeit – gespartes Geld wird eher in Rationalisierungsinvestionen zur Senkung von Lohn- und Lohnnebenkosten gesteckt.

     

    Was sind dem gegenüber die Funktionen von LETS / Tauschringen als Einrichtungen der erweiterten Nachbarschaftshilfe? Wie sind sie entstanden?

    Ich übersetze "LETS" übrigens nicht als "Local Exchange and Trade System", sondern als "Local Employment and Trade System". (Es gibt aber offenbar beide Möglichkeiten der "Übersetzung".)

    • Tauschringe sind entstanden als eine Reaktion auf immer knapper werdende bezahlbare Erwerbsarbeit und damit eingeschränkter Möglichkeiten bei der Sicherung des Lebensunterhalts. In den 80er Jahren und verstärkt in den 90er Jahre haben wir es nicht mehr nur mit konjunkturell bedingter Arbeitslosigkeit zu tun, sondern diese wird als Massenarbeitslosigkeit mit dem Übergang zur 3. Stufe der industriellen Revolution (massenhafte Anwendung von Informations- und Kommunikations-Technologien) zu einer Erscheinungsform einer neuen strukturellen Krise der Industriearbeitsgesellschaft, die sich vor allem durch ein beschäftigungsloses Wachstum (jobless growth) "auszeichnet".

    (Mit Interesse habe ich im elektronischen Tagungsreader für dieses Tauschring-treffen von Werner Bareis gelesen, dass nach dem zweiten Weltkrieg bis zur Währungsreform in Deutschland Dutzende von Tauschringen existierten, vor allem in Württemberg, Baden, auch in Nordbayern, Hessen, Niedersachsen, Berlin. Wußte ich nicht. Dennoch denke ich, daß diese – im Unterschied zu den "modernen" Tauschringen – damals vor allem aus Geld- bzw. aus dem Mangel an lebensnotwendigen Waren entstanden sind. Die von Werner Bareis auch angeführte Argumentation, neben anderen Gründen vor allem die "Gier des Staates" und die stark angestiegene Umsatz- und Einkommensteuer für den TauschringBoom verantwortlich zu machen, weist m.E. auf viele Motive sind, die letztlich für die Handelnden – hier die Tauschring-Initiatoren und -Aktive – ausschlaggebend waren oder sind, aber nicht auf die "tiefer liegenden" ökonomischen Ursachen – Massenarbeitslosigkeit, Sozialstaatskrise.)

    • Das in Tauschringen funktionierende Tauschprinzip ist das des Arbeitszeittauschs. Es funktioniert als Mittel zum Zweck der Schaffung zusätzlicher Arbeits- und Betätigungs-Möglichkeiten, zur Sicherung des Lebensunterhalts und zur Verbesserung der Lebensqualität,

    • In Tauschringen entsteht zusätzliche Arbeit nicht als Eigenarbeit, sondern als Arbeit zur Befriedigung von Bedürfnissen anderer (Tauschringmitglieder) unmittelbar durch den Arbeitszeit-Tausch.
    • Der Arbeitszeittausch hat die Funktion, unmittelbar zusätzliche Arbeit zu schaffen, die unmittelbar spezifische Bedürfnisse befriedigt.
    • Die Funktion der vielen Tauschring-Verrechnungseinheiten ist die Bewertung der Tauscharbeit, die in der Mehrzahl der Tauschringe auf Basis Arbeits- / Lebenszeit erfolgt. Mit der nivellierenden Bewertung, wonach 1 Std. Arbeit für andere immer eine Std. eigene Lebenszeit ist, die man anderen zur Verfügung stellt, gibt es in Tauschringen weder einen "Niedriglohnsektor", noch eine Schicht von "Besserverdienenden". Dieses Arbeitsbewertungssystem stellt gegenüber der tradierten Lohnarbeitsbewertung des Industriesystem, wo die Arbeit unterschiedlich nach Qualifikation oder nach der "Schwere der Arbeit" bewertet wird, einen wesentlichen Vorzug dar.

    Was ergeben sich aus dieser Betrachtung hinsichtlich der historischen Entstehung und der Funktionen unterschiedlicher Tauschsysteme für Konsequenzen in Bezug auf ihre zu entwickelnden Potentiale?

    Zunächst einmal halte ich alle "Geldexperimente" nicht für historisch überlebt, und weitere Erprobungen auf dem Gebiet der Etablierung von lokalem Nebengeld oder von Komlementärwährungen sowie die Einbeziehung von Gewerbetreibenden sind wichtig und nützlich, wenn es darum geht, lokale Wirtschafts- und Einkommenskreisläufe zu befördern. Die historische Ursache des Auftretens dieser monetären Ersatztauschformen – die für den Waren- und Leistungsverkehr knapp gehaltenen Geldmengen – ist nicht beseitigt, sondern erscheint heute in qualitativ veränderten Formen.

    Diese (für mich monetären) Austauschformen besitzen aber m.E. wenig Potenzial hinsichtlich der Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze, weil diese nur auf dem Umweg zusätzlichen Wachstums, zusätzlicher Absatzmärkte und zusätzlicher Investitionen in das Sachkapital geschaffen werden könnten.

    Die "Zeichen der Zeit" stehen aber nicht auf "immer Mehr", d.h. quantitatives Wachstum um jeden Preis, immer mehr Umsatz in immer weniger Zeit. (Hohe Umsatzzahlen sind deshalb für mich auch kein Kriterium für einen gut funktionierenden Tauschring!)

    Die Schaffung nachhaltiger Beschäftigung und nachhaltiger Wirtschaftsstrukturen sind dagegen keine Vokabeln, die sich mehr oder weniger schlaue Wissenschaftler ausgedacht haben.

    Tauschringe beweisen täglich vielerorts, dass sie in der Lage sind, sinnvolle Beschäftigung, Arbeit zu generieren, um bisher unversorgte Bedürfnisse zu befriedigen. Andererseits sind sie aus Steuerrechts- und anderen Gründen dazu gezwungen, ihre Leistungen gering zu schätzen, sie als Nicht-Erwerbsarbeit zu deklarieren, als nicht geldwerten Leistungsaustausch zu marginalisieren usw.

    Für mich stellen sich deshalb die Fragen,

    • Was können Tauschring tun, um aus diesem nicht selbst gewählten "Schattendasein" zu treten?

    • Welchen Beitrag können Tauschringe zur Schaffung von zusätzlicher (Erwerbs)-Arbeit leisten?

    Zunächst einmal denke ich, hängt sehr viel von unserem eigenen Selbstverständnis ab. Tauschringe sollten sich nicht als "private" Tauschringe bezeichnen, denn nach unserem Verständnis gehören sie nicht zum privaten, d.h. gewinnorientierten Wirtschaftssektor. Die meisten Tauschringe begreifen sich meines Wissens bewusst als Einrichtungen der Selbst- bzw. (erweiterten) Nachbarschafthilfe und sind bzw. handeln insofern auch tatsächlich gemeinwesenorientiert.

    Die meisten Tauschringe haben auch keine Schwierigkeiten, sich als Einrichtungen des 3. Sektors zu verstehen, insofern dieser im allgemeinen Verständnis als ein Sektor ohne Erwerbscharakter verstanden wird. (So werden von der deutschen Wirtschaftsstatistik Dritt-Sektor-Organisationen als "Organisationen ohne Erwerbscharakter" definiert.)

    Diejenigen, die im vergangenen Jahr bei Karl Birkhölzer den bzw. die Workshops besucht haben, werden sich erinnern, daß die Interdisziplinäre Forschungsgruppe Lokale Ökonomie ein anderes Verständnis von diesem Sektor hat (vgl. auch Reader vom 4. Bundesdeutschen Tauschringtreffen, S. 77ff). Insbesondere unser Modell über die Entwicklungsperspektiven eines sich formierenden 3. Sektors verdeutlicht, daß hier nicht nur gemeinnützige und unentgeltliche oder ehrenamtliche Arbeit geleistet wird (vgl. Abb. 2).

     

    Abb. 2: Entwicklungsperspektiven im 3. Sektor

     

     

    Ó Interdisziplinäre Forschungsgruppe Lokale Ökonomie an der Technischen Universität Berlin

    Wo ordnen wir– Ihr alle als Tauschringe seid angesprochen – Euch ein:

    • in diesen informellen Teil der Ökonomie im 3. Sektor, der ein Bestandteil zwar solidarischer Formierung, aber doch reduziert auf reine, wenn auch erweiterte Nachbarschaftshilfe ist, begreifen wir uns als Teil der Schattenökonomie oder:
    • sind wir oder wollen wir aus dem Schatten treten, uns verankern im lokalen Gemeinwesen, – nicht nur irgendwie geduldet oder verbal anerkannt, nicht eine private, sondern eine gemeinwesenorientierte soziale "Institution" sein / werden. Dies werden wir nicht, wenn wir uns nur auf uns selbst beziehen, sozusagen unter uns bleiben wollen, dann sind wir sicherlich gute Nachbarn, die sich gegenseitig helfen und unterstützen – auch dies ist nicht gering zu schätzen, aber dieses immense Potential an sozialem Kapital, was in TR existiert, läßt sich durch Kooperation mit anderen Einrichtungen sowohl innerhalb des Dritten Sektors als auch in Kooperation mit Unternehmen und Institutionen des 1. (private Unternehmen und Gewerbetreibende vor Ort) und 2. Sektors (hier der lokale Staat, die Kommunalverwaltungen) noch enorm vervielfältigen.

     

    Arbeit als Erwerbsarbeit läßt sich z.Z. aus o. g. Gründen nicht direkt in Tauschringen organisieren. Aber was hindert uns daran, das Tauschringprinzip des äquivalenten Arbeitzeittauschs "nach außen" zu tragen. Mit anderen freien Trägern, Beschäftigungsgesellschaften, Gewerbetreibenden Selbsthilfeinitiativen u.a. darüber nachzudenken, welche die Tauschringidee transportierenden Projekte sich externalisieren lassen? Gleichzeitig würden wir damit vielleicht auch einige Tauschringprobleme los werden können. Z.B. haben wir festgestellt, daß bestimmte Angebote immer wieder auftauchen und gleichzeitig dieselben Gesuche, ohne dass diese je zusammen kommen. Und wir haben festgestellt, daß z.B. ein bestimmter Bedarf an Kinderbetreuung im Rahmen des Tauschrings (aus zeitlichen, personellen, qualifikatorischen u.a. Gründen) nicht befriedigt werden kann. Andererseits werden solche Formen der Kinderbetreuung auch nicht durch kommunale Einrichtungen oder privat abgedeckt. Vielleicht ließe sich aber ein maßgeschneidertes Projekt erarbeiten und dafür auch die entsprechende Finanzierungsform finden.

    Andere ProjektIdeen wären eine Selbsthilfe- oder besser Nachbarschaftshilfewerkstatt, die nach dem Tauschringprinzip arbeitet zu etablieren oder einen lokalen Ressourcentauschring zwischen gemeinwesenorientierten frei-gemeinnützigen Einrichtungen u.a.

    In diesem Zusammenhang wäre es hilfreich, zum nächsten bundesdeutschen Tauschringtreffen z.B. mit Hilfe von Fragebogen-Aktionen zu analysieren, – nicht wieviel Umsatz gemacht wird –, sondern was wird eigentlich getauscht, in welchen Bereichen, gibt es unbefriedigte Bedürfnisse, die weder außerhalb, noch im Tauschring abgedeckt werden. Solche Analysen würden helfen, Vorschläge zu unterbreiten, solche Arbeiten / Leistungen vor Ort zu organisieren, sei es nun auf Tauschring-Basis oder in anderer Form.

    Ich denke, daß wir es nicht nötig haben (– um noch einmal auf die Diskussion zum Positionspapier der Tauschringe zurückzugreifen –) auf Anerkennung von außen zu warten, wir haben etwas anzubieten, aber dies müssen wir

    1. anderen verständlich machen, nämlich, daß wir etwas anzubieten haben, was auch ihnen zum Vorteil gereicht
    2. solche Kooperationsformen finden, wo unsere Interessen mit denen anderer, d.h. unseren potentiellen Partner aus anderen Bereichen übereinstimmen und
    3. konkrete Projektvorschläge unterbreiten, diese mit potentiellen Kooperationspartnern diskutieren, auch darüber hinaus öffentlich machen und umsetzen.

    Ich hoffe, Ihr habt, so wie ich, jede Menge solcher Projektideen hier nach Karlsruhe mitgebracht, am besten schriftlich fixiert, so daß wir mündlich und schriftlich in einen bundesweiten Erfahrungsaustauch treten können.

     

    Dr. Monika Schillat

    Mitglied der interdisziplinären Forschungsgruppe

    Lokale Ökonomie an der TU Berlin,

    Mitglied im Tauschring Berlin-Marzahn

    Kulturzentrum Tempel Hauptbau